Umweltprojekte

Sonnenpark Berghülen

Am Sonntag, 02. Juli 2017, fand in Berghülen-Bühlenhausen auf der Schwäbischen Alb die offizielle Einweihung eines neuen Solarparks der EnBW AG statt. Bereits seit Januar dieses Jahres liefert er Strom und kann mit einer installierten Leistung von 2,67 Megawatt etwa 850 Haushalte mit Elektrizität versorgen.

Die Stiftung Energie & Klimaschutz Baden-Württemberg will am Beispiel des Solarparks Berghülen zeigen, dass Energieerzeugung aus Erneuerbaren Energien und Naturschutz gut zusammenpassen können. Sie stellte deshalb 35.000 EUR zur Verfügung für Maßnahmen, die über die gesetzlich vorgeschriebenen naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen hinausgehen.

Mit diesem Geld wurden zum Beispiel Nistkästen für Singvögel und  Fledermäuse sowie Nisthilfen für Wildbienen angebracht. Die Nisthilfen für die Bienen sind nach Süden ausgerichtet, um ihnen durch Sonnenstrahlung zusätzliche Wärme zu spenden. Junge Gehölze außerhalb des Zauns sind gegen Wildverbiss geschützt, ein artenreicher Heckenstreifen ist angelegt. In diesem blühen unter anderem Hartriegel und Holunder. Überhaupt wurde bei den Pflanzen auf heimische Arten geachtet, und bei der Pflege wird auf Chemikalien verzichtet. Mit 14 Tonnen Lesesteinen und drei Tonnen Feinsand wurden mehrere Zauneidechsenhabitate geschaffen. Um durch die Baumaßnahmen nicht den Lebensraum der seltenen Feldhasen einzuschränken, wurden rund um den Solarparks zwischen Boden und Umzäunung 20 Zentimeter Platz gelassen, so dass Hasen und andere Kleintiere problemlos hindurch schlüpfen können. Die Solarmodule sind mit einer Höhe von mindestens 80 cm an der tiefsten Stelle aufgeständert, um eine Schafbeweidung unter den Modulen zu ermöglichen. Die Artenschutz- und grünordnerischen Aufwertungsmaßnahmen wurden zusammen mit dem BUND Ortsverband Berghülen und dem NABU Baden-Württemberg entwickelt.

Dokumente und Downloads

PDF - Südwest Presse online „Solarpark Berghülen offiziell eröffnet"

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PDF - Schwäbische Zeitung „Für Schwarzenbolz ist Solarpark Kampf gegen Atomenergie“

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PDF - Schwäbische Zeitung “ Wind und Sonne schicken keine Rechnung“

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PDF - Schwäbische Zeitung „Solarpark Berghülen am Sonntag eingeweiht“

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PDF - Pressemitteilung EnBW AG und Stiftung Energie & Klimaschutz Baden-Württemberg

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PDF - Schwäbische Zeitung

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Neckar-Schwarzpappel

Man muss nicht nach Südamerika reisen, um vom Aussterben bedrohte Pflanzen zu finden. Vor unserer eigenen Haustür stehen viele Arten kurz vor dem Verschwinden.

Die Schwarzpappel am Neckar gilt als stark gefährdet und ist regional aufgrund von Einkreuzungen, Forstwirtschaft und dem Rückgang von natürlichen Auenstandorten vom Aussterben bedroht. Der  Arbeitskreis zur Erhaltung der Neckarschwarzpappel hat zunächst die Populationsverhältnisse geklärt  und die seltensten Exemplare nachgezüchtet. Die Stiftung Energie & Klimaschutz Baden-Württemberg hat das Projekt unterstützt und gefördert

Die erste von insgesamt rund 200 Jungpflanzen hat ihre Wurzeln am 19. November 2013 auf dem Gelände des im Rückbau befindlichen Kernkraftwerks Obrigheim ins Neckarufer geschlagen. Kurz vor Weihnachten am 18.12. 2013 wurde die zweite Auspflanzungsaktion auf dem Gelände des Wasserkraftwerks Mühlhausen/Enz initiiert

Die feierliche Abschlusspflanzung eines ganzen Neckarschwarzpappelwäldchen fand in Lauffen am Neckar statt.

Wie lief das Projekt ab?

Als erstes wurde eine Bestandsdatenbank (Baumkataster) angelegt. Die vorhandenen Populationen wurden auf ihre Gentypen hin untersucht. Parallel erfolgte eine Analyse von Standorten, die für die Neupflanzungen in Frage kommen. Die Nachzucht und Bereitstellung von Pflanzenmaterial mit gesichertem Herkunftsnachweis hat eine längere Zeitspanne in Anspruch genommen. Im Jahr 2013 erfolgten dann die ersten Auspflanzung an den Kraftwerksstandorten der EnBW AG. 

2012 – Grundlagenforschung und Beginn der Nachzucht

  • Molekulargenetische Untersuchungen zur Bestimmung der Artreinheit, der Genotypen aller Neckar-Schwarzpappeln und Populationsvergleich Neckar – Oberrhein – Bodensee – Donau – Main
  • Probegewinnung von rd. 600 Bäumen
  • Beginn der Nachzucht von allen Genotypen im Neckargebiet unter dem Aspekt einer Genotypensicherung
  • Gewinnung von Steckhölzern

2013 – Bestandskataster und Nachzucht

  • Aktualisierung des Bestandskatasters für Altbäume und Nachpflanzungen
  • Nachzucht ausgewählter Genotypen des Neckargebiets, dabei Klärung baumschultechnischer Fragen (Mykorrhiza)

2014 – Bereitstellung von Pflanzen und Vorbereitung von Pflanzungen

  • Erfassung möglicher Pflanzstandorte
  • Planung und Vorbereitung von Pflanzungen zertifizierter Bäume an geeigneten Standorten: Planzahl 200 Stück

Dokumente und Downloads

PDF - Neckarschwarzpappel Projektinformation I

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PDF - Neckarschwarzpappel Projektinformation II

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2015 – Finale Pflanzaktion eines Auenwäldchens in Lauffen am Neckar

Die heimische Schwarzpappel (Populus nigra) steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Pflanzenarten. Der Arbeitskreis zur Erhaltung der Neckar-Schwarzpappel hat in mehrjähriger ehrenamtlicher Arbeit alle rund 140 noch existierenden Schwarzpappeln im gesamten Neckargebiet kartiert und Stecklinge gewonnen. Diese wurden genetisch überprüft und in der Baumschule Waller, Schwäbisch Hall, nachgezogen.

Die Stiftung Energie & Klimaschutz Baden-Württemberg hat das Projekt finanziell unterstützt. Erste Pflanzungen von Baumgruppen und Einzelbäumen fanden bereits an den EnBW-Kraftwerken Obrigheim und Mühlhausen/ Enz statt.

Als Abschluss des dreijährigen Gemeinschaftsprojekts wurde 2015 in Lauffen am Neckar auf einem Areal von fast zwei Hektar ein Auenwäldchen aus Neckar-Schwarzpappeln und weiteren Begleitarten der Auenwälder gepflanzt. Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG hat dafür eine Vorhaltefläche für einen geplanten Kraftwerkstandort zur Verfügung gestellt.

Partner

Arbeitskreis zur Erhaltung der Neckar-Schwarzpappel
Dipl.-Ing. Inge Maass
Büro für Landschafts- und Freiraumplanung, Landschaftsökologie
Gottliebstraße 13
70186 Stuttgart

Telefon 0711 – 48 18 80
E-Mail: maass.inge@t-online.de