Energie-Reporterin Nadine Deutschenbaur in Thailand

Nadine Deutschenbaur

Energie-Reporterin

Energie-Reporterin Nadine Deutschenbaur berichtet für uns aus Thailand zu den Themen Müllentsorgung, Mobilität und Energieversorgung.

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04. März 2020

Verkehr und ÖPNV in Bangkok

Nach einer Statistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommen in Thailand jeden Tag im Schnitt 60 Menschen im Straßenverkehr ums Leben.

Beitrag vom 28. Januar 2020

In den letzten Wochen konnte ich viele verschiedene Ecken Thailands bereisen und konnte mir somit einen Überblick über den meist chaotischen Verkehr vor allem in der Hauptstadt machen. Thailand kämpft mit mehreren Problemen vor allem im Straßenverkehr. Das thailändische Straßennetz ist im Vergleich zu vielen anderen asiatischen Ländern recht gut ausgebaut. Leider ist es so konzipiert, dass man meist durch die Hauptstadt fahren muss, um in jede Himmelsrichtung zu kommen. So zu sagen führen alle Wege nach Bangkok. Da die meisten Produktionsstätten außerhalb Zentralbangkok liegen, kommt es immer häufiger zu Staus besonders während den Rush-Hour-Zeiten.

Der damalige Generaldirektor der Abteilung für Land und Transport Sanit Promwong gab 2016 bekannt, dass ca. 37 Mio. Fahrzeuge insgesamt in Thailand registriert sind. Dazu zählen Motorräder, PKWs, Pickup Trucks, LKWs und öffentliche Verkehrsmittel. Zudem werden ca. 1000 neue Fahrzeuge pro Tag registriert werden.

Die dadurch immer stärker verursachte Luftverschmutzung ist für viele Thailänder jetzt schon spürbar. Vor allem an heißen Tagen ist die Luft sehr drückend und es fällt einem das Atmen schwer. Es ist nicht verwunderlich, wenn man den ein oder anderen Thailänder unterwegs mit einem Mundschutz antrifft.

Zudem gehören die Straßen Thailands zu den tödlichsten der Welt. Kurzfristiges Ausscheren, überflüssiger Sicherheitsabstand, enge Überholmanöver und absichtliche Geisterfahrer gehören zur Tagesordnung. Nach einer Statistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommen in Thailand jeden Tag im Schnitt 60 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Damit gehört das Land zu den Top 10 von 175 Ländern mit dem gefährlichsten Straßenverkehr (Stand 2018).

In Thailand gibt es jede Menge Möglichkeiten mit einem öffentlichen Verkehrsmittel von A nach B zu kommen: Tuk Tuks (Dreiradtaxis), Sammeltaxis (Umgebaute Pick-Ups mit Sitzgelegenheit auf der Ladefläche), Boottaxis, Minivans, Motorradtaxis, Taxis, Bus, Zug sowie U-Bahn und S-Bahn.

Durch immer mehr Neuregistrierungen von Fahrzeugen wird der Straßenverkehr in den nächsten Jahren überstrapaziert sein. Um eine Überlastung der Straßen und der extremen Luftverschmutzung vorzubeugen, ist die thailändische Regierung definitiv gezwungen das schnelle U- und S-Bahnstreckennetz in Bangkok und am äußeren Rand Zentralbangkoks weiter auszubauen. Mit einer direkten und schnellen Anbindung zu den verschiedenen Arbeitsstätten außerhalb Bangkoks, kann die Nutzung des ÖPNV attraktiver gestaltet werden und die Bevölkerung zum Umdenken bewegt werden.

Schon im Jahr 1994 wurde der „Mass Transit Developement Plan“ von Stadt- und Verkehrsplaner entwickelt, denn 1990er Jahren wurden zu 80 % aller Strecken mit dem Bus, Auto, Taxi oder Moped zurückgelegt. Dadurch waren die Straßen schon in den 90er Jahren stark ausgelastet. Die damalige Durchschnittsgeschwindigkeit in der Innenstadt lag bei 10 km/h. Durch den „Mass Transit Development Plan“ konnte sie auf 18 km/h gesteigert werden.

