Einladung zum Debatten-Abend: Streamen bis das Klima heiß läuft?

Gastautor Portrait

Redaktion

Stiftung Energie & Klimaschutz
19. April 2021

Digitalisierung bringt den Klimaschutz voran. Eine aktuelle Studie des Branchenverbandes Bitkom beziffert den Netto-Einspareffekt auf 20% der derzeitigen CO2-Emissionen bis 2030. Das wäre durch eine konsequente Strategie der Digitalisierung in Industrie, im privaten Bereich und in der Energiewirtschaft erreichbar. Überhaupt die Energiewende – nur Dank der Digitalisierung wurde sie möglich. Doch die Digitalisierung hat zwei Gesichter: Auf der anderen Seite des Januskopfes ist zu sehen: Ein gigantisch, stetig anwachsender Verbrauch an Energie und Ressourcen wie z. B. durch das Streamen. Die Digitalisierung hilft den Klimawandel zu begrenzen. Sie kann ihn aber auch befeuern. Wir sollten darüber reden.

Das klimafreundliche Gesicht der Digitalisierung

In der Pandemie konnten wir die Leistungsfähigkeit der Digitalisierung jeden Tag erleben.

Abertausende von Kilometern mit dem Flugzeug wurde nicht geflogen, die Konferenzen fanden aber dennoch statt: In der Pandemie konnten wir die Leistungsfähigkeit der Digitalisierung jeden Tag erleben. Dort, wo sie mangels Gerätschaft und Vorbildung wie in vielen Schulen und Gesundheitsämtern nicht funktionierte, haben wir es beklagt. Was werden wir von den klimafreundlichen Aspekten mit in die Zukunft nach der Pandemie nehmen? Home Office und Arbeitsmeeting per Video? Oder wird in Zukunft der ein oder andere Workshop oder die Fortbildung selbstverständlich am heimischen Rechner laufen?

Man muss ja nicht so stark auf persönliche Kontakte verzichten, wie das im letzten Jahr erzwungen war. Jedenfalls haben wir gelernt, den einen oder anderen Weg zu sparen. Was wir beim Einkaufen ja schon lange praktizieren.

Klimafresser Digitalisierung

Nirgends ist der steigende Energiehunger der Digitalisierung so offensichtlich wie beim sog. „Mining“, dem digitalen Schürfen nach den Kryptowährungen. Denn neben dem Verbrauch an Strom und Ressourcen stellt sich für die Öffentlichkeit auch die Frage nach diesem Sinn dieses digitalen Treibens einer kleinen nerdigen Minderheit. Die Mehrheit verheizt die Energie lieber in kleineren Dosen beim Streamen der neuesten Serien. Das zieht mehr Strom als einfach zu fernzusehen, gilt aber als opportun. Denn es machen ja alle.

Bekannt ist, dass der Energiebedarf der Rechenzentren von Jahr zu Jahr ansteigt und ein großer Teil diese Energie davon als ungenutzte Abwärme entweicht. Mit verantwortlich für diese Entwicklung sind wir alle, die Fotos auf unseren Handys und Rechnern in der Cloud sichern. Weniger bekannt ist, dass die Herstellung all dieser Geräte, die Smartphones, Laptops, Smartwatchs, Tablets, Server, Bildschirme, Datenbrillen und all der vielen anderen Gadgets in der Summe das größte Problem darstellen. Ihre Herstellung ist energieaufwendig. Und ihre Entsorgung auch.

Über die Digitalisierung gibt es viel zu reden. Wir wollen es tun. Selbstverständlich digital.

Wir laden ein zum Debatten-Abend „Streamen bis das Klima heiß läuft? Die Klimabilanz der Digitalisierung“.

Am 29. April 2021, um 18:30 Uhr im Livestream

 

Es berichten und Diskutieren

  • Prof. Dr. Armin Grunwald, Leiter am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse, Karlsruher Institut für Technologie
  • Jens Gröger, Senior Researcher, Öko-Institut e.V., Berlin
  • Melanie Stolzenberg-Lindner, Co-Leiterin Task Force Künstliche Intelligenz des BMU
  • Nele Kammlott, Geschäftsführerin der kaneo GmbH und Vorständin des Bundesverbandes Nachhaltige Wirtschaft (BNW).

Weitere Infos zu den Expertinnen und Experten finden Sie auf unserer Veranstaltungsseite.

Livestream

Die Debatte können Sie am 29. April 2021 ab 18:30 Uhr bis 19:45 Uhr online über unsere Homepage verfolgen.

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