Was machen die anderen Energieblogs? Heute: EnWiPo

Gastautor Portrait

Hubertus Grass

Kolumnist
29. August 2014
Der Blick übern digitalen Gartenzaun: Energieblogs.

Energie-Wirtschafts-Politik – kurz EnWiPo –  heißt der Energieblog von Frank Urbansky. Der Journalist und Unternehmensberater für PR schreibt über große energiepolitische Themen wie den Öl- und Gasmarkt, beschäftigt sich aber auch in Beiträgen mit der Antriebstechnik der Brummis und dem Zwang zum Kesseltausch.

Der Leipziger zwitschert über @EnWiPo und ist jüngst den Energiebloggern beigetreten.  Wir stellten Frank Urbansky vier Fragen:

DEZ: Was hat Sie motiviert, einen Blog zur Energiepolitik zu betreiben, und was hält die Motivation lebendig?
Urbansky: Energie hat mich schon immer fasziniert. Während meiner Arbeit als Journalist oder in Agenturen hatte ich immer wieder damit zu tun und durfte auch für große Solaranlage (Bild Nr. 8101)Energieunternehmen arbeiten. Das ist nach wie vor so und gibt immer wieder Ansporn, sich mit energetischen Themen auseinanderzusetzen.
Mit dem Internet und dem eigenen Blog habe ich die Möglichkeiten, auch tagesaktuell über die Themen zu schreiben, die mich wirklich bewegen. Meine thematischen Schwerpunkte liegen auf Energiewende, Erneuerbare Energien sowie die dazugehörige Technik. Auf Seiten der fossilen Brennstoffe befasse ich mich vorrangig mit dem Gas- und den Ölmarkt. Ich bin ein Verfechter alternativer Antriebe, vergesse dabei jedoch nicht die Wirtschaftlichkeit.

DEZ: Wie beurteilen Sie den bisherigen Verlauf der Energiewende in Deutschland?
Urbansky: Sie wird inkonsequent umgesetzt. Manchmal hat man den Eindruck, als wolle die Politik die vier Großen schonen (wobei hier zugegebenermaßen viele Arbeitsplätze dranhängen), und die Bürger umso mehr belasten.
Dabei waren es in den vergangenen Jahren gerade die großen Stromproduzenten und eben Urbanskyenwipoauch die EnBW, die in der Lage gewesen wären, Erneuerbare Energien umfassend aufzubauen und so ihr Portfolio zu stärken. Dennoch sehe ich den jetzigen Zustand als akzeptabel an. Von einem kompletten Abwürgen kann nicht die Rede sein. Im Gegenteil – auch Erneuerbare Energien müssen sich am Markt beweisen und bei der Windkraft klappt das ja schon ganz gut.

DEZ: Welche Maßnahme gehört jetzt ganz nach oben auf die energiepolitische Agenda der Bundesregierung?
Urbansky: Leider wird da gerade nicht viel passieren, weil das novellierte EEG gerade verabschiedet wurde. Ganz oben auf die Agenda gehört dennoch für mich die Stärkung dezentraler Energieerzeugung, insbesondere im Wärmemarkt, aber auch durch KWK im Strommarkt. Denn die werden dort eher stiefmütterlich behandelt.

DEZ: Energie ist ein hoch regulierter Markt. Wie lässt sich dauerhaft die Balance zwischen den politischen Zielen und der Wirtschaftlichkeit halten?
Urbansky: Die Regulierung ist aus einem bestimmten Bedarf an Versorgungssicherheit heraus notwendig. Die Erneuerbaren müssen hier sicherlich insgesamt noch günstiger werden (bei der Photovoltaik deutet sich dieser Trend ja an), um auf größere Regulierung verzichten zu können. Diese wird jedoch im Wärmemarkt, insbesondere im Gasmarkt aufgrund der Spannungen in Osteuropa, zunehmen. Das BMWi plant gerade aktuell, nach Vorbild der Mineralölindustrie und des Erdölbevorratungsverbandes, eine nationale Gasreserve aufzubauen. Ein hochspannendes Projekt und eines, das aus meiner Sicht auch nötig ist. Aber eben wieder ein Beispiel für Regulierung, die es im Energiemarkt immer geben wird.

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Bisher erschienen:
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