Mobilität in Apulien, Italien

Amelie Meyer

Energie-Reporterin

Energie-Reporterin Amelie Meyer berichtet für uns aus Bari, Italien u.a. über den geplanten Offshore-Windpark im Mittelmeer.

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04. Juni 2019

Mobilität in Apulien

Beitrag vom 26. September 2019

Ganz Deutschland diskutiert in diesen Tagen über das Einführen einer CO² Steuer, einer weiteren Umweltsteuer. Europaweit ist die Bepreisung von Umweltschäden derzeit ein Thema. So hat die italienische Regierung Anfang dieses Jahres eine Öko Steuer eingeführt, die beim Kauf eines Neuwagens entrichtet werden muss. Sobald ein Auto einen bestimmten Spritverbrauch und Größe hat, muss bei der Anschaffung bis zu 2500 Euro mehr bezahlt werden. Kleinwagen mit Elektro- oder Hybridantrieb werden aus diesen Steuergeldern subventioniert, wer seinen alten Wagen verschrotten lässt erhält zusätzlich Geld. So soll die Bevölkerung dazu ermuntert werden, ihre alten Wagen abzugeben und auf umweltfreundlichere Wagen zu wechseln.

Der Fahrradverleihdienst Bari in Bici musste den Betrieb wieder einstellen.

Foto: Amelie Meyer / Stiftung

Um gar kein eigenes Auto mehr nutzen zu müssen, versucht Bari und die Region Apulien die Bevölkerung zum Fahrrad, Bus und Zug fahren zu bewegen. Bevor ich hier her kam hatte ich mich informiert und gesehen, dass wie in vielen Städten Deutschlands auch in Bari ein Fahrradleihsystem eingeführt wurde. Doch leider sah es vor Ort dann anders aus. Die Stationen gibt es zwar noch, aber Fahrräder findet man keine mehr. Vermutlich wurden zu viele Räder geklaut oder beschädigt und Bari in Bici hat den Betrieb wieder eingestellt. Sie waren nicht die Ersten, die an diesem Projekt gescheitert sind. Schon vor einigen Jahren gab es einmal die gleiche Idee, die aber ebenfalls schnell wieder aufgegeben werden musste.

Ein weiteres und erfolgreiches Projekt, um die Menschen vom eigenen Auto weg zu einem nachhaltigeren Verkehrsmittel zu bewegen sind die Park and Ride Parkplätze. Drei solcher Park and Ride Parkplätze befinden sich an den Rändern der Stadt und es gibt Busse, die regelmäßig an die Strände und ins Stadtzentrum fahren. Der Preis von jeweils einem Euro für den Parkplatz und den Bus ist so günstig, dass dieses Angebot sehr gut angenommen wird. Davon profitiert nicht nur die Umwelt, sondern auch die Anwohner der Innenstadt. Das Verkehrsaufkommen ist dort auch in der Hochsaison überschaubar, die Lärmbelastung und Luftverschmutzung geringer und es ist möglich einen Parkplatz vor dem eigenen Haus zu finden.

Die Region Apulien hat ihr Potenzial im Tourismussektor erkannt und setzt auf nachhaltigen Tourismus

Amelie Meyer

Die Region Apulien hat ihr Potenzial im Tourismussektor erkannt und setzt auf nachhaltigen Tourismus. Es gibt viele Agrotourismus Unterkünfte in Olivenhainen und die Region fördert den Fahrradtourismus, indem Fahrräder in Apulien kostenfrei in fast allen Regionalzügen mitgenommen werden können.

Die Bahnunternehmen registrieren die Fahrräder und stellen der Landesregierung dann die Fahrten in Rechnung. Dadurch kann man die Region super mit dem Fahrrad erkunden, was ich auch ausgiebig genutzt habe. Durch das flache Land sind die Strecken auch für untrainierte Menschen mit dem Fahrrad machbar, es gibt viele Agenturen die mehrtägige Touren auch mit E-Bike anbieten. So kann die Region durch den wachsenden Tourismus profitieren aber die Natur wird nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen.

Photovoltaik in Apulien, Italien

Beitrag vom 16. August 2019

In ihrem letzten Video als Energie-Reporterin gibt Amelie Meyer einen Überblick über den aktuellen Stand und den weiteren Ausbau der Photovoltaik in Apulien.

Mülltrennung: Ungelöste Klimaschutz-Probleme in Bella Italia

Beitrag vom 20. Juni 2019

Amelie berichtet über die Abfallentsorgung in Italien, konkret aus Bari. Seit einigen Jahren gibt es offiziell das System der Mülltrennung, was aber nicht in allen Regionen in der Praxis klappt. Illegale Müllkippen werden teils sogar über Militär und Drohnen überwacht. In Summe gibt es vor Ort zu wenig Müllverbrennunganlagen, um die Mengen zu bewältigen. Umweltschützer in Italien fordern Müllervermeidung und Recycling anstelle der großflächigen Verbrennung. Hat ein Umdenken in Politik und Bevölkerung eingesetzt? Amelie hat sich vor Ort umgesehen und eine Menge Initiativen entdeckt, welche die nachhaltige Müllentsorgung und -trennung anreizen.

