Wie hoch ist der Anteil der Erneuerbaren Energien am Energieverbrauch?

Gastautor Portrait

Hubertus Grass

Kolumnist
18. November 2014
Hier kommt die Auswertung unserer letzten Umfrage zu aktuellen Energiepolitik, Umfrage, Energiewende aktuell
Wie hoch ist der Anteil der Erneuerbaren Energien am dt. Primärenergieverbrauch?

Das wollten wir bei unserer letzten Umfrage von Ihnen wissen. Erstmalig fragten wir im Blog nicht nach Einschätzungen oder Vorlieben, sondern nach Fakten. Das Ergebnis: Auf die richtige Antwort „Ca. 12 Prozent“ entfielen mit 43 Prozent die meisten Stimmen, „Ca. 28 Prozent“ kam auf 39, „Größer als 30 Prozent“ auf 13 und „Weiß ich nicht“ klickten 5 Prozent an.

Primärenergieverbrauch (kurz PEV) – worüber sprechen wir da genau? Die Naturwissenschaftler schüttelt es schon bei dem Wort. Energie wird, das haben wir in der Schule gelernt, in einem abgeschlossenen System nicht verbraucht, sondern nur umgewandelt. Was wir verbrauchen sind Energieträger wie Kohle, Öl und Erdgas. Unter anderem mit Hilfe von diesen Energieträgern werden Energiedienstleistungen wie Heizen, Kühlen, Mobilität, IT etc. bereitgestellt.

Für die volkswirtschaftliche Statistik wird die gesamte Primärenergie, die ein Land während eines Jahres benötigt, ermittelt. Die Berechnung des Primärenergieverbrauchs erfolgt über den Wirkungsgradansatz,  d. h., dass bei jeder Umwandlung ein spezieller, gemittelter Wirkungsgrad zu Grunde gelegt wird. Bei der Stromgewinnung aus Erneuerbaren liegt er immer bei 100%, bei der Geothermie beträgt er 10 % und bei der Kernenergie 33 %.

Schauen wir uns beim Umweltbundesamt in der Grafik 3 einmal an, welche Entwicklung der Primärenergieverbrauch nehmen soll, damit wir den Zielwert einer 80%igen CO2-Einsparung bis 2050 erreichen. Derzeit liegen die Erneuerbaren bei 1.436 Peta Joule, über 2.969 PJ (in 2030) müssen die EE dann bis 3.840 PJ (in 2050) zulegen, während gleichzeitig der gesamte PEV von heute 14.044 PJ auf dann 7.267 PJ zurück gehen soll. Oder anders ausgedrückt: Wir stehen bei der Energiewende erst ganz am Anfang. Die bisher vorgelegte Geschwindigkeit reicht keinesfalls aus, die Zielwerte zu erreichen. Die Pläne zur Reduktion der Treibhausgase in Deutschland und auch in der EU gehen davon aus, dass die Entwicklung einer Dekarbonisierung der Energiewirtschaft erst nach 2030 an Tempo gewinnt. Die Politik setzt gezielt auf den Faktor Hoffnung, dass es zukünftig schneller gehen möge mit dem Klimaschutz.

Weil der Primärenergieverbrauch über den Wirkungsgrad berechnet wird und die EE bei der Stromherstellung immer mit einem Wirkungsgrad von 100% eingehen, ist der statistische Anteil der Erneuerbaren eher gering. 1990 lag er gerade mal bei 1,3%, derzeit bei ca. 12%.Wer die Erfolge der Erneuerbaren feiern will, klickt lieber auf die Daten der Endenergiebereitstellung.

Die Umfrage lief vom 3. Bis zum 16. November; an ihr nahmen 101 Personen teil. Zur Umfrage Energiewende aktuell: „Wie lange werden wir in Deutschland noch Kohlekraftwerke benötigen?“ gelangen Sie hier.

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