Forsa-Studie belegt hohe Akzeptanz für Windkraft in Baden-Württemberg

Gastautor Portrait

Richard Schmidt

EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Richard Schmidt ist seit 2013 Konzernexperte für das Thema Marketing-Analytik bei der EnBW AG. Ab 2005 leitete er die zentrale Konzernmarktforschung im Bereich Konzern-Marketing der EnBW. Seine Laufbahn bei der EnBW startete er als Marktforschungs-Manager im Jahr 2000 bei der damals gerade neu entstandenen Yello Strom GmbH. Zuvor arbeitete Richard Schmidt in verschiedenen bekannten Markt- und Meinungsforschungsunternehmen (z.B. Basisresearch, Forschungsgruppe Wahlen).

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24. April 2017
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Von wegen massiver Widerstand: Viele Baden-Württemberger befürworten laut einer Studie den Onshore-Ausbau.

Eine repräsentative Studie des Meinungsforschungsinstituts forsa im Auftrag der EnBW zeigt eine hohe Zustimmung in der baden-württembergischen Bevölkerung für die Onshore-Windkraft. Rund vier Fünftel der Befragten befürworten Windenergie, sehen sie als wenig störend oder zwingend notwendig für einen erfolgreichen Atomausstieg.

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Von wegen massiver Widerstand: Viele Baden-Württemberger befürworten laut einer Studie den Onshore-Ausbau.

Hohe Zustimmung zu Windkraft

Für 79% der befragten Personen sind die Nutzung und der Ausbau der Windkraft im Binnenland ein wichtiges Thema. Besonders unter den 18- bis 29-Jährigen spielt Windkraft eine wichtige Rolle (88%). Jeder fünfte Befragte (22%) gab an, dass sich in seinem oder im benachbarten Postleitzahl-Gebiet bereits eine Windkraftanlage befinde.

Die Onshore-Studie zeigt eine große Zustimmung zur Windkraft
Mehr als drei Viertel der Befragten schätzen den Ausbau und die Nutzung von Windenergie als wichtig oder sehr wichtig ein.

Die Zustimmung zur Windenergie ist in Baden-Württemberg allgemein hoch. Eine deutliche Mehrheit (79%) der Befragten, die angeben, dass sich eine Windkraftanlage in der Nähe befindet oder im Bau ist, zeigt sich mit den Anlagen vor Ort „eher“ bzw. „voll und ganz“ einverstanden. Gründe der Befürworter, die in der Nähe von Windkraftanlagen wohnen, sind vor allem, dass „Windkraftanlagen nicht stören“, „umweltfreundliche Energieerzeugung“ und „Windkraft als zwingende Konsequenz für einen erfolgreichen Atomausstieg“. Diejenigen, die Windkraftanlagen kritisch bewerten und Windkraftanlagen in ihrem eigenen und benachbarten Postleitzahl-Gebiet haben (20%), bemängelten vor allem, dass das Landschaftsbild „verschandelt“ würde. Auch Bedenken hinsichtlich negativer Auswirkungen für Tier und Umwelt und die Lärmbelastung spielten eine Rolle.

Vorteile oder keine Auswirkungen für Menschen vor Ort

Für die Menschen in den betroffenen Regionen sehen rund die Hälfte aller Befragten Vorteile oder keine Auswirkungen. Vier von zehn Bürgern befürchten dagegen eher Nachteile. Allein in den Planungsphasen für Windkraftanlagen findet man in betroffenen Regionen ein höheres kritisches Potential. Hier haben rund 50% Bedenken. In der Betriebsphase der Anlagen sinkt dieses Potential jedoch wieder.

Die Akzeptanz von Windkraftanlagen in nicht betroffenen Regionen ist hoch (70%). Die Begründungen hierfür sind vor allem das positive Nutzen-Verhältnis (26%) und die Notwendigkeit von Windkraftanlagen aufgrund des Atomausstiegs (20%). Große und sehr große Bedenken ergeben sich insbesondere aufgrund einer potentiellen „Lärmbelastung“ (47%) und der „Verschandelung“ der Landschaft (46%).

Die Onshore-Studie fragt nach mögglichen Bedenken gegen die Windkraft.
Bedenken gegen die Windkraft haben nur rund ein Viertel der Befragten in Baden-Württemberg. Während der Projekt-Planungsphase steigt dieser Wert vorübergehend an.

Informationen zu und Akzeptanzsteigerung von Windkraftausbau

In der Informationspflicht zum Ausbau von Windkraftanlagen stehen aus Sicht der Befragten die Landesregierung (74%), die Kommunalpolitiker (72%) sowie die Energieversorger (65%). Um zukünftig eine größere Akzeptanz für den regionalen Windkraftausbau zu erreichen, werden eine „frühzeitige Beteiligung der Bürger bei Standortauswahl“ und „Bestimmung der Größe der Anlage“ genannt, aber auch „vergünstigte Strompreise für Anwohner“ und die „Möglichkeiten für betroffenen Bürger, in die Anlagen zu investieren“ und damit direkt vom finanziellen Gewinn zu profitieren.

Schlussfolgerungen

Die Akzeptanz in Baden-Württemberg für Windkraftanlagen ist sehr hoch. Rund vier Fünftel befürworten Windenergie, sehen sie als wenig störend oder zwingend notwendig für einen erfolgreichen Atomausstieg. Auffallend ist, dass es bei der Akzeptanz kaum Unterschiede zwischen den Befragten, die bereits von Windkraft in ihrer Nähe betroffen sind und denen, die keine Windkraftanlagen in unmittelbarer Umgebung haben, gibt. Ausschließlich in der Planungsphase der Anlagen gibt es vorübergehend einen signifikanten Teil in der Bevölkerung (50%), der Bedenken hinsichtlich des Windkraftausbaus hegt. Eine verantwortungsvolle Information der Bürger und eine entsprechende Beteiligung an den Windkraftprojekten sind sinnvoll, um die Akzeptanz von Windkraftanlagen weiter zu steigern.


Zur Studie

Im Auftrag der EnBW hat das Meinungsforschungsinstitut forsa eine repräsentative Befragung zum Thema „Stimmungsbild onshore-Windkraft in Baden-Württemberg“ durchgeführt. Im Rahmen der Untersuchung wurden insgesamt 500, nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Bürger ab 18 Jahren in Baden-Württemberg befragt. Die Erhebung wurde vom 5.-12. Oktober 2016 mithilfe computergestützter Telefoninterviews durchgeführt. Die Untersuchungsbefunde werden in einem detaillierten Ergebnisbericht vorgestellt, der unter www.enbw.com/onshore-befragung abrufbar ist. Die nächste Befragung zum „Stimmungsbild onshore“ soll im Herbst 2017 erfolgen.

Mehr Informationen zu den Onshore-Windkraftaktivitäten der EnBW: https://www.enbw.com/erneuerbare-energien/windenergie/unsere-windparks-an-land/index.html

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