Schweden – Vorreiter der europäischen Energiewende

Sharon Mueller

Energie-Reporter

Energie-Reporter Sharon Mueller berichtet für uns aus Stockholm, Schweden über Verkehrswende und E-Mobilität.

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03. Juni 2019
Entwicklung der schwedischen Stromproduktion

Grafik: Swedish Energy Agency [1]

Beitrag vom 14. Juni 2019

Schweden – das Land in dem Greta Thunberg die Fridays for Future Bewegung gestartet hat. Aber wo steht das Land eigentlich im europäischen Vergleich und welche Ziele hat es für die zukünftige Energieversorgung?

Für die schwedische Energieproduktion ist die Wasserkraft sehr wichtig. Das größte Wasserkraftwerk mit Namen Harsprånget hat eine Gesamtleistung von 871 MWe, daneben gibt es viele weitere große Wasserkraftwerke. Dementsprechend hat die Wasserkraft im schwedischen Energie-mix schon seit jeher eine große Bedeutung. Wenn man sich die Entwicklung der Stromproduktion in Schweden seit 1970 ansieht (siehe Grafik), fällt auf, dass der Strombedarf in den letzten 50 Jahren stark gestiegen ist und dieser hauptsächlich durch Atomstrom aufgefangen wurde. Trotzdem erreichte Schweden im Jahr 2017 einen Anteil von 65,9% erneuerbaren Energien an der Stromproduktion und ist dabei weit vor Deutschland, das im selben Jahr gerade mal auf 34,4% kam. Schaut man sich nicht nur den Stromsektor, sondern die gesamte Energieproduktion an, ergibt sich ein ähnlicher Unterschied. Hier erreicht Schweden einen regenerativen Anteil von 54,5% und steht damit mit großem Abstand an der Spitze aller EU-Länder (Deutschland: 15,5 %, EU-28: 17,5). Auch im Verkehrssektor übertrifft Schweden das EU-Ziel von 10% im Jahr 2020 mit 38,6% schon jetzt deutlich (Deutschland: 7,0%, EU-28 7,6%). [2]

Anteil regenerativer Energien am Gesamtenergieverbrauch und im Verkehrssektor

Grafiken: EU-Kommission [2]

Fridays for Future - University Stockholm

Grafik: Fridays for Future / Facebook [3]

Bis 2045 soll Schwedens Energieproduktion vollständig dekarbonisiert sein und die Treibhausgase im Jahr 2030 auf 63% des Wertes von 1990 gesenkt werden. Dafür werden im Zeitraum von 2017 bis 2020 ungefähr 1,3 Milliarden Dollar bereitgestellt.

Die Entscheidungen der deutschen Politik – das aktive Bremsen der Energiewende – sind in diesen Statistiken klar erkennbar, in allen Sektoren liegen wir sehr weit hinter Schweden und teilweise sogar unter dem EU-Durchschnitt. Dennoch muss man in diesem Vergleich die geografischen Vorteile Schwedens, nämlich das enorme Potential an Wasserkraft, berücksichtigen. Insgesamt könnte Schweden schon jetzt einen höheren Anteil an erneuerbaren Energien haben, insbesondere durch den Ausbau der Windenergie.

Quellen

[1] http://www.energimyndigheten.se/en/news/2019/energy-in-sweden—facts-and-figures-2019-available-now/

[2] https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/images/a/aa/Renewable_energy_statistics-2019.xlsx

[3] https://www.facebook.com/fridaysforfutureSU/

Energie-Reporter Sharon Mueller in Schweden

Beitrag vom 03. Juni 2019

In seinem ersten Video berichtet Energie-Reporter Sharon Mueller über die Verkehrswende innerhalb Stockholms. Dabei schildert er die Situation des ÖPNV und die der Infrastruktur für Fahrräder sowie für E-Mobilität.

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