Studie: Energieeffizienz als Geschäftsmodell

Gastautor Portrait

Christiane Schatzmann

EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Christiane Schatzmann-Felden studierte Politikwissenschaften in Bonn und absolvierte danach ein Zeitungsvolontariat. Anschließend arbeitete sie u.a. als Pressereferentin im Bundesministerium für Verkehr und als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bundestag. Seit 2001 kümmert sie sich in der Berliner Hauptstadtrepräsentanz der EnBW als Projektleiterin um Kommunikationsformen rund um die Energiepolitik.

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12. November 2014

Den „schlafenden Riesen“ Energieeffizienz zu wecken, hat sich die Initiative „Agora Energiewende“ zur Aufgabe gemacht und ein konkretes Umsetzungs- und Finanzierungskonzept für die EU-Energieeffizienzrichtlinie entwickeln lassen. Beauftragt wurden hierfür das ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH und die LBD-Beratungsgesellschaft mbH. Daraus entstanden ist die Studie „Energieeffizienz als Geschäftsmodell“.

Energieeffizienz leiste nämlich einen wesentlichen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz und mache Volkswirtschaften resistenter gegenüber Energiekrisen und Preisschocks – so Agora. Dennoch sei es noch nicht gelungen, diesen zukunftsträchtigen Markt breitflächig zu erschließen. Energieeffizienz sei der stiefmütterlich behandelte Teil der Energiewende, obwohl es volkswirtschaftlich insgesamt kostengünstiger sei, in den nächsten zehn Jahren den jährlichen Strombedarf um 85 TWh und den Brennstoffbedarf im Wärmemarkt um mehr als 900 PJ zu reduzieren. Laut Autoren werde das Verpflichtungssystem für Energieversorger, welches die EU Energieeffizienzrichtlinie als eine zentrale Option vorsieht, jedoch von vielen Akteuren in Deutschland abgelehnt. Effizienzrichtlinie und Aktionsplan Energieeffizienz würden allerdings die Chance bieten, Effizienz aus der Nische zu holen.

Die Autoren sind der Meinung, dass die Energiewirtschaft bei geeigneten Rahmenbedingungen mit Energieeffizienz mehr Geld verdienen könne als mit dem Verkauf von Strom. Während die Marge beim Verkaufen von Strom i.d.R. bei wenigen ct/kWh liegen würde, könne diese durch ein Verlängern der Wertschöpfungskette in Richtung Effizienz gesteigert werden. Hierzu müssten allerdings die Rahmenbedingungen geschaffen werden – so die Studie. Es gäbe bereits eine Reihe von Vorschlägen zur Förderung der Energieeffizienz, die gesamthaft als integriertes Modell umgesetzt werden sollten. Dazu zählten etwa Fondssysteme, Ausschreibungen oder Steuererleichterungen. Das KWK Gesetz solle zu einem Gesetz für Stromeffizienz weiterentwickelt werden und steuerliche Absetzbarkeit von Maßnahmen für energetische Gebäudesanierungen sollten eingeführt werden. Dies böte Effizienzinvestitionen einen stabilen finanziellen Rahmen.

Die gesamte Studie finden Sie hier

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  1. Dominik Pöschel

    vor 4 Jahren

    Wie heißt der Slogan der EnBW AG aus dem Jahre 2010 "Weniger Verbrauch geht auch". Dies wurde unseren Kunden im Persönlichen Gesprächen auf Verbrauchermessen oder im Kundenservice am Telefon näher gebracht. Sehr viele Kunden haben darauf ein positives Feedback gegeben und die Tipps und Tricks gerne angewendet um dadurch die eigenen Stromkosten zu senken und die Umwelt aktiv aus eigener Hand zu schonen. Durch einsparen von unnötigem Stromverbrauch kann man sehr viel bewegen und viel schneller die Ziele der Energiewende erreichen als nur durch die Änderung der Stromherstellung. Alle Bevölkerungsgruppen und Unternehmen sollten per Gesetz dazu verpflichtet werden. Sozial Schwache Gruppen durch staatliche Förderung daran teilhaben können.
    Der aktuelle Kurs der Deutschen Stromproduktion ist absolut Kontraproduktiv und man nimmt politisch das scheitern in Kauf was das erreichen der eigenen Klimaziele angeht. Hier muss dringende gehandelt werden. Herr Gabriel macht sich aber lieber um seine Wiederwahl Gedanken dann an der Kohleindustrie hängen 60.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Daher die Frage an Herrn Gabriel na was denn nun Energiewende und Umweltschutz oder eigene bzw. Parteiinteressen vorrangig behandeln.

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