Gasversorgung der EU

Amelie Meyer

Energie-Reporterin

Energie-Reporterin Amelie Meyer berichtet für uns aus Bari, Italien u.a. über den geplanten Offshore-Windpark im Mittelmeer.

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04. Juni 2019

Der Südliche Gaskorridor ist nicht der einzige, der in Apulien enden soll

Beitrag vom 17. Juni 2019

Die europäische Gasversorgung ist gegenwärtig ein wichtiger Bestandteil der Energiewende. Um Alternativen zur Kohleverstromung zu finden, wird nicht nur auf erneuerbare Energien gesetzt, sondern auch Erdgas wird berücksichtigt. Gerade entsteht ein neuer Gaskorridor, der hier in Apulien kurz unter Brindisi an das Gasnetz der EU angeschlossen wird – der südliche Gaskorridor.

Der Gaskorridor soll Erdgas aus dem Kaspischen Meer in die EU bringen und läuft von Aserbaidschan über Georgien, die Türkei, Griechenland und Albanien und das adriatische Meer nach Italien. Das Projekt ist nicht nur aufgrund von Menschenrechtsverletzungen in Aserbaidschan umstritten, sondern es ist auch fraglich, ob es im Einklang mit den Klimazielen der EU steht.

Die Pipeline soll ab 2020 zehn Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr transportieren und dadurch die Energiesicherheit von Europa garantieren. Im November 2017 wurde der Südliche Gaskorridor auf die Liste der Projekte von gemeinsamem Interesse der EU gesetzt (PCI). Um auf diese Liste zu kommen, muss ein Projekt in mindestens zwei EU-Ländern signifikante Auswirkungen auf den Energiemarkt haben, zur Versorgungssicherheit und zu den Klima- und Energiezielen der EU beitragen. Diese Klima- und Energieziele sehen eine Reduktion von Treibhausgasen durch das Ausbauen von erneuerbaren Energien vor.

Hier sieht man eine gerodete Schneise nahe des Tomorr Gebirges in Albanien, wo gerade die Pipeline für den südlichen Gaskorridor verlegt wird um das circa 100 km entfernte Vlora zu erreichen. Von dort führt die Pipeline dann durch das Mittelmeer nach Brindisi in Süditalien.

Foto: Amelie Meyer / Stiftung

Verlauf des südlichen Gaskorridors mit den Teilabschnitten

Grafik: Stiftung / Karte: Google

Die Projekte auf dieser Liste sollen von schnelleren Genehmigungen und schnellerer Finanzierung profitieren. Ob der Südliche Gaskorridor allerdings zu Recht auf dieser Liste steht, wird von Kritikern angezweifelt. Bündnis 90/Die Grünen haben in einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung auf eine Studie des Bankwatch Networks über die Risiken des Gaskorridors verwiesen. Dort heißt es, dass die Treibhausgasemissionen der Pipeline, hauptsächlich Methan, in über der Hälfte der möglichen Szenarien über der Grenze liegen, unter der Erdgas einen Klimavorteil im Vergleich zu Kohleenergie hat. Methan werde von Seiten der EU mit einem viel zu niedrigen CO2-Äquivalent eingestuft. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass aus Sicht des Klimas die hohen Kosten seitens der EU und die Unterstützung der Politik für den Gaskorridor nicht gerechtfertigt sind.

Der Südliche Gaskorridor ist nicht der einzige, der in Apulien enden soll. Eine weitere Pipeline von Zypern über Griechenland nach Italien steht auf der Liste der Projekte von gemeinsamen Interesse, um die Abhängigkeit der EU von Russland bezüglich der Gasversorgung zu reduzieren.

Apulien ist also nicht nur aufgrund der Potenziale von Wind- und Sonnenenergie eine wichtige Region für Italien und die EU sondern auch für weniger klimafreundlichen Energiequellen von Bedeutung.

Offshore-Windkraft im Mittelmeer: Energie-Reporterin Amelie Meyer berichtet aus Italien

Beitrag vom 31. Mai 2019

In Amelies zweitem Video als Energiereporterin in der süditalienischen Region Apulien berichtet sie über die Situation und die Ziele der Windenergie in Italien. Außerdem informiert sie über den ersten geplanten Offshore Windpark im Mittelmeer bei Tarent.

Beitrag vom 29. April 2019

Amelie Meyer studiert Wirtschaftsmathematik in Dortmund, ihr Auslandssemester verbringt sie an der Aldo-Moro-Universität Bari. In ihren Videos berichtet sie neben der Müllproblematik in Süd-Italien vor allem über Wind- und Solarenergie und deren Potentiale für Wirtschaftswachstum in der Region rund um Bari.

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