Agora-Analyse: Das deutsche Energiewende-Paradox

Gastautor Portrait

Christiane Schatzmann

EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Christiane Schatzmann-Felden studierte Politikwissenschaften in Bonn und absolvierte danach ein Zeitungsvolontariat. Anschließend arbeitete sie u.a. als Pressereferentin im Bundesministerium für Verkehr und als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bundestag. Seit 2001 kümmert sie sich in der Berliner Hauptstadtrepräsentanz der EnBW als Projektleiterin um Kommunikationsformen rund um die Energiepolitik.

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16. April 2014

Eine Analyse des Stromsystems von 2010 bis 2030 in Bezug auf Erneuerbare Energien, Kohle, Gas, Kernkraft und CO2-Emissionen

Die Initiative „Agora-Energiewende“ hat eine Analyse veröffentlicht, in der sie Deutschland einem „Energiewende-Paradox“ ausgesetzt sieht: Trotz eines steigenden Anteils Erneuerbarer Energien würden die Treibhausgasemissionen steigen.

Der Grund für das Energiewende-Paradox liege aber nicht im Atomausstieg – so die Verfasser der Analyse – sondern es sei durch einen Brennstoffwechsel der Kraftwerke von Gas hin zu Kohle verursacht worden. Der Rückgang der Stromproduktion aus Kernenergie sei durch eine erhöhte Erzeugung aus Erneuerbaren ausgeglichen worden – im Jahr 2013 sei ein Viertel der deutschen Stromnachfrage durch Erneuerbare Energien bereitgestellt worden. Aufgrund niedriger CO2- und hoher Gaspreise sähen sich aber insbesondere Gaskraftwerke einem Wettbewerbsnachteil ausgesetzt. Daher würden sie zunehmend (sowohl innerhalb Deutschlands als auch in den Nachbarländern) von Kohlekraftwerken aus dem Markt gedrängt, da diese in der Lage seien, zu niedrigeren Kosten als Gaskraftwerke zu produzieren. Dies habe zu Rekordexportniveaus und zu steigenden CO2-Emissionen in Deutschland geführt, so das Ergebnis der Analyse.

Die von der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation initiierte „Agora-Energiewende“ ist deshalb der Auffassung, dass die Ziele der Energiewende nicht erreicht werden können, wenn sich diese aktuelle Entwicklung fortsetze. Die Bundesregierung möchte den Anteil der Erneuerbaren im Stromsystem bis 2035 auf 55 bis 60 Prozent erhöhen und die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent senken. Um diese klimapolitischen Ziele, die die Bundesregierung im Energiekonzept 2010/2011 festgelegt hatte, zu verwirklichen, müsse der Anteil der Kohle im deutschen Stromsystem von aktuell 45 Prozent auf 19 Prozent im Jahr 2030 sinken: Die Braunkohlestromerzeugung müsse von 2013 bis 2030 um 62 Prozent und die Steinkohlestromproduktion um 80 Prozent zurückgehen.

 In der Analyse wird abschließend ein nationaler „Kohle-Konsens“ gefordert. Dieser soll Stromproduzenten, Gewerkschaften, Regierung und Umweltgruppen zusammenbringen und Wege finden, um diese Transformation gemeinsam zu gestalten und zu erreichen.

Die Analyse finden Sie hier.

Diskutieren Sie mit

  1. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Günstigere Kohle durch teures Gas ersetzen - Putin freut sich... Und wer darfs bezahlen? wieder der Stromkunde...
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    Mit unserem Enrgiewendewahn werden wir noch die Industrienation Deutschland kaputt machen. Dann werden wir unseren Strombedarf vielleicht tatsächlich mit ein paar Windmühlen decken können.... Leider ist dann niemand mehr da, der die Subventionen bezahlt.... also kein Strom... zurück zur Natur, zurück in die Steinzeit...

  2. Windmüller

    vor 5 Jahren

    Herr Kaiser - wenn Atomstrom so toll ist, lösen sie doch erst mal die einfachen Probleme. Bis heute ist aus der Asse nicht ein Atomfass geborgen worden, und es soll noch 20 Jahre Planung bedürfen, ehe man ans Werk geht.
    Das zeigt doch die ganze Paranoia der Atomlobbyisten

