Müll und Recycling, Fortbewegung und Sonne satt: Eindrücke von Energie-Reporter Fabian Haltmeyer aus Durban, Südafrika

Energie-Reporter Fabian Haltmeyer

Fabian Haltmeyer

Energie-Reporter

Fabian Haltmeyer studiert im Auslandssemester an der Durban University of Technologies in Südafrika und berichtet u.a. über "Load Shedding" für uns.

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17. April 2019

Öffentliche Verkehrsmittel in Durban

Beitrag vom 18. Juni 2019

In seinem letzten Video als Energie-Reporter berichtet Fabian Haltmeyer über den öffentlichen Verkehr in Durban in Südafrika. Das häufigste öffentliche Verkehrsmittel: Die privaten Mini-Bus Taxis.

Müll und Recycling in Südafrika

Beitrag vom 14. Mai 2019

In der EU soll ab 2021 Einweggeschirr aus Plastik komplett verboten werden, um Müll zu reduzieren und um die Weltmeere vor weiterer Verschmutzung zu schützen. Ein absolut richtiger und wichtiger Schritt. Durch meine Erfahrungen hier in Südafrika kommt mir das aber eher wie ein Tropfen auf den heißen Stein vor:

Geht man im Supermarkt einkaufen und hat seinen eigenen Rucksack dabei, sagt man lieber gleich Bescheid, dass keine Plastiktüte gebraucht wird, denn diese wird meist obligatorisch über das Band gezogen. Bei größeren Einkäufen können es dann auch mal fünf oder sechs Plastiktüten sein; viele Produkte wie z. B. vakuumiertes Fleisch werden oft doppelt und dreifach mit Plastik verpackt.

Das Thema Recycling hat zwar in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, im alltäglichen Leben ist davon zumindest in Durban aber noch nicht viel zu sehen: Egal ob Plastik, Papier oder Glas – im Großteil der Haushalte kommt alles in einen Müllsack. Auch die Müllentsorgung ist ein Problem: Oft liegen die Müllsäcke tagelang auf der Straße bis sie abtransportiert werden. So kommt es vor, dass die Säcke durchwühlt und zerstört werden, wodurch Straßen, Gehwege und andere öffentliche Plätze oft mit Müll übersät sind.

Eine negative Auswirkung dieser Umweltverschmutzung wurde Ende April in Durban sichtbar: Ein mehrere Tage anhaltender Starkregen führte zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Nach dem Rückgang der Überschwemmungen waren Strand und Hafen mit Müll übersät. Neben Treibholz wurde vor allem Plastikmüll angespült. Viele Freiwillige halfen dabei, Hafen und Strand wieder vom Müll zu befreien.

Ich weiß dass viele Leute hier in Südafrika  andere Sorgen und Probleme als Mülltrennung und Recycling haben, aber dennoch hoffe ich, dass in Zukunft ein größeres Bewusstsein dafür geschaffen wird. Hier stehen vor allem die Kommunen in der Pflicht, denn diese sind für den Müllabtransport verantwortlich.

Quellen

http://www.statssa.gov.za/?p=11527
https://www.environment.gov.za/documents/strategicdocuments/wastemanagement
https://www.csir.co.za/getting-south-africans-separate-waste-source
http://www.pikitup.co.za/seperationsource/
https://www.zeit.de/politik/2019-03/einweg-verbot-plastikmuell-meere-eu-parlament

Solarenergie in Durban

Beitrag vom 7. Mai 2019

Für seine neueste Reportage ist Fabian Haltmeyer durch Durban gelaufen auf der Suche nach Solarmodulen: dabei findet er das ein oder andere durchdachte und funktionierende PV-Konzept, aber sieht noch eine Menge Ausbau-Potenzial.

Load Shedding – Wie kann es dazu kommen?

Beitrag vom 17. April 2019

In meinem letzten Beitrag habe ich bereits erläutert, was Load Shedding ist und welche Folgen es mit sich bringt. Jetzt stellt sich die Frage, wie es überhaupt dazu kommen kann?

Es gibt nicht die eine Antwort auf diese Frage, denn das Problem ist vielschichtig: Der staatliche Energieversorger Eskom versorgt rund 95% des Landes mit Strom und hat somit eine Monopolstellung inne. Bis zum Ende der Apartheid im Jahr 1994 funktionierte die Energieversorgung ohne größere Schwierigkeiten. Doch mit dem Ende der Apartheid kam ein schnelles Wirtschaftswachstum, mit dem Eskom nicht Schritt halten konnte. Zudem wurden die Townships der schwarzen Bevölkerung jetzt auch an das Stromnetz angeschlossen, sodass die Zahl der Verbraucher rasch anstieg. Über die Jahre hat sich Eskom enorm verschuldet; diese Schulden machen 15% der kompletten Staatsverschuldung von Südafrika aus.

Südafrika sollte sein Glück in der Photovoltaik suchen

Fabian Haltmeyer, Energie-Reporter

Südafrika erzeugt 90% seines Stroms mit Kohle; eine Diversität in der Erzeugung ist also so gut wie nicht vorhanden. So ist Kohleknappheit einer der Gründe, der zu Load Shedding führen kann.
Ein viel größeres Problem stellen aber die Kohlekraftwerke dar: Die meisten der älteren Kraftwerke wurden bei der Wartung massiv vernachlässigt, um Kosten einzusparen. Ein fataler Fehler, der zu Kraftwerksausfällen führt. Mit dem Bau der beiden Kraftwerke Medupi und Kusile nahe
Johannesburg, den ersten größeren Bauprojekten seit Jahrzehnten, sollte im Jahr 2007 Entlastung für
die anderen Kraftwerke geschaffen werden; aber durch Korruption, Misswirtschaft und Fehlplanung
ging dieses Vorhaben nicht auf. Die Kosten explodierten, der Bau verzögerte sich und die Kraftwerke bringen nur 40% der geplanten Leistung.

Da Load Shedding nicht nur einen negativen Einfluss auf den normalen Alltag hat (siehe Videobeitrag unten), sondern auch der Wirtschaft sowie dem Tourismus massiv schadet, wird in der Politik händeringend nach einer Lösung gesucht: So wird derzeit über Unbundling diskutiert, da Eskom nicht nur als Energieversorger, sondern auch als Verteilnetzbetreiber fungiert. Durch größeren Wettbewerb erhofft man sich eine effizientere und vor allem zuverlässigere Versorgung. Dies wurde im Februar 2019 im Parlament diskutiert (ohne dass es zu einer Lösung kam). Dass nur einige Tage später Load Shedding mit Stufe vier ausgerufen wurde, halten einige Experten nicht für einen Zufall: Es wird vermutet, dass Eskom seine Macht gegenüber der Politik demonstrieren wollte. All diese genannten Faktoren führen dazu, dass es auch in der näheren Zukunft wieder zu Load Shedding kommen kann.

Meiner Meinung nach sollte Südafrika sein Glück in der Photovoltaik suchen: In einem Land, in welchem fast das ganze Jahr über die Sonne scheint, könnten Solarzellen sehr effizient eingesetzt werden. Somit könnte auch das Problem Load Shedding zumindest eingedämmt werden. In meinem nächsten Beitrag werde ich genauer auf das Thema Photovoltaik und Erneuerbare Energien in Südafrika eingehen.

Energie-Reporter Fabian Haltmeyer in Südafrika

Weitere Beiträge vom April 2019

Energie-Reporter Fabian stellt seine Reportageserie aus Durban, Südafrika vor.

 

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