Debatten-Abend: Welche energiepolitischen Weichenstellungen erwarten uns 2018?

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Redaktion

Stiftung Energie & Klimaschutz
14. Februar 2018

Wie die vergangenen Jahre beginnt auch 2018 das Veranstaltungsjahr der Stiftung Energie & Klimaschutz mit einem energiepolitischen Ausblick als Debattenabend. Wurde vor einem Jahr noch besorgt gefragt, ob die bevorstehende Bundestagswahl energiepolitischen Stillstand bring, so wird nun gespannt erwartet, wie die neue Bundesregierung die energiepolitischen Weichen stellt.

Die zukünftigen Entwicklungen wurden auf dem Podium von der FDP-Politikerin Judith Skudelny MdB, dem stellvertretenden Direktor der Agora Energiewende Frank Peter und EnBW-Technikvorstand Dr. Hans-Josef Zimmer äußerst lebhaft unter der Moderation des Wirtschaftsredakteurs (Welt) Daniel Wetzel diskutiert. Auch wenn der Themenschwerpunkt auf 2018 lag, wurden Entwicklungen bis 2050 diskutiert. 

Beim Debattenabend: Frank Peter, Stellvertretender Direktor und Leiter Team Deutschland Agora Energiewende
Frank Peter, Stellvertretender Direktor und Leiter Team Deutschland Agora Energiewende. Foto: W. List

Skudelny: Oberstes Ziel Bezahlbarkeit

Insbesondere beim Thema CO2-Mindestpreis trafen starke gegensätzliche Positionen auf einander. Frank Peter verglich als Mittel zum Kohleausstieg einen höheren CO2-Preis mit einem Kohle-Ausstiegsplan. Er befürchtet, dass höhere CO2-Preise aufgrund der geringen Grenzkosten von Braunkohlekraftwerken nicht dazu führen, dass zuerst diese klimaschädlichsten Kohlekraftwerke abgeschaltet werden und befürwortet deshalb einen konkreten Ausstiegsplan. Hans-Josef Zimmer sieht dagegen einen  CO2-Mindestpreis als bestes Mittel, um eine sektorübergreifende Treibhausgasreduktion zu erreichen. Judith Skudelny lehnt demgegenüber einen nationalen CO2-Mindestpreis kategorisch ab und betont das aus ihrer Sicht oberste Ziel – Bezahlbarkeit.

Beim Debattenabend: Judith Skudelny, MdB; Generalsekretärin FDP Baden-Württemberg. Foto: W. List
Judith Skudelny, MdB; Generalsekretärin FDP Baden-Württemberg. Foto: W. List

Alle Podiumsteilnehmer hoben die besondere Relevanz der Versorgungssicherheit hervor. Frank Peter: „Wenn einmal die Lichter wegen der Energiewende ausgehen, war es das mit der Energiewende. Deshalb sind die Befürworter der Energiewende am ehesten an ihrem Gelingen interessiert.“ Während Judith Skudelny zur Erreichung dieses Ziels auf die Zusammenarbeit mit unseren europäischen Nachbarn setzt, fordert Hans-Josef Zimmer, dass Deutschland sein Energiesystem so aufstellt, dass wir Systemsicherheit aus eigener Kraft gewährleisten können.

Beim Debattenabend: Dr. Hans-Josef Zimmer; Mitglied des Vorstands EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Foto: W. List
Dr. Hans-Josef Zimmer; Mitglied des Vorstands EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Foto: W. List

Peter und Zimmer: Deutscher Vorreiterrolle beim Klimaschutz gerecht werden

Die Themen Mobilität und Wärme wurden an verschiedenen Stellen angeschnitten und die aktuellen Defizite im Bereich Verkehrs- und Wärmewende betont. Darüber hinaus wurden der Einbezug des Verkehrssektors in den europäischen Emissionszertifikate-Handel und daraus resultierende höhere Preise für Zertifikate diskutiert.

Auch die wirtschaftliche Seite wurde betrachtet und gegenteilige Positionen zu Wettbewerb und Kosten ausgetauscht. Für Judith Skudelny sollten die Bezahlbarkeit der Energiewende und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie die obersten Ziele sein. Um keine unnötigen Investitionen zu tätigen, „soll [Deutschland] vor allem Lösungen erproben, die auf andere Länder übertragbar sind.“ Frank Peter und Hans-Josef Zimmer sind hingegen der Meinung, dass Deutschland nach wie vor bezüglich Klimaschutz eine Vorreiterrolle in der internationalen Wahrnehmung hat und dieser gerecht werden sollte.

Im Video: Eine Zusammenfassung des Debattenabends

Das waren einige Statements der Experten auf Politik, Forschung und Wirtschaft. Was erwarten Sie 2018 energiepolitisch? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

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