Gasversorgung in der EU

Der Südliche Gaskorridor ist nicht der einzige, der in Apulien enden soll

Beitrag vom 17. Juni 2019

Die europäische Gasversorgung ist gegenwärtig ein wichtiger Bestandteil der Energiewende. Um Alternativen zur Kohleverstromung zu finden, wird nicht nur auf erneuerbare Energien gesetzt, sondern auch Erdgas wird berücksichtigt. Gerade entsteht ein neuer Gaskorridor, der hier in Apulien kurz unter Brindisi an das Gasnetz der EU angeschlossen wird – der südliche Gaskorridor.

Der Gaskorridor soll Erdgas aus dem Kaspischen Meer in die EU bringen und läuft von Aserbaidschan über Georgien, die Türkei, Griechenland und Albanien und das adriatische Meer nach Italien. Das Projekt ist nicht nur aufgrund von Menschenrechtsverletzungen in Aserbaidschan umstritten, sondern es ist auch fraglich, ob es im Einklang mit den Klimazielen der EU steht.

Die Pipeline soll ab 2020 zehn Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr transportieren und dadurch die Energiesicherheit von Europa garantieren. Im November 2017 wurde der Südliche Gaskorridor auf die Liste der Projekte von gemeinsamem Interesse der EU gesetzt (PCI). Um auf diese Liste zu kommen, muss ein Projekt in mindestens zwei EU-Ländern signifikante Auswirkungen auf den Energiemarkt haben, zur Versorgungssicherheit und zu den Klima- und Energiezielen der EU beitragen. Diese Klima- und Energieziele sehen eine Reduktion von Treibhausgasen durch das Ausbauen von erneuerbaren Energien vor.

Hier sieht man eine gerodete Schneise nahe des Tomorr Gebirges in Albanien, wo gerade die Pipeline für den südlichen Gaskorridor verlegt wird um das circa 100 km entfernte Vlora zu erreichen. Von dort führt die Pipeline dann durch das Mittelmeer nach Brindisi in Süditalien.

Foto: Amelie Meyer / Stiftung

Verlauf des südlichen Gaskorridors mit den Teilabschnitten

Grafik: Stiftung / Karte: Google

Die Projekte auf dieser Liste sollen von schnelleren Genehmigungen und schnellerer Finanzierung profitieren. Ob der Südliche Gaskorridor allerdings zu Recht auf dieser Liste steht, wird von Kritikern angezweifelt. Bündnis 90/Die Grünen haben in einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung auf eine Studie des Bankwatch Networks über die Risiken des Gaskorridors verwiesen. Dort heißt es, dass die Treibhausgasemissionen der Pipeline, hauptsächlich Methan, in über der Hälfte der möglichen Szenarien über der Grenze liegen, unter der Erdgas einen Klimavorteil im Vergleich zu Kohleenergie hat. Methan werde von Seiten der EU mit einem viel zu niedrigen CO2-Äquivalent eingestuft. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass aus Sicht des Klimas die hohen Kosten seitens der EU und die Unterstützung der Politik für den Gaskorridor nicht gerechtfertigt sind.

Der Südliche Gaskorridor ist nicht der einzige, der in Apulien enden soll. Eine weitere Pipeline von Zypern über Griechenland nach Italien steht auf der Liste der Projekte von gemeinsamen Interesse, um die Abhängigkeit der EU von Russland bezüglich der Gasversorgung zu reduzieren.

Apulien ist also nicht nur aufgrund der Potenziale von Wind- und Sonnenenergie eine wichtige Region für Italien und die EU sondern auch für weniger klimafreundlichen Energiequellen von Bedeutung.

Offshore-Windkraft im Mittelmeer: Energie-Reporterin Amelie Meyer berichtet aus Italien

Beitrag vom 31. Mai 2019

In Amelies zweitem Video als Energiereporterin in der süditalienischen Region Apulien berichtet sie über die Situation und die Ziele der Windenergie in Italien. Außerdem informiert sie über den ersten geplanten Offshore Windpark im Mittelmeer bei Tarent.

Energie-Reporterin Amelie Meyer in Italien

Beitrag vom 29. April 2019

Amelie Meyer studiert Wirtschaftsmathematik in Dortmund, ihr Auslandssemester verbringt sie an der Aldo-Moro-Universität Bari. In ihren Videos berichtet sie neben der Müllproblematik in Süd-Italien vor allem über Wind- und Solarenergie und deren Potentiale für Wirtschaftswachstum in der Region rund um Bari.

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