  3. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Atom- und Kohlestrom ist nicht "durchweg toll"!
    Jedoch haben Strom aus Kohle und Kernenergie Eigenschaften, die aus meiner Sicht unbedingte Voraussetzung für eine Energieversorgung einer Industrienation wie Deutschland sind: Der Strom ist bezahlbar und steht dann zur Verfügung, wenn wir ihn brauchen! Wir können die Erezugung an unseren Bedarf anpassen und müssen nicht unseren Bedarf an die wetterabhängige Erzeugung anpassen...
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    Sie glauben ja auch an eine hohe Klimasensitivität des CO2's, daher werden Sie das folgende Beispiel vielleicht verstehen:
    Autos mit Verbrennungsmotoren emittieren CO2. Wenn man aber Auto's anstelle eines Verbrennungsmotors mit einem Segel ausstatten würde, würden Sie (beim Fahren) kein CO2 mehr emittieren... allerdings bestimmen dann Sie nicht mehr wann und auch nur noch begrenzt, wohin Sie mit diesen Autos fahren... d.h., der eigentliche Zweck des Autos, jemanden zügig von A nach B zu bringen und zwar dann, wenn man es möchte, wäre völlig abhanden gekommen... solche Autos sind einfach Spielerei und praktisch nutzlos!
    .
    Ganz ähnlich verhält es sich mit den Erneuerbaren. Solange es keine Möglichkeit gibt, Wechselstrom in großen Mengen bezahlbar zu speichern - und danach sieht es in den nächsten 20 Jahren nicht aus - kann man sie allenfalls als Ergänzung aber nicht als Ersatz des bestehenden Erzeugungsmixes betrachten.
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  4. Christian Lösch

    vor 5 Jahren

    Wirklich alles "ganz toll" - aber eben auch sehr teuer, wenn man die Anschaffungskosten und den relativ bescheidenen Stromertrag berücksichtigt !

  5. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Herr Wagner,
    ich habe gelernt, dass Sie in Bezug auf die CO2-Emissionen bei Kernenergie sehr genau sind!
    Sagen Sie, bei Ihrer Modellrechnung, unten... wie sind die foglenden Aspeckte berücksichtigt:
    - nachlassende Leistung von PV-Modulen (8-10% p.a.)
    - nachlassende Leistung bei den Batterien
    - Wartung von Batterie
    - Preisentwicklung bei den Batterien (Immerhin sollen - Ihren Wünschen nach - ja "alle" auf solche Lösungen zurückgreifen)
    - steigende Versicherungsprämien wegen höherem Brandrisiko wegen der Akku's
    .
    Der den Energieversorgern zustehende Teil des Haushaltskundenstrompreises ist von 1998 (12,9 Ct/kWh) zu 2013 (14,4 Ct/kWh) um knapp 12 % in 15 Jahren gestiegen, also im Schnitt um 0,775% p.a.. Das bedeutet, dass in Ihrem Beispiel die jährliche Ersparnis jährlich um 6 Euro steigen würde: Rechnen wir großzügig mit einer Einsparung von (im Schnitt) 850 Euro im Jahr, dann hat sich die Anlage von 17.000 Euro in 20 Jahren amortisiert. Was ist dann von Ihrer Anlage noch übrig?
    .
    Mit welchen Problemen man bei der Akkus der hohen Dichte (besonders LiPo und Li-Ion) zu kämpfen hat, können Sie bei der Flugmodel Gemeinde erfahren. Ein hochgestresster LiPo gibt unter Umständen nach ca. 50 Zyklen den Geist auf.
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  6. Windmüller

    vor 5 Jahren

    Herr Kaiser - Leute wie sie sorgen dafür, dass wir uns technologisch zurück entwickeln. Andere Länder wie die Niederlande oder Schweden setzen auf verflüssigtes Erdgas, um unabhängiger zu werden. China und die USA setzen auf Elektromobilität. Italien setzt auf Stromspeicherung mit Batterien. Wir Deutschen hingegen verfeuern so viel Kohle, wie seit 20 Jahren nicht.Damit grenzen wir an Entwicklungsländer.
    Aber wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

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  7. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Herr Windmüller
    " Leute wie sie sorgen dafür, dass wir uns technologisch zurück entwickeln. Andere Länder wie die Niederlande oder Schweden setzen auf verflüssigtes Erdgas, um unabhängiger zu werden. China und die USA setzen auf Elektromobilität. Italien setzt auf Stromspeicherung mit Batterien. Wir Deutschen hingegen verfeuern so viel Kohle, wie seit 20 Jahren nicht.Damit grenzen wir an Entwicklungsländer.
    Aber wer zu spät kommt, den bestraft das Leben."
    *************************************
    Na, Herr Windmüller, machen Sie wieder Luftsprünge, weil irgendwo in der Welt wieder eine Windmühle gebaut wird und feiern das als unaufhaltsamen Siegeszug von Wind und Sonnenstrom?
    .
    Dann wiederhole ich mal meine Frage, die Sie mir schon zuletzt nicht beantwortet haben: Welche von Ihnen hier als positives Beispiel aufgezähltes Land steigt wie Deutschland per ideologisches Dogma sowohl aus Kohleverstromung als auch (soweit vorhanden) aus der Kernenergie aus.
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    Ich würde die deutsche Energiepolitik gerne gegen jede beiliebige, der von Ihnen als "Vorbild" genannten Nation eintauschen.
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    Stimmen Sie mir zu? Dann kann ich mit mit Ihnen gemeinsam darüber freuen, dass irgendwo eine Windmühle aufgestellt wird und irgendwo mal ein Batteriespeicher gebaut wird...
    .
    Na? Da gibts wieder keine Antwort, nicht wahr? Warum wohl?
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  8. Windmüller

    vor 5 Jahren

    @ Herr Kaiser - Deutschland steigt aus der Kohleverstromung aus ? Das wäre mir neu. Tatsache ist, dass wir in Zukunft weniger Kohlestrom benötigen. RWE hat in Neurath erst das BoA Kraftwerk eingeweiht, und mir ist nicht bekannt, dass der Block in 3 Jahren eingemottet wird.
    Zeigt Frankreich nicht, wie fatal das Festhalten an der Kernenergie ist ? Frankreich hat sich in Flamanville eine blutige Nase geholt. Frankreich plant derzeit keine neuen KKW zu bauen. Stattdessen investiert man in Wind und Sonne. Schauen sie sich doch mal an, welches Engagement ihr Konkurent Stadtwerke München in Frankreich betreibt.

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  9. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Herr Wagner,

    "Herr Kaiser, Sie gehören zu den wenigen Glückseeligen, die für den Strom anscheinend nur rund 14ct bezahlen. Wo kaufen Sie Ihren Strom ein? Und wieso gibt es dann die Diskussion der steigenden Strompreise wegen dem angeblichen Grund, dass dies an der EEG-Umlage liegen soll?"
    ****
    So, wie Sie wohl noch nie etwas davon gelesen haben, dass bei der Beton- und Stahlherstellung CO2 emittiert wird (solange dieser Beton/Stahl zu Produktion von PV- und Windkraftanlagen verwendet wird), so haben Sie auch in meinem Beitrag gelesen, dass ich nur 14 Cent für meinen Strom bezahle!
    Ich schrieb: "Der den Energieversorgern zustehende Anteil am Haushaltskundenstrompreis..." Das ist genau der Teil, der mit Ihrem Sonnenstrom "in Konkurrenz" steht. Die Differenz zu den von Ihnen genannten 29 Cent sind staatliche Abgaben wie EEG, KWKG, § 19, Ökosteuer, MwSt.
    Es ging im Beispiel auch nicht um den absoluten Strompreis, sondern nur um die Bewertung der von Ihnen genannten Einsparung von 783 Euro p.a.. Ich habe mit Ihren Angaben gerechnet... und die haben mit Sicherheit keine Leistungseinbußen bei Batterien und PV-Modulen beinhaltet...
    .
    Also in dem von Ihnen vorgerechneten optimalsten Fall ist Ihre Variante nicht wirtschaftlich, bereits ohne Berücksichtigung von Finanzierungkosten! Und für Rentner , alleinerziehende Mütter und sozial schwache ist das erst recht keine Lösung! Es ist und bleibt nur etwas für Ideologen und Subventionsabschöpfer!
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    .

  10. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    " Das ist zwar nun eine Abweichung vom Thema, dennoch, würden sich vorallem die Konzerne nicht gegen Mindestlöhne und flexiblere Arbeitszeiten fehement wehren, könnte auch dieses Problem zumindest entschärft werden. "
    ***************
    Sie haben keine Ahnung! Es sind vor allem große Konzerne mit Tarifbindung und Mitbestimmungsgremien, die sehr gute Gehälter zahlen und felxible Arbeitszeitmodelle haben... (Dailmer, Siemens, E.ON,...) Schwierig ist dieses Thema dagegen eher im Mittelstand... beim Bäcker um die Ecke usw.

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  11. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Dann wirft Ihre Darstellung mit dem Beton bei PV-Anlagen noch Rätsel auf.
    ***
    Wenn Sie sich Ihren Post nochmal ansehen möchten, werde vielleicht auch Sie festellen, dass Sie von Solar- und Windkraft als einzig CO2-Stromerzeugung gesprochen haben...
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    Dabei ist verwunderlich, wenn ein Einfamilienhausbesitzer sich eine PV-Anlage mit Speicher anschaffen will – werden die Hälse dick und die Rentabilitätskeule kommt. Wie ist das bei Autos, die vorwiegend im mittleren Preissegment von 22-30.000€ (z.B. für ein Golf) und nach 10 Jahren nur noch für den Schrotthändler taugen? Ausserdem in den 10 Jahren davon 7,5 Jahre auf Parkplätzen, Stellplätzen und in Garagen sich die Reifen platt stehen, für wen ist das rentabel?
    ********************************
    Schreien denn die Golffahren danach, dass sie wegen der 30.000 Euro Anschaffungskosten für Ihren Golf von allen anderen nochmals 60.000 Euro als Subvention haben wollen (die Relation passt gut zum Verhältnis Börsenpreis für Strom und EEG Umlage pro MWh)? Dürfen alle Golffahrer vorrangig vor allen anderen Verkehrsteilnehmer die Strasse benutzen? Werden die Menschen durch Gesetzgebung gedrängt oder gezwungen, Golf zu fahren oder resultiert das allein aus ihrer eigenen Entscheidung heraus?
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  12. Franz Wagner

    vor 5 Jahren

    Naja, Herr Kaiser, sicherlich ist es jedem seine Entscheidung sich einen Golf oder eine PV-Anlage mit der man sich von dem teuren Kohlestrom ein großtes Stück unabhängig machen kann, anzuschaffen.
    Als es diese Möglichkeiten noch nicht gab, hatten die Menschen keine Wahl, sie mussten wohl oder übel Atom- und Kohlestrom kaufen, und das zu diktierten Preisen ohne Wettbewerb. Dank der durch die PV-Anlagen kleineren Schritte zu mehr Wettbewerb besteht nun die Wahlmöglichkeit.
    Nun, ich sehe schon Sie machen sich nun wieder Gedanken, ob sich ein Hartz4-Empfänger nun einen Golf leisten kann oder eine PV-Anlage. Ein lustiges und observatorisches Spiel ist das von Inetressensvertretern wie Ihnen, denen im Grunde genommen die Umwelt und die bestehenden Risiken der Atomverstromung schlichtweg "Wurst" sind, wie mir scheint.

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  13. Christian Lösch

    vor 5 Jahren

    Herr Wagner, schon nach Ihren Ausführungen amortisiert sich die Anschaffung erst nach ca. 20 Jahren - und dann ist die Anlage auch technisch verbraucht. Aber es fallen ja zusätzlich zu den Anschaffungskosten laufende Kosten an (Versicherung, Wartungs- und ggfs. Reparaturkosten und evtl. auch Kreditzinsen).

  14. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Herr Windmüller,

    hatten Sie nicht auch die USA als eines Ihrer positiven Beispiele genannt, die Windmühlen aufstellen, weil diese so wirtschaftlich sind?
    .
    "In “Fact Check: New Analysis Rebuts Heartland’s Bogus RPS Claims,” Sloan claimed that in the 11 states in which wind power accounts for more than 7 percent of electricity sales, prices dropped by a little less than 1 percent since 2008. Sloan, referencing another recently published AWEA article, “Wind Power’s Consumer Benefits,” claimed electricity prices in the remaining 39 states rose 7.8 percent. For the nation as a whole, she stated, electricity prices rose 3 percent since 2008.
    .
    Colorado – up 14%
    Idaho – up 33%
    Iowa – up 17%
    Kansas – up 29%
    Minnesota – up 22%
    North Dakota – up 24%
    Oklahoma – down 1%
    Oregon – up 15%
    South Dakota – up 26%
    Texas – down 19%
    Wyoming – up 33%..."
    .
    news.heartland.org/newspaper-article/2014/04/12/wind-industry-study-shows-electricity-prices-skyrocketing-wind-power-st
    .
    (einfach vor dem link "http://" vorsetzen)

  15. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    ... natürlich ohne "&quot"

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  16. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Herr Wagner
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    "Durchnittlich wird mit einer 5kWp-PV-Anlage und einem LIPO-Speicher mit 4,5 kWh ein Einfamilienhaus mit 60 % bei einem durchscnittlichen Jahresstromverbrauch von 4500kWh eigenversorgt.
    Die Kosten liegen je nach System bei 16-18.000 € als einmalige Anschaffung. Einsparung im Jahr 783€ bei den derzeitigen Strompreisen ohne die Strompreissteigerungen der nächsten 10 Jahre zu berücksichtigen. Sollten die Strompreise weiter in dem Maße steigen wie in den letzten 10 Jahren (ca. 45%) rechnet sich ein solches System im laufe der Betriebsjahre immer mehr"
    ***
    .
    Herr Wagner, ich vermute mal, dass Sie Ihre Angaben – wie alles, was Sie hier anbringen – von „neutralen Quellen“ haben, die nicht etwa vom Verkauf solcher Anlagen profitieren… Solarechner.de? o.ä.? Auf Butterfahrten „zeigen“ einen die Verkäufer auch die Vorteile von Lammfelldecken für „nur“ 1.000 Euro pro Stück auf.
    .
    Aber selbst, wenn man einmal unterstellen würde, bei Ihren Zahlen handelt es sich um echte, realistische Angaben: Ich hatte ja in einem meiner letzten Beiträge gezeigt: Wenn alles gut läuft, Amortisation nach 20 Jahre (ohne Finanzierungskosten!!!).
    .
    Jetzt zu Ihrer Unterstellung, dass sich wegen solcher Anlagen der Strompreis nicht erhöht: Nehmen wir einmal an, Sie können alle Menschen in Deutschland davon überzeugen, dass die von Ihnen vorgestellte Lösung so toll ist, dass sich nunmehr alle eine solche Anlage ins Haus holen. Nehmen wir weiter an, jeder bekommt vom Osterhasen ein dafür geeignetes Haus und die Investitionskosten geschenkt (läßt sich einfacher Rechnen).
    .
    weiter in Teil 2...

  17. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    ... Teil 2
    .
    Dann würden sich – Ihren Angaben zufolge – alle deutschen Haushalte zu 60% selbst mit Strom versorgen.
    .
    Punkt 1.) Sie müßten sich mit Windmüller darüber auseinandersetzen, welches denn nun der „bessere“ grüne Strom ist, weil seine Klientel ja auch weiterhin ein großes Stück vom Subventionskuchen abhaben möchte. Was ist schlimmer, Cadmium oder Vögel shreddern?
    .
    Punkt 2.) Die genannten 60% täuschen ja erheblich über den tatsächlichen Verlauf der „Autarkie“ hinweg: Denn die Haushalte werden sich nicht alle schön nacheinander aus dem öffentlichen Stromnetz bedienen… üblicherweise werden alle auf diesen Weise „autarken“ Haushalte gleichzeitig in der Zeit von November bis Februar auf die öffentliche Stromversorgung angewiesen sein.
    Das bedeutet, Sie benötigen die gleiche Kraftwerksleistung als Backupreserve sparen nicht ein einziges Kraftwerk im Vergleich zu heute! Alle diese Kraftwerke müssen weiter gewartet und vorgehalten werden, Kraftwerke, die bisher nur für die erzeugte Strommenge vergütet wurden (Merrit Order), bekommen Geld dafür, dass sie einfach nur in Bereitschaft sind… Und genau das würde den Strompreis (der nicht aus „Eigenversorgung“ stammenden 40%) in Ihrem Modell stark ansteigen lassen.
    .
    Sie sehen, selbst mit Ihren, sicherlich nicht nachteilig für die PV „ausgelegten“ Zahlen… Ihr Modell hinkt also an allen Ecken und Enden!

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  18. Franz Wagner

    vor 5 Jahren

    Herr Kaiser, rechnen Sie die eingesparten Fossilen Brennstoffe mit ein?
    Wer kassiert diese Einsparung, damit liesen sich doch die 40% Backups gegenfinanzieren und der Verbraucher müsste nicht die Energiewende alleine finanzieren. Vielleicht wäre dann auch noch ein gebrauchter Golf für einen armen Rentner drin.

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  19. Franz Wagner

    vor 5 Jahren

    Achja, Herr Kaiser woher nehmen Sie die 200% Subvensionen für die PV-Anlagen?
    (30.000€ zu 60.000€ beim Golffahrer)
    Derzeit bekommt ein PV-Betreiber rund 0,14€/kWh, jenach Anlagengeröße, bei Großfreilandanlagen liegt die Vergütung weit drunter. Die von der Energiewende befreiten Unternehmen, bedienen sich allerdings an der Strombörse mit dem gleichen Strompreis von 12-14ct/kWh - ist doch offensichtlich, dass die Privatverbraucher die Differenz zu den 29ct. zahlt mit seinen Hungerlöhnen von unter