Aus eins mach zwei
Foto: Nikola Lissner / Stiftung
Beitrag vom 09. Juli 2019
Auch hier in Taiwan sind Nachfrage und das Interesse an lokal erzeugten Bio-Lebensmitteln in den letzten Jahren stark gestiegen. Dies zeigt sich nicht zuletzt an der steigenden Anzahl an Wochenmärkten auf denen nur als ökologisch zertifizierte Lebensmittel angeboten werden. Dennoch ist aktuell nur etwas mehr als 1% der landwirtschaftlich genutzten Fläche Taiwans offiziell als biologische Landwirtschaft zertifiziert.
Der Grund dafür lässt sich in der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes während der letzten Jahrzehnte finden. Taiwans Industrialisierung und das daraus resultierende Wirtschaftswachstum in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte ein rasantes Bevölkerungswachstum zur Folge. Zur Sicherstellung der stark wachsenden Nachfrage an Lebensmitteln wurde dabei fast ausschließlich auf konventionelle Landwirtschaft gesetzt. Erst Mitte der 80er Jahre kam es zu einer verstärkten Bewegung hin zur biologischen Landwirtschaft. Dabei spielten vor allem experimentelle Farmen an den Universitäten des Landes eine entscheidende Rolle.
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Mittlerweile ist die biologische Landwirtschaft nicht nur auf dem Speiseplan der Bürger, sondern auch in der Verordnung Taiwans angekommen.
Ziel der Regierung Taiwans ist es, den Anteil der als biologisch zertifizierten Anbaufläche bis 2020 auf 2% zu erhöhen.
Dabei wird vor allem auf Subventionen sowie Weiterbildungsprogramme in den Bereichen Anbau und Marketing für Landwirte, die auf biologischen Anbau umsteigen, gesetzt.
Zusätzlich soll die Nachfrage durch Militär, Schulen und öffentlicher Einrichtungen an Bio-Lebensmitteln erhöht werden.
Aktuell wird der Großteil der ökologisch angebauten Lebensmittel hier in Taiwan in speziellen Bio-Supermärkten angeboten. Darüber hinaus wächst der Marktanteil der bereits erwähnten ökologischen Bauern- bzw. Wochenmärkte.
Der Trend hin zu Bio beschränkt sich hier in Taiwan allerdings nicht nur auf Lebensmittel. Die wachsende Zahl an „organic-farmstays“, einer Art bed-and-breakfast auf dem Bauernhof zeigt, dass Bio in Taiwan auch im Tourismus angekommen ist.
Auch wenn die biologische Landwirtschaft hier in Taiwan in Sachen Anbaufläche noch in den Kinderschuhen steckt lässt sich sagen, dass der Trend ganz klar in die richtige Richtung geht.
我不用袋子
Foto: Nikola Lissner / Stiftung
Beitrag vom 21. Juni 2019
Wer selber schon einmal in Asian war weiß, wie präsent die Geschmäcker und Gerüche der Nachtmärkte in den Erinnerungen an die dort verbrachte Zeit sind. Und auch hier in Taiwan gilt: Taiwan is(s)t Street-Food.
Neben den unzähligen Köstlichkeiten, welche auf den Nachtmärkten Taiwans zu finden sind, gibt es dort jedoch auch jede Menge Unappetitliches zu entdecken – nämlich eine Menge Plastikmüll.
Der Titel dieses Berichts bedeutet auf Deutsch „Ich brauche keine Tüte“.
Verzichtet man bei einem Gang über den Nachtmarkt auf diesen Satz, ist man sehr schnell überrascht von der Menge an Plastiktüten und Verpackungen die sich nach ein paar kleinen Gerichten angesammelt hat.
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Während in den meisten Geschäften in Taiwan Plastiktüten nicht mehr umsonst angeboten werden können, wirkt ein Besuch auf dem Nachtmarkt wie ein letztes Zelebrieren der Plastiktüte, bevor diese auch dort vielleicht irgendwann einmal nur noch gegen einen Aufpreis zu haben sein wird.
Taiwan, bekannt für seine klassische Musik spielenden Müllwagen, besitzt ein durchaus gut funktionierendes System zur Müllentsorgung und -trennung.
Dies zeigt sich vor allem in Taipei, wo Deponien durch Parks ersetzt werden konnten und Müll aus dem Blickfeld fast verschwunden ist.
Um den persönlichen Plastikmüll und damit den eigenen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren besitzen immer mehr Leute, vor allem in den jüngeren Generationen, eigene Strohhalme, Essstäbchen und Flaschen aus Metall.
Betrachtet man die schiere Menge an Plastikmüll, welche hier in Taiwan anfällt, wirkt dies aktuell jedoch noch wie der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.
Ich selber werde auch weiterhin die Nachtmärkte Taiwans besuchen, da ich der Meinung bin, dass Essen und die Menschen, die es zubereiten, einem die Kultur eines Landes näher bringen.
Allerdings gilt auch bei meinem nächsten Besuch – 我不用袋子.
Impressionen aus Taiwan
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