Dank des ambitionierten Plans werden durchschnittlich heute ca. 930.000 Fahrgäste täglich befördert. Die Weltbank geht davon aus, dass sich die Einwohnerzahl nahe der Hauptstadt, bis 2050 um 60 % steigern wird. Das entspricht 10 Mio. Menschen mehr als jetzt. Deshalb ist der Ausbau des Schienennetzes von S- und U-Bahnen dringend notwendig. Heutzutage besteht das Streckennetz ausfolgenden Linien, mit denen ca. 930.000 Fahrgäste täglich im Durchschnitt befördert werden:

  • Purple Line
  • Blue Line
  • Airport Rail Link
  • Sathorn-Ratchphruek
  • Sukhumvit Line
  • Silom Line

Generell soll durch den Plan, die Nutzung vom ÖPNV in Bangkok und um Bangkok herum von 40 % auf 60 % gesteigert werden. Dazu sollen die Linien Blue, Green, Pink, Yellow und Orange in den nächsten Jahren gebaut oder erweitert werden. Der Plan sieht vor, dass bis 2029 das Streckennetz von aktuell 100 km auf ca. 500 km erweitert werden (Stand 2017). Sollte dieser Plan bis 2029 aufgehen, gehört Bangkok zu den Städten, mit den besten ÖPNV-Schienenanbindungen weltweit und wird in Zukunft für viele asiatische Staaten als Vorzeigebeispiel bei der Umstrukturierung des öffentlichen Nahverkehr im eigenen Land dienen.

Energiemix in Thailand und Flanieren in den Ayutthaya Ruinen

Beitrag vom 24. Januar 2020

Energie-Reporterin Nadine Deutschenbaur besichtigt die Ayutthaya Ruinen, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. Ihr Thema, das sie dort im Gepäck hat, ist der Energiemarkt in Thailand. Ein Großteil der Energieversorgung erfolgt mit Erdgas und Kohle – beides in großem Maße importiert. Nur ein kleiner Anteil der eigenen Energienutzung wird in Thailand mit Erneuerbaren Energien erzeugt. Der größte Anteil des Stroms wird in Bangkok und Umgebung benötigt. 73 Prozent des gesamten Stromverbrauchs erfolgen in der Megacity – dabei liegt der Verbrauch in Haushalten bei lediglich 14 Prozent Anteil am Gesamtvolumen – allerdings Tendenz steigend, v.a. verursacht durch eine immer größere Anzahl Klimaanlagen, die sich immer mehr Privatpersonen leisten können. Perspektivisch sind zwei neue Kohlekraftwerke im Süden des Landes geplant, dennoch sollen die Erneuerbaren bis 2036 in Thailand verdoppelt werden auf 30% Anteil im Energiemix, allen voran die Solarenergie.

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Energie-Reporterin Nadine Deutschenbaur berichtet aus Thailand

Beitrag vom 21. Dezember 2019

Nadine studiert Internationale Energiewirtschaft an der Technischen Hochschule Ulm und absolviert im Wintersemester 2019/20 in Thailand ihr Praxissemester. Thema ihres ersten Videos ist die Müllproblematik vor Ort. Jeder Bürger in Thailand produziert täglich durchschnittlich über ein Kilogramm Müll, dabei ist insbesondere der Plastikmüll eines der großen Probleme: statistisch gesehen braucht jeder Thailänder rund acht Plastiktüten pro Tag. Thailand ist somit auch einer der Top-5-Hauptverursacher der Plastikmüll-Verschmutzung der Weltmeere. Außerhalb von Bangkok findet so gut wie keine Mülltrennung statt – in Bangkok gibt es – wie Nadine berichtet – erste Ansätze bei der Mülltrennung im öffentlichen Raum und in den privaten Haushalten.

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