Speicher? Wenn ja – welche und wie viele?

Gastautor Portrait

Redaktion

Stiftung Energie & Klimaschutz
25. Juni 2018
Visuelles Recording zum Debatten-Abend Speichertechnologien
Zeichnung: Marie Jacobi, visualrecording.de

Über die Notwendigkeit des Ausbaus der Erneuerbaren in der heutigen Energielandschaft herrscht weitgehend Konsens. Anders beim Thema Speicher: Dort scheiden sich häufig die Geister. Dies war ein Grund, weshalb sich das Podium unseres Debatten-Abends am 19. Juni mit dem Thema befasste.

Dipl.-Ing. Thomas Speidel

Geschäftsführer der ADS-TEC GmbH und Präsident des BVES

Person

 

Daniel Schwarz

Referent Energieregulierung, Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen

 

Dr. habil. Jörg Jasper

Konzernexperte Energiewirtschaft und Energiepolitik, EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Person

 

Ein Orchester aus Erzeugung und Flexibilität

Für den Unternehmer Thomas Speidel stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit von Speichern nicht. Seiner Meinung nach ist die zentrale Aufgabe der Energiewende die Synchronisierung von zeitlicher und örtlicher Verfügbarkeit von Energie und Verbrauch. Genau hier sind Speicher der entscheidende Faktor. Es bedarf unterschiedlicher Speicher wie auch unterschiedlicher Erzeugungsarten für eine erfolgreiche Orchestrierung von Erzeugung und Flexibilität.

Dieses Bild zeigte auch Dr. Jörg Jasper auf, besonders in der Welt des Klimaziel-Szenarios mit 80 Prozent bzw. 95 Prozent weniger CO2-Ausstoß. Speicher werden in beiden Szenarien gebraucht. Dabei soll die notwendige Flexibilität durch Außenhandel, Kraftwerke und Speicher erreicht werden. Allerdings werden bei längeren Dunkelflauten definitiv Gaskraftwerke benötigt.

Der Energiespeicher als Lifestyle-Produkt

Die Produktion von Speichern in Deutschland wäre allerdings eine industriepolitische Entscheidung, die dann entsprechender Impulse bedürfte.

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Der Ausbau der Elektromobilität sowie Haushaltsspeicher in Privathaushalten sorgen automatisch für einen Speicher-Zubau. Denn Speicher werden zu einem Lifestyle-Produkt. Die Motivation ist dabei unterschiedlich. Sie reicht von der rein physikalischen Notwendigkeit bis hin zum Wunsch nach Steigerung der persönlichen Energieautarkie.

Daniel Schwarz hob dabei hervor, dass gerade bei der Elektromobilität für jeden Einzelnen eine Lademöglichkeit vorhanden sein müsse. Eine uneingeschränkte Verfügbarkeit gebe es allerdings nicht kostenfrei. So müsse z.B. der Netzbetreiber gewährleisten und dafür die nötigen Investitionen tätigen, dass kein Netzstrang überlastet wird.

Der Markt sorgt für ausreichend Anreize

Einig waren sich die Referenten darin, dass für den Aufbau von Speichern kein gesondertes Speicherfördergesetz geschaffen werden muss. Der Energy-Only-Markt wird die entsprechenden Anreize setzen, wobei Speicher nicht als Letztverbraucher eingestuft werden dürfen.

Die Produktion von Speichern in ihrer gesamten Wertschöpfungskette in Deutschland wäre allerdings eine industriepolitische Entscheidung. Nur mit entsprechenden Impulsen sei eine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem starken asiatischen Markt zu erreichen.

Die Statements der Podiumsgäste im Video

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