Studie: Bevölkerung steht Windparks überwiegend positiv gegenüber

Gastautor Portrait

Christiane Schatzmann

EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Christiane Schatzmann-Felden studierte Politikwissenschaften in Bonn und absolvierte danach ein Zeitungsvolontariat. Anschließend arbeitete sie u.a. als Pressereferentin im Bundesministerium für Verkehr und als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bundestag. Seit 2001 kümmert sie sich in der Berliner Hauptstadtrepräsentanz der EnBW als Projektleiterin um Kommunikationsformen rund um die Energiepolitik.

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16. September 2014

Große Windparks vor der deutschen Nord- bzw. Ostseeküste werden von Anwohnern als auch von Touristen, die diese Gegenden bereisen, überwiegend positiv gewertet. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Die Studie beschreibt erstmalig für Deutschland die Entwicklung der Akzeptanz von Offshore-Windparks über einen längeren Zeitraum und ist auch international eine der ersten Untersuchungen dieser Art.

Verbaute Horizonte, Angst vor havarierten Schiffen und ölverschmierten Stränden? Die Studie macht deutlich, dass viele Menschen Windparks vor der Küste wohlwollend gegenüberstehen. Jedoch ist die Akzeptanz deutlich höher, wenn die Anlagen fern der Küste errichtet werden, die Sicherheit der Seeschifffahrt an erster Stelle steht und Bürger angemessen bereits im Planungsprozess informiert und einbezogen werden. Der Bericht „Akzeptanz der Offshore-Windenergienutzung“ beschreibt auch, dass vor allem Touristen küstennahe Anlagen positiver bewerteten als die Anwohner, sich aber gleichwohl stärker um die Auswirkungen auf die Meeresumwelt sorgten. Die Autoren empfehlen daher, die Bevölkerung frühzeitig in Planungen für Windparks einzubeziehen sowie die Grenzen und Möglichkeiten der öffentlichen Beteiligung offenzulegen. Das vermeide Misstrauen oder Vertrauensverlust seitens der Bürger. Die Betreiber sollten sich vergegenwärtigen, dass die Anwohner keine Fachleute für Planungs- und Genehmigungsverfahren seien und erklären, welchen Ablauf und welche Regeln es gebe, so die Autoren.

Die vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Studie untersuchte die Einstellungen von 465 Küstenbewohnern und 601 Touristen auf den Nordseeinseln Borkum und Norderney sowie auf der Ostsee-Halbinsel Darß in den Jahren 2009, 2011 und 2012. Die Befragung per Fragebogen wurde durch lokale Experteninterviews und Anwohnerworkshops ergänzt.

 Die gesamte Studie finden Sie unter folgendem Link: http://www.akzeptanz-offshore-windenergie.de/downloads/107/Projektbericht_offshore.pdf

Weitere Informationen unter: http://www.akzeptanz-offshore-windenergie.de/

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  1. Dominik Pöschel

    vor 4 Jahren

    Da sag ich nur "Aus den Augen aus dem Sinn". Hauptsache man sieht die Anlagen nicht das ist das wichtigste. Hier kommen Menschliche Bedürfnisse schon wieder vor den Bedürfnissen der Natur und Ihren Bewohnern. Ist doch klar dass die Anwohner der Küsten die Anlagen nicht vor der Haustür wollen weil Sie Angst haben dass weniger Touristen kommen und die Einnahmen wegbrechen. Die Touristen sind offener dafür denn Sie fahren ja nur einmal im Jahr zum Urlaub dort hin.
    Bei der Standortwahl zur Regenerativen Stromerzeugung sollte zuerst folgendes Kriterium angewendet werden Naturverträglichkeit!!!!! Solange die Menschlichen Bedürfnisse über allem stehen wird es schwer.
    Man sollte die Bevölkerung gar nicht erst lange in die Planungen mit einbeziehen sondern einfach das Volk an seine Meinung nach Fukushima erinnern die Regenerative Stromerzeugung und zwar mit beiden Seiten der Medaille....

  2. Jörg Treftz

    vor 4 Jahren

    Hallo Dominik,
    ich kann leicht reden, in meiner unmittelbaren Umgebung (München) stehen keine Windparks. Ich verstehe auch die Einwände der betroffenen Bewohner und die müssen auch berücksichtigt werden. Auf der anderen Seite sind solche Überlegungen ein Luxus, den wir uns nicht mehr leiten können. Wir brauchen den schnellen Umbau auf die Erneuerbaren. Mit jedem KKW das in Deutschland abgestellt wird, erhöhen wir die Chance die Klimaerwärmung auf unter 2 Grad zu halten. Der Einwand es hilft dem Klima nichts, wenn nur Deutschland das macht, ist falsch. Die Welt schaut noch auf Deutschland, ob wir "The Energiewendel" schaffen. Ausserdem machen viele Länder (China, USA, Japan) viel mehr für den Umbau auf die Erneuerbaren. Wir müssen den Umbau der regenerativen Energien so schnell wie möglich umsetzen. Wegen der Umwelt (bei 5 Grad Erwärmung ist Schluss), für unsere Kinder, für den Standort Deutschland. Hier ist nicht genug Raum und Zeit das Thema zu erörtern. Wenn Sie mehr meiner Argumente für die Erneuerbaren lesen wollen schauen Sie doch bitte bei www.po-wa.de vorbei.
    Mit freundlichen Grüßen
    JT

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