Grüne Innovationen aus aller Welt in Stuttgart

Gastautor Portrait

Anna Waldmüller

EnBW Energie Baden-Württemberg AG
02. März 2018
Innovation zum Anfassen: Rolf Luchsinger von TwingTec erklärt die Funktionsweise seiner Windkraftanlage
Innovation zum Anfassen: Rolf Luchsinger von TwingTec erklärt die Funktionsweise seiner Windkraftanlage

Am 21.02.2018 waren sie alle in Stuttgart. Auf dem Green Innovation and Investment Forum (GIIF) stellten 20 Start-Ups aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Ghana, Großbritannien, Israel, Österreich, Serbien, Spanien und der Schweiz ihre grünen Ideen und Innovationen vor. Der Gründerwettbewerb wird von der Wirtschaftsinitiative zur Förderung des Innovations- und Hightech-Standortes Baden-Württemberg bwcon und der Landesagentur Umwelttechnik BW organisiert. Gefördert wird die Veranstaltung von der internationalen Wissens- und Innovationsgemeinschaft InnoEnergy und der Stiftung Energie & Klimaschutz. Letztgenannte sponserte für die beste Idee aus den Kategorien Early Stage und Advanced Stage jeweils ein Preisgeld in Höhe von 3000 €.

Die Inspirational Speech hielt Benjamin Adrion, ehemaliger Spitzenfußballer bei Sankt Pauli und Gründer von Viva con Agua. Dieses Netzwerk setzt sich für den weltweiten menschenwürdigen Zugang zu sauberem Trinkwasser ein. Energiegeladen und anschaulich erzählte der Gründer von „positiver Entwicklungsarbeit“, die auf positive statt negative Emotionen setzt.

Innovationen für Bereiche Energie, Baustoffe, Landwirtschaft

Ein Großteil der Start-Ups im Wettbewerb ließ sich den Themenfeldern Energie, Baustoffe oder Landwirtschaft zuordnen. Darüber hinaus gab es aber beispielsweise auch Innovationen zur Verpackung sensibler Waren, Luftqualitätsüberwachung in Städten sowie Fahrradanhänger für große Lasten und biologisch abbaubares feuchtes Toilettenpapier.

Sowohl Poduhvat DOO als auch TwingTec wollen die Stromerzeugung aus Windkraft revolutionieren. Erstere setzen dabei auf eine neue Generation von kleinen Windturbinen, die auch im urbanen Raum eingesetzt werden können und besonders vogelfreundlich sind. TwingTec hingegen wollen mit an Segelflugzeuge erinnernden Drohnen in besonders abgelegenen Regionen erneuerbaren Strom erzeugen.

Innovationen zum Anfassen: Rolf Luchsinger von TwingTec erklärt die Funktionsweise seiner Windkraftanlage
Innovation zum Anfassen: Rolf Luchsinger von TwingTec erklärt die Funktionsweise seiner Windkraftanlage

Die Gründer des Start-Ups Bioo haben unter dem Motto „Strom aus dem Blumentopf“ eine ganz neue Art der erneuerbaren Stromerzeugung im Programm. Dabei werden organische Abfallprodukte der Photosynthese im Wurzelwerk von Pflanzen mikrobakteriell abgebaut und die dabei entstehenden freien Elektronen abgegriffen – so sollen perspektivisch unterirdisch 3 W/m2 erzeugt werden!

Base energy nutzt bestehende Technologien in Form eines perfekt abgestimmten mobilen Photovoltaik-Moduls mit Batterie zur Stromversorgung. Dieser sogenannte SolCube kann sowohl gekauft als auch gemietet werden und liefert Strom beispielsweise im Schrebergarten oder auf Festivals, wo keine elektrischen Anschlüsse vorhanden sind.

Innovationen: Simon Niederkirchner und Ferdinand Mayr demonstrieren ihren SolCube.
Simon Niederkirchner und Ferdinand Mayr demonstrieren ihren SolCube.

Verzicht auf Chemie und Schutz vor zu viel Wärme

Die Lösungen im Bereich Landwirtschaft reichen von aus Insekten hergestelltem proteinreichem Fischfutter (Cycle Farms) über Software für hochtechnologisierten urbanen Gemüseanbau (farmee.OS) bis zu ökologischer Saatgutbeschichtung (SeedForward). Die von SeedForward entwickelte Beschichtung schützt die wachsende Pflanze vor Krankheiten, erhöht die Keimrate, versorgt die anwachsende Pflanze effektiv mit den richtigen Nährstoffen und verringert den Wasserbedarf – das alles ganz ohne Chemie.

 

Innovationen: Die glücklichen Gewinner der Kategorie Early Stage heißen SeedForward und in Advanced Stage Twipes. Bild: Frank Eppler
Die glücklichen Gewinner der Kategorie Early Stage heißen SeedForward und in Advanced Stage Twipes. Bild: Frank Eppler

Dem Ziel „mit erfolgreichen grünen Geschäftsmodellen die Welt zu retten“ kamen laut Jury die Start-Ups SeedForward und Twipes am nächsten, sodass diese sich über die Geldpreise freuen durften. Den Spezialpreis in Form von Unterstützung durch Masteranden der Hochschule Pforzheim erhielt NanoScreen. Die Jungunternehmer haben eine Klebefolie für Fensterscheiben entwickelt, die wetterbeständig und lichtdurchlässig ist und dabei gleichzeitig Hitzestrahlung abschirmt und so den Bedarf an Kühlung mit Klimaanlagen verringert.

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