Grüner Wasserstoff – Schlüsselfaktor und Säule der Energiewende

Gastautor Portrait

Dr. Andre Baumann

Staatsekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

Dr. Andre Baumann MdL hat an der Universität Marburg Biologie mit den Schwerpunkten Naturschutz und Ökologie studiert. Parallel hat Dr. Baumann MdL ein zweites Hauptstudium der Rechtswissenschaften absolviert, aber nicht abgeschlossen. An der Universität Regensburg wurde der Diplom-Biologe promoviert.  Von 2005 bis 2007 war Dr. Baumann MdL stellvertretender Leiter des Instituts für Agrarökologie und Biodiversität (IFAB) in Mannheim. In dieser Zeit und den Jahren darauf arbeitete er zudem als Lehrbeauftragter für Naturschutz an verschiedenen Hochschulen.  Von 2007 bis 2016 führte er als hauptamtlicher Landesvorsitzender des NABU Baden-Württemberg den mitgliederstärksten Umweltverband Baden-Württembergs.  Von Mai 2016 bis Januar 2020 war er Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg, danach von Februar 2020 bis Mai 2021 Staatssekretär im Staatsministerium und Bevollmächtigter des Landes Baden-Württemberg beim Bund. Bei der Landtagswahl 2021 wurde er für den Wahlkreis Schwetzingen als direkt gewählter Landtagsabgeordneter in den Landtag von Baden-Württemberg gewählt.  Seit Mai 2021 ist Dr. Baumann MdL wieder Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg.  Foto:Umweltministerium Baden-Württemberg/Regenscheit

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29. November 2021

Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselfaktor zur Einhaltung der Klimaschutzziele und wird in den kommenden Jahren nach Energieeffizienz, erneuerbaren Energien und Elektrifizierung zur vierten Säule der Energiewende. Das Ziel der baden-württembergischen Landesregierung ist es, den Markthochlauf der Wassersoff- und Brennstoffzellentechnologie zu ermöglichen und das Land zu einem führenden Standort zu entwickeln.

Wasserstoff-Roadmap Baden-Württemberg

Um die Potenziale einer Wasserstoffwirtschaft zu erschließen, hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg mit der Wasserstoff-Roadmap Baden-Württemberg einen Fahrplan für die kommenden Jahre erarbeitet. Die Roadmap berücksichtigt alle relevanten Dimensionen einer Wasserstoffwirtschaft von der Erzeugung über die Technologieentwicklung und den Aufbau einer Infrastruktur bis zu den verschiedenen Anwendungsfeldern. Um die Ziele der Wasserstoff-Roadmap zu erreichen und die Entwicklung einer klimafreundlichen, zukunftsfähigen Wasserstoffwirtschaft in Baden-Württemberg voranzutreiben, hat das Land die Plattform H2BW ins Leben gerufen. Die Plattform soll den Wasserstoff- und Brennstoffzellenaktivitäten im Land ein Dach geben und alle Stakeholder einbinden. In den vergangenen Jahren hat das Land Baden-Württemberg im Bereich Forschung, Entwicklung und Markteinführung schon mehr als 100 Millionen Euro an Fördermitteln für die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien ausgegeben bzw. zugesagt. Diese werden für das „Zukunftsprogramm Wasserstoff BW“ bereitgestellt und mit weiteren mehreren Hundertmillionen Euro werden europäische Kooperationsprojekteunterstützt. Diese Zahlen zeigen: Wir meinen es ernst.

Wasserstoff-Infrastrukturaufbau

Eines muss klar sein: Wir wollen «grünen Wasserstoff».

Dr. Andre Baumann

Beim Wasserstoff-Infrastrukturaufbau verfolgt das Land einen strategischen Cluster-Ansatz. In allen Regionen Deutschlands sollen Wasserstoff-Cluster entstehen können, die mittelfristig über ein nationales und internationales Wasserstofftransportnetz verknüpft werden. In diesen Clustern können dann regionale Wasserstoffwirtschafts- und -wertschöpfungsketten aufgebaut werden, von der Erzeugung über die Logistik bis zum Verbrauch. So stärken wir den Wirtschaftsstandort und machen ihn fit für die Zukunft. Denn die Potenziale für die Wirtschaft und insbesondere der Export sind enorm. Dazu ist es wichtig, dass das geplante nationale H2-Startnetz und das europäische H2-Backbonenetz zügig umgesetzt werden und Baden-Württemberg frühestmöglich daran angeschlossen wird. Darüber hinaus ist aber auch der zügige und bedarfsgerechte Ausbau der Stromnetze, vor allem der großen Stromautobahnen durch Deutschland, eine wichtige Komponente, um unsere Ziele zu erreichen.

Denn was wir zum Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft vor allem brauchen, ist erneuerbarer Strom. Eines muss klar sein: Wir wollen „grünen Wasserstoff“. Das bedeutet, dass wir die Erneuerbaren und hier vor allem Windenergie und Photovoltaik noch ambitionierter ausbauen müssen – in Baden-Württemberg, Deutschland, Europa und dem Rest der Welt.

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  1. Hildegard Jäger

    vor 4 Monaten

    Was bedeutet "erneuerbarer Strom"? Was bedeutet grüner Wasserstoff? Wie wird das hergestellt? Kann man denn Strom "erneuern?

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Grüner Wasserstoff – Schlüsselfaktor und Säule der Energiewende
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