Energiewende aktuell: Energetische Sanierung steuerlich fördern?

Gastautor Portrait

Hubertus Grass

Kolumnist

Nach Studium, politischem Engagement und Berufseinstieg in Aachen zog es Hubertus Grass nach Sachsen. Beruflich war er tätig als Landesgeschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen, Prokurist der Unternehmensberatung Bridges und Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden. Seit 2011 ist er als Unternehmensberater freiberuflich tätig.

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02. März 2015
Offshore, Energiewende aktuell

Ein Gespenst geht um in Deutschland: Die Energiepolitik verliert noch weiter an Verlässlichkeit. Dabei gab es schon einen Beschluss. Im Dezember letzten Jahres hatte die Bundesregierung im Rahmen der Verhandlungen über den Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) beschlossen, die Energiewende im Gebäudesektor nun endlich voranzubringen und dabei die steuerliche Abzugsfähigkeit der energetischen Gebäudesanierung in das Programm aufgenommen. Einen Tag vor der damaligen Entscheidung hatte Friedrich Seefeldt von Prognos bei uns im Blog die Gründe erläutert, warum neue Wege zur Erschließung der Energieeffizienz nötig sind.

Eine Energiewende ohne Wärmewende ist weniger als eine halbe Sache. Das sah (vor drei Monaten) auch Vizekanzler und Bundeswirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel so und feierte enthusiastisch die politische Einigung: „Wir systematisieren die Energiewende und machen Energieeffizienz zur zweiten Säule.“  

Jetzt die Vollbremsung mit Kehrtwende um 180 Grad: Die Koalition wird die energetische Sanierung nun doch nicht steuerlich fördern. Und das, nachdem sich Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder bereits geeinigt hatten„Über eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung konnte im Koalitionsausschuss keine Einigung erzielt werden“, heißt es in einem Brief von der Zeit zitierten Brief des SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann an die Mitglieder seiner Fraktion. Gescheitert war das Vorhaben am bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, der nicht wollte, dass im Gegenzug der Handwerkerbonus abgeschmolzen werden sollte.

Dieser Streit gibt uns Anlass, hier im Blog über das Vorhaben abstimmen zu lassen.

Was meinen Sie:
Sollte die energetische Gebäudesanierung steuerlich gefördert werden?

Energiewende aktuell Ergebnis

Unsere Umfrage lief bis zum 08. März 2015.
So haben die Teilnehmer abgestimmt.

 

 

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  1. Windmüller

    vor 4 Jahren

    Es gibt in unserem Land Dinge, über die kann man nur noch weinen. Wenn Politiker Gesetze beschließen, und sich am Ende selber nicht dran halten wollen ( oder das Gegenteil von dem machen, was beschlossen wurde ), dann werden wir in 10 Jahren eine Wahlbeteiligung unter 50% haben.

  2. Dominik Pöschel

    vor 4 Jahren

    Planlosigkeit, Mangelnde Fachkompetenz und Größenwahn sind die Kennzeichen der Politik in Bezug auf die Energiewende!!!!

    Mehr muss man dazu nicht mehr sagen!!!!!

    Wie sich da beim Wähler vertrauen bilden soll ist fraglich!!!!

  3. Windmüller

    vor 4 Jahren

    Jetzt ist es schon so, dass selbst Mittelständlern der Huf hochgeht, bei dem , was die Bundesregierung liefert.
    http://www.stiebel-eltron.de/unternehmen/presse/pressemitteilungen/aktuelle-meldungen/28775/

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