Startup gridX will klassische Energieversorger überflüssig machen

Gastautor Portrait

David Balensiefen

Geschäftsführer gridX GmbH
25. Oktober 2016
GridX - Energiewende - Beschleuniger aus Aachen - will klassísche Energieversorgerr überflüssig machen.

Das junge Unternehmen hat sich ein unbescheidenes Ziel gesetzt: „Wir möchten klassische Energieversorger überflüssig machen.“ Dabei ist die Idee von gridX nicht einmal neu. Das Startup, eine Ausgründung aus der RWTH Aachen, will Prosumer, PV-Anlagen und andere EE-Anlagen sowie Batteriespeicher virtuell miteinander vernetzen und die elektrische Leistung für den Markt poolen. Doch irgendetwas Besonderes scheint dran zu sein an gridX, denn das junge Unternehmen hat mit der SMA AG, dem weltweit größten Hersteller von PV-Wechselrichtern, und der Trianel GmbH, der größten Stadtwerke-Kooperation Europas, starke Partner an der Seite und überdies mit dem Google-Manager Gabor Cselle einen potenten US-Investor an Bord.

Mit der gridBox bringt die gridX GmbH eine Steuerungsbox auf den Markt, die erstmalig herstellerübergreifend Batteriespeicher und Solaranlagen anschließen und miteinander vernetzen kann. Dafür bringt gridX kleinere Erzeuger, Verbraucher und Speicherbesitzer in der gridX-Community zusammen und bildet dabei eine sich selbst versorgende Gemeinschaft.

Wir sprachen mit David Balensiefen, einem der Gründer und Geschäftsführer von gridX.

Das ist sie: Die Steuerungsbox des Startup gridX aus Aachen.
Die Steuerungsbox des Startup gridX aus Aachen.

DEZ-Blog: Sie sind nicht das erste Unternehmen, das Schwarmtechnologie für Prosumer und deren Speichersysteme anbietet. Was unterscheidet gridX von den Wettbewerbern?
Balensiefen: Ich erlaube mir mit einer Gegenfrage zu antworten: Kennen Sie den Unterschied von Apple und anderen PCs? Unser Weg ist der von Apple: Eine optimal und singulär abgestimmten Kombination von Hard-, und Software aus einer Hand bieten nur wir. Insofern haben wir derzeit auch keine Konkurrenz bei der Steuerungstechnik und der Qualität. Unser Anspruch ist hoch: Wir wollen echte Leistung, die den höchsten technischen Anforderungen entspricht, in einer Gemeinschaft poolen. Keine Leistung im Sinne der Bilanzierung, sondern Primärregelleistung. Der Antrag auf die Präqualifizierung durch die Übertragungsnetzbetreiber ist gestellt.

Wie hoch schätzen Sie den Mehrwert ein, den die Kunden von gridX als Teilnehmer am Markt für primäre Regelleistung erhalten?
Für einen Heimspeicher wird der Mehrerlös in der Größenordnung von bis zu 500 Euro pro Jahr liegen. Aber wir machen uns keine Illusionen, dass der Marktpreis für Produkte der Regelleistung tendenziell stark fallen wird. Wir wollen mit unserer Technik den höchsten Anforderungen genügen.

Das Startup gridX will klassische Energieversorger überflüssig machen.

Was sind Ihre nächsten Meilensteine in der Unternehmensentwicklung?
In diesem Jahr stehen der Vertrieb der gridBox und der Aufbau der Community im Vordergrund. Bis Ende Oktober bieten wir das Gerät zum Sonderpreis von 299 Euro an. Im nächsten Jahr wollen wir die erste Umsatz-Millionen erreichen und über den deutschen und internationalen Markt wachsen. Hier im Dreiländereck mit unseren belgischen und niederländischen Nachbarn beginnt der europäische Markt ja vor der Haustüre.

An gridX ist ein US-Investor beteiligt. War es schwierig den richtigen Finanzpartner zu finden?
Wir haben auch mit deutschen Interessenten verhandelt und die Erfahrung gemacht, dass amerikanische Investoren viel entscheidungsfreudiger sind. Deutsche Gründlichkeit führt in diesem Wettbewerb zu einer – im Vergleich zu den US-Investoren – deutlich geringeren Geschwindigkeit.
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Das Beitragsbild zeigt David Balensiefen (links) und Andreas Booke. Sie sind die beiden Geschäftsführer, die gridX gegründet und entwickelt haben. Mehr Infos zu gridX gibt es auf der Homepage des Unternehmens, in Beiträgen im Photovoltaikforum und in der Schwäbischen Zeitung.

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