„Good COP, Bad COP: Warum wir die Weltklimakonferenz brauchen“ mit Dr. Kira Vinke (19)

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Redaktion

Stiftung Energie & Klimaschutz
13. Dezember 2023

Es braucht ein komplettes Phase Out fossiler Energien

Dr. Kira Vinke

Vom 30. November bis zum 12. Dezember 2023 findet die 28. UN-Klimakonferenz in Dubai statt. Aus 197 Ländern kommen mehr als 80.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen, um über Maßnahmen zum Umgang mit dem Klimawandel zu diskutieren. In dieser Folge spricht Katharina Klein mit Dr. Kira Vinke, Leiterin des Zentrums für Klima und Außenpolitik bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.

Dieses Jahr wird zum ersten Mal eine globale Bestandsaufnahme, genannt „Global Stocktake“, durchgeführt. Acht Jahre nach dem Schluss des Pariser Klimaabkommens wirft die Weltgemeinschaft einen Blick darauf, was erreicht ist und wie es um die Emissionsminderung, Anpassung, Finanzierung und Implementierung der getroffenen Vereinbarungen steht.

Zur Erreichung dieser ambitionierten Ziele führt kein Weg an Negativemissionen vorbei. Unabhängig von den neuen Technologien zur Bindung von CO2 hält Dr. Vinke den kompromisslosen Ausstieg aus fossilen Energien für „unbedingt und schnell notwendig“.

Dem gegenüber stehen angespannte Staatshaushalte, und das nicht nur durch Konsequenzen der aktuellen geopolitischen Konflikte. Es steht weniger Geld für Klimaschutz zur Verfügung, obwohl die Bedarfe ständig ansteigen. So soll unter anderem der neu eingeführte „Loss-and-Damage-Fonds“ bis 2030 jährlich mit 100 Milliarden Euro gefüllt werden, um Schaden und Verluste durch die Folgen des Klimawandels in den betroffenen Ländern auszugleichen. Direkt am ersten Tag stellten zunächst die Vereinigten Arabischen Emirate und anschließend die deutsche Bundesregierung je 100 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Stand jetzt (8.12.) ist der Topf mit 7 Milliarden US-Dollar gefüllt, was in den Augen von Frau Dr. Vinke nicht mehr als „ein Tropfen auf den heißen Stein“ sei – allein für den Aufbau des Ahrtals stelle die Bundesregierung mehr als 30 Milliarden Euro zur Verfügung.

Die Doppelfunktion von Sultan Al-Jaber als COP28-Präsident und Leiter eines Ölkonzerns bleibt umstritten, unter anderem in Anbetracht seiner „überdimensionierten“ COP. Die Inklusion, die sich der Veranstalter auf die Fahne schrieb, gilt hauptsächlich für die rund 2.500 Lobbyisten für Kohle, Öl und Gas.

Wir müssen raus aus Kohle, Öl und Gas – und zwar weltweit!

Dr. Kira Vinke

Trotz der zunehmenden Kritik steht für Dr. Vinke fest: Solang wir die Krise nicht bewältigt haben, brauchen wir die COP. Die einzigartigen Partnerschaften, Projekte, Ideen und Austausche, die nicht nur in, sondern besonders auch vor den Verhandlungsräumen entstehen, seien von unbezahlbarem Wert für den Kampf gegen den Klimawandel. Die COP28 ist für Dr. Vinke besonders dann erfolgreich, wenn ihr Rahmenwerk positiven Einfluss auf „nationale und lokale Emissionsminderungen und Klimaanpassungsmaßnahmen, die erfolgen müssen“, nimmt.

Abschließend empfiehlt Frau Dr. Vinke das Buch „Sea Change“ von Silvia Earl, das den Blick auf Veränderungen in den Weltmeeren legt. Lesenswert ist auch ihr eigenes Buch „Sturmnomaden“ zu Klimamigration und wie der Klimawandel uns Menschen die Heimat raubt.

Zu hören ist der Podcast über die Seite der Stiftung und allen bekannten Podcast-Plattformen.

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