Jetzt. Nicht morgen – die Energiedienst-Gruppe ist klimaneutral

Gastautor Portrait

Dr. Pascal Kuhn

Manager Konzern-Geschäftsfeldentwicklung/Strategie, EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Dr. Pascal Kuhn, geboren 1989, ist ausgebildeter Mechatroniker und Physiker. Nach einer Promotion am Institut für Solarforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zu spezialisierten Wettervorhersagen für die Energiewirtschaft wechselte er 2019 in die Unternehmensentwicklung / Strategie der EnBW AG. Im Rahmen der Strategieentwicklung Energiedienst 2030 leitete er die Projektgruppe Klimaneutralität.

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24. März 2020

Seit 1953 fasst die Shell Jugendstudie Aussagen von Jugendlichen in Deutschland zu ihren Einstellungen, Werten und Gewohnheiten zusammen. Für die Shell Jugendstudie 2019 wurden 2.572 Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren zwischen Januar und März 2019 befragt, deren Antworten analysiert und im Oktober 2019 veröffentlicht.

Die Antworten der Jugendlichen korrelieren mit den Bildern der Fridays-for-future-Demonstrationen: 77% der weiblichen und 66% der männlichen Jugendlichen halten es für wichtig, sich unter allen Umständen umweltbewusst zu verhalten – ein Wert, der seit 2002 deutlich angestiegen ist. Sorgen machen sich die Jugendlichen vor allem wegen Umweltverschmutzung (71%) und Klimawandel (65%), andere Themen wirken deutlich weniger beunruhigend.

Während solche Haltungen nur bedingt deckungsgleich zu momentanen gesellschaftlichen Anstrengungen sind, adressieren einzelne Unternehmen diese Herausforderung – ein Beispiel ist Energiedienst, die seit 2020 als einer der ersten vollintegrierten Energieversorger klimaneutral ist. Die Energiedienst-Gruppe produziert seit 120 Jahren am Hochrhein, im Schwarzwald und im Wallis in Summe jährlich etwa 3 TWh Strom aus Wasserkraft und betreibt Stromnetze. Darüber hinaus ist die Energiedienst-Gruppe mit ca. 1.000 Mitarbeitern einer der größten Solarteure der Schweiz und Anbieter eines eCar-Sharing-Dienstes.

Was bedeutet Klimaneutralität für Energiedienst?

In Reinform ist die Klimaneutralität Scope 3 allerdings schwer zu erreichen – u.a. müsste hierfür die Produktion von PV-Modulen in China klimaneutral erfolgen.

Dr. Pascal Kuhn

Handlungen und Prozesse, durch die Treibhausgase freigesetzt werden, haben eine klimaschädliche Wirkung. Im Gegensatz dazu beeinflussen Handlungen/Prozesse, die keine Treibhausgasemissionen verursachen oder deren Emissionen vollständig kompensiert werden, das Klima nicht – sie werden als klimaneutral bezeichnet.

Dokumente mit offiziellem Charakter (Lt. ISO Norm 14064 bzw. Greenhouse Gas Protokoll) unterscheiden drei Emissionskategorien – Scope 1, Scope 2, Scope 3. Klimaneutralität Scope 1 bedeutet die Klimaneutralität aller eigenen stationären und mobilen Anlagen. Hierunter fallen z.B. von Energiedienst betriebene schwere (Diesel-)Nutzfahrzeuge. Klimaneutralität Scope 2 wird erreicht, wenn netto keine energiebezogenen, indirekten Emissionen des eigenen Verbrauchs auftreten. Für Energiedienst ist für Scope 2 das einzige relevante Handlungsfeld ist der Ausgleich der Stromnetzverluste durch grünen Strom – werden die unvermeidlichen Übertragungsverluste durch Ökostrom ersetzt, wird das Klima nicht belastet. Klimaneutralität Scope 3 bedeutet die Klimaneutralität aller vor- und nachgelagerter Prozesse, u.a. bei der Entsorgung von Betriebsmitteln sowie bei der Herstellung sämtlicher gekaufter Waren und Dienstleistungen.

Zum Januar 2020 hat die Energiedienst-Gruppe inkl. aller Mehrheitsbeteiligungen Klimaneutralität Scope 1 und Scope 2 erreicht. Darüber hinaus werden Maßnahmen ergriffen, um vor- und nachgelagerte Prozesse in Kooperation mit Kunden und Zulieferern umweltschonender zu gestalten. In Reinform ist die Klimaneutralität Scope 3 allerdings schwer zu erreichen – u.a. müsste hierfür die Produktion von PV-Modulen in China klimaneutral erfolgen.

Das Fundament für ihre Klimaneutralität hat die Energiedienst-Gruppe in den vergangenen Jahrzehnten gelegt: Neubauten und energetische Sanierungen der Bestandsgebäude reduzierten die Treibhausgasemissionen. Elektrofahrzeuge ersetzten konventionelle Verbrenner. Unvermeidliche Emissionen werden, mit dem Grundsatz „vermeiden vor kompensieren“, über internationale Projekte kompensiert. Treibhausgasemissionen werden durch ein umfangreiches Maßnahmenpaket – z.B. ökologische Reiserichtlinien oder die Einstellung des Weiterkaufs von Graustrom an Geschäftskunden – weiter reduziert.

Wege entstehen dadurch, dass man sie geht

Zugegeben – durch den Wesenskern der Energiedienst und ihr langjähriges Engagement für den Umweltschutz war ihr letzter Schritt zur Klimaneutralität verhältnismäßig klein und logisch. Dennoch erforderte er Mut – Mut, den jeder von uns aufbringen sollte:

Nicht nur die Jugend, sondern auch die überwältigende Mehrheit der Klimaforscher verstehen den Klimawandel als zentrale Herausforderung unserer Zeit. Zielsetzungen für Klimaschutz und Klimaneutralität erst in vielen Jahrzehnten bieten keine adäquate Antwort auf dieses Problem. Glücklicherweise sind durch den technologischen Fortschritt der moderne Wohlstand und der Schutz unserer natürlichen Ressourcen keine konträren Ziele mehr, sondern können Hand in Hand gehen – Schritt für Schritt nach vorne. Wie Energiedienst.

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