Umfrage: Was ist 2017 das wichtigste Thema für die Energiewirtschaft?

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Redaktion

Stiftung Energie & Klimaschutz
09. Januar 2017
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Wird 2017 energiepolitisch ein langweiliges Jahr? Anzeichen dafür gibt es: Der energiepolitische Teil des Koalitionsvertrages zwischen CDU, CSU und SPD ist weitgehend abgearbeitet. Im September dieses Jahres wird ein neuer Bundestag gewählt. Und ein Wahljahr birgt für die Energiewirtschaft in der Regel kaum Überraschungen, weil vor der Wahl die Politik mit der internen Programmarbeit und danach mit dem Koalitionsprogramm beschäftigt sein wird. Große Änderungen wird es in diesem Jahr nicht geben. Aber die politische Richtung der Energiepolitik wird in diesem Jahr – durch die Wähler und die Gewählten – festgelegt. Und längst ist die Politik der Bundesregierung ja nur noch ein Faktor neben anderen, die Einfluss auf die Energiewirtschaft nehmen. Daher gehen wir davon aus, dass auch 2017 wieder ein spannendes Jahr für die Energiewirtschaft werden wird. Und um welche Themen wird es dabei gehen?

Der Klimaschutz und der Ausstieg aus der Kohle

Wird mit dem Amtsantritt von Trump die ganze Klimaschutzdebatte eine neue Richtung bekommen? Kann ein neuer US-Präsident mit seiner Administration die Ergebnisse einer mehr als 30-jährigen und weltweit in diversen Disziplinen betriebenen Forschung achtlos zur Seite legen? Klimaschutz, dafür werden schon das Wetter und die neuen Daten sorgen, wird auch in 2017 global ein Top-Thema bleiben.

Ob es Klimaschutz und Kohleausstieg bei uns in Deutschland in die Liga der Top-Themen schaffen, hängt vom Verlauf des Wahlkampfs ab. Stoff für Diskussionen gibt es Dank zahlreicher Ausstiegsszenarien genug. Klimaschutz dürfte auch dort ein Thema sein, wo es um Arbeitsplätze und einen fairen Umgang mit den Menschen in den Entwicklungsländern geht. Die Daten des Jahres 2016 zeigen: Der Kohleausstieg findet ohnehin schon statt. Die Bedeutung dieses Energieträgers geht merklich zurück. Leider zu langsam, um die selbst gesetzten Klimaschutzziele zu erfüllen. Politisch auf die Agenda gehört nun ein Plan, der die Entwicklung für den Klimaschutz und die wirtschaftlichen Akteure kalkulierbar macht. Gas kann den Übergang von den Fossilen auf die Erneuerbaren besser als Kohle. Dafür braucht es einen Rahmen.

Energiewirtschaft 2017: Wohin geht die Entwicklung?
Der Stromverbrauch (derzeit ca. 650 TWh im Jahr) wird perspektivisch um die Märkte Wärme und Mobilität wachsen.

Neue digitale Produkte und Dienstleistungen

Der Strukturwandel in der Energiewirtschaft wird nicht nur durch den Übergang von den fossilen auf die erneuerbaren Energieträger bestimmt, sondern zunehmend von smarten Technologien, die neue Geschäftsfelder eröffnen. So scheint ein Wettbewerb ausgebrochen zu sein, den Anteil der Eigenversorgung nach oben zu schrauben. Dank Kostendegression bei den Speichern und Digitalisierung hat der Prosumer (der Produzent und Konsument in einer Person) noch weitere Möglichkeiten in der Energiewirtschaft ein wenig mit zu mischen: Mieterstrom, Quartierstrom und Regionalstrom sind en vogue. Wie bei den Lebensmitteln geht der Trend dahin, sich auch beim Strom möglichst regional zu versorgen. Nun kommt mit der Blockchain eine scheinbare einfache Technologie hinzu, die diesen Trend beschleunigen könnte.

Ausbau der Elektromobilität

Heimspeicher verfügen über Kapazitäten von 5 bis 10 Kilowattstunden. Bei Batteriespeichern für Elektro-Pkws reden wir über zehnfache Größenordnungen. Entsprechend interessant ist dieser Markt für die Energiewirtschaft. Bei einem Stromverbrauch von 15 kWh pro 100 Kilometer und einer durchschnittlichen Fahrleistung von 12.000 Kilometern im Jahr, verbraucht das Fahrzeug mit 1.800 kWh per anno ca. halb so viel Strom wie der gesamte Haushalt. Das gesamte Potenzial liegt bei Ersatz aller Verbrennungs-Pkws bei 40  Mio. Einheiten, dazu braucht es 72 Terawattstunden Strom. Das sind mehr als 11 Prozent der derzeitigen Bruttostromerzeugung in Deutschland. Dazu kämen noch die Lkws. Noch lukrativer wird dieser Markt, wenn der Speicher des Pkws eine Schnittstelle zur privaten Sektorkopplung wird.

In 2017 wird es noch nicht so weit kommen, dass erneuerbarer Strom der Alleskönner im Haushalt wird. Wir fragen nach den Weichenstellungen, die in diesem Jahr erfolgen. Was meinen Sie: Was wird ist in diesem Jahr das wichtigste Thema für die Energiewirtschaft? Ist „Ihr“ Thema dabei? Falls nicht, nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion, um Ihre Meinung zu erläutern.

Diskutieren Sie mit

  1. Matthias Grobleben

    vor 2 Jahren

    Elektromobilität ist wichtig und wird doch so wenig ernst genommen.
    Die Aktionen der Bundesregierung (5000 Euro Bonus) sind so dumm, dass es "Klein Fritzchen" sogar besser wüsste.
    Personen auf dem Land, die eine Möglichkeit haben in der Garage zu Laden, können die Autos bis auf wenige Ausnahmen nicht nutzen, da in der Regel die Reichweite nicht ausreichend ist.
    Personen in der Stadt, bei denen die Reichweite evtl. ausreichend wäre, können die Fahrzeuge nicht Laden. Wie soll ein Mieter im 3. Stock eines Wohnhauses sein Auto aufladen, welches 2 Querstraßen weiter am Straßenrad parkt?

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