RDK 8 – ein starker Partner der Energiewende

Gastautor Portrait

Dr. Joachim Manns

Gastautor

Dr. Joachim Manns begann seine Karriere im Energiesektor 1996 bei der STEAG AG in Essen. Danach führte ihn sein Weg über das GuD Kraftwerksprojekt Lubmin und die Gaspipeline NORDAL 2003 zur EnBW. Nach zwei Jahren als Koordinator des Vorstandsvorsitzenden der EnBW Kraftwerke AG leitete er die Projekte des Technologie- & Innovationsmanagements und seit 2009 die Kraftwerks-Neubauprojekte. Seit 2013 ist er bei der EnBW als Kraftwerksleiter des Rheinhafen Dampfkraftwerks Karlsruhe (RDK) im Einsatz.

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10. Dezember 2014

EnBW RDK8, Tag der offenen Tuer und offizielle InbetriebnahmeRDK 8 setzt weltweit Maßstäbe in Sachen Umweltschutz und Flexibilität: Mit einem Wirkungsgrad von über 46 Prozent und einem ausgeklügelten Rauchgas-Reinigungssystem unterschreitet der neue Block die gesetzlichen Grenzwerte für Emissionen deutlich. Er ist auf eine elektrische Bruttonennleistung von 912 Megawatt ausgelegt. Zudem können über 200 Megawatt Fernwärme ausgekoppelt und in das Netz der Stadt Karlsruhe eingespeist werden.

Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Stromversorgung, die zum überwiegenden Teil auf erneuerbaren Energien beruht, wird der zeitweise Einsatz hochverfügbarer flexibler Kohlekraftwerke noch eine Weile notwendig sein. Die Stromproduktion aus Wind und Sonne erfolgt prinzipiell nicht gemäß der Nachfrage, sondern dann, wenn Wind weht und Sonne scheint. Um die schwankende Stromnachfrage zu jedem Zeitpunkt zuverlässig decken zu können, müssen Kohlekraftwerke wie RDK 8 diesen Unterschied ausgleichen. Das geht so weit, dass sie zu Zeiten von Windstille bei gleichzeitiger geringer Sonneneinstrahlung dazu in der Lage sein müssen schnell einzuspringen, um zeitweise den größten Teil des Stroms in Deutschland zu produzieren.

Kohlekraftwerken wie RDK 8 kommt damit die Rolle des Partners der Energiewende zu. Indem sie dafür sorgen, dass ein hochmodernes Land wie Deutschland immer ausreichend mit Strom versorgt ist, sichern sie die Energiewende ab.

Für die konventionellen Kraftwerke ist das Gebot, fossile Brennstoffe sparsam zu nutzen und klimawirksam Emissionen zu verringern, wichtiger als je zuvor. Maß der Effizienz eines Kraftwerks ist der Wirkungsgrad – eine Größe, die zeigt, wie effizient eine Anlage mit den eingesetzten Energieträgern umgeht. RDK 8 erreicht einen Wirkungsgrad von bis zu 46 %. Das ist ein absoluter Spitzenwert. Im weltweiten Durchschnitt liegt der Wirkungsgrad von Kohlekraftwerken bei rund 30 %. Mit dem Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung (kombinierte Strom- und Wärmeerzeugung) zur Fernwärmeversorgung erhöht sich die Energieeffizienz dieser Anlagen zusätzlich. Lastkurve_Agora
Der konventionelle Kraftwerkspark von morgen muss zum Ausgleich von Schwankungen aus erneuerbaren Energien und zur Stabilisierung des Netzes sehr flexibel einsetzbar sein. Das heißt, die Erzeugungsanlagen starten schnell, werden in einem breiten Teillastbereich betrieben und werden mit hohen Gradienten (Geschwindigkeit der Laständerungen) in ihrer Leistung schnell variiert. RDK 8 verfügt über diese Eigenschaften. RDK 8 hält also große Strommengen bereit, eben für die Zeiträume in denen nicht genug Wind weht und zu wenig Sonne scheint, um die Stromnachfrage decken zu können.

In RDK 8 hat die EnBW eine Vielzahl von Innovationen umgesetzt. So ermöglicht ein innovatives Feuerungskonzept eine besonders starke Reduzierung der Stickoxidbildung bei der Verbrennung sowie eine Reduzierung des Luftüberschusses im Rauchgas. Dadurch erhöht sich der Kesselwirkungsgrad, was RDK 8 zu einer sehr leistungsfähigen aber auch flexiblen Anlage macht. Der innere Turbinen-Wirkungsgrad wird durch den Einsatz einer neuartigen Turbinen-Beschaufelung gesteigert. Mit einem so genannten Nasskamin ohne Rauchgaswiederaufheizung kann der Wirkungsgrad der Gesamtanlage nochmals erhöht werden. Ein weiterer Superlativ in der Kraftwerkstechnik: In RDK 8 kommt einer leistungsstärksten Dreiphasen-Maschinentransformatoren mit 1.170 Megavoltampere Leistung zum Einsatz. Das Kraftwerk erreicht höchsten Wirkungsgrad bei gleichzeitig vielfältiger Einsetzbarkeit als Partner der erneuerbaren Energien.

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  1. Dominik Pöschel

    vor 4 Jahren

    Die Fragen der Zukunft müssen lauten:

    Wie wird man alte, klimaschädliche Kraftwerke los, die nicht mehr gebraucht werden? Wie fördert man neue, flexible Speicher und Kraftwerke, die mit den schwankenden Ökostromanlagen optimal zusammenarbeiten?
    Wie stellt man sicher, dass die Energieversorgung der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt nicht zusammenbricht?
    Und wie gestaltet man den Umbau so, dass er für rund 36 Millionen Haushalte und Tausende Industriebetriebe bezahlbar bleibt?
    Wann hört man damit auf die Energiewirtschaft zu zerstören und die Arbeitsplätze der dort Beschäftigten zu zerstören?

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