Grüne Start-ups im Südwesten

Gastautor Portrait

Hubertus Grass

Kolumnist

Nach Studium, politischem Engagement und Berufseinstieg in Aachen zog es Hubertus Grass nach Sachsen. Beruflich war er tätig als Landesgeschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen, Prokurist der Unternehmensberatung Bridges und Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden. Seit 2011 ist er als Unternehmensberater freiberuflich tätig.

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29. Februar 2016
EnBW Innovationscampus

Die deutsche Gründerszene trifft sich in Berlin. Oder in Plieningen. Zumindest an einem Tag im Februar machte der Stuttgarter Stadtteil der Gründerszene der Hauptstadt Konkurrenz. Beim Green Innovation and Investment Forum (GIIF) trafen sich 20 grüne Start-ups auf der Suche nach Investoren, die zuvor aus Bewerbungen aus 13 Ländern ausgewählt worden waren. Veranstaltet wird der Wettbewerb von der Umwelttechnik BW, und dem Verein Baden-Württemberg: Connected e.V. (bwcon), einer Wirtschaftsinitiative zur Förderung des Hightech-Standortes Baden-Württemberg. Gefördert wird die Veranstaltung unter anderem von der Stiftung Energie und Klimaschutz Baden-Württemberg.

Plieningen und die Gründerszene rund um die Innovationsschmieden in Konstanz, Ulm, Freiburg und Karlsruhe haben, das bewies die Veranstaltung, einiges zu bieten. Wo gibt es sonst Bäume, die zur Seite oder in jede andere beliebige Richtung wachsen? Orientierungslose Pflanzen sind eine Spezialität des Start-ups Visioverdis, gegründet von der Biologin Alina Schick.
Biomasse aus Algen zu produzieren, ist eine Standardtechnologie geworden. Celldeg ist ein Start-up, das den Algen Dampf macht und sie bis zu zehn Mal schneller wachsen lässt.

Viridis, grüne Start-upsDie Stiftung Energie und Klimaschutz vergab zwei Preise in Höhe von je 3.000 EUR an die beiden Ideen, die am besten dazu beitragen, die Umwelt zu schützen. Die Gewinner erhalten außerdem eine fünftägige Schulung in nachhaltiger Unternehmensführung und den Transfer von Technologie und Forschungsergebnissen in die Praxis. Die Preise gingen an die Unternehmen Otego und Viridis. otego
Das Otego-Team hat einen thermoelektrischen Generator von der Größe eines Zuckerwürfels entwickelt, der Energie aus dem Unterschied in der Umgebungstemperatur erzeugt. Die Mini-Generatoren (s. schematische Darstellung rechts) bestehen aus billigen Polymeren und können zum Beispiel Batterien in der Konsumenten-Elektronik ersetzen. Sie arbeiten vollkommen wartungsfrei und können bereits kleine Temperaturunterschiede nutzen.
Schon länger auf dem Markt und bereits in zehn Ländern aktiv ist Viridis. Das Unternehmen besitzt ein Patent auf ein Verfahren, um den Silikon-Abfall aus der Photovoltaik-Industrie in wiederverwertbare Rohstoffe zu recyceln. (die Darstellung oben links haben wir der Webseite von Viridis entnommen).

Neben der Stiftung Energie&Klimaschutz Baden-Württemberg war das Innovationsmanagement der EnBW in Person von Christine Wienhold bei der Veranstaltung vertreten. Als Mitglied der Jury beim Green Innovation and Investment Forum machte sie das, was auch ihre Aufgabe bei der EnBW ist: Grüne Startups beobachten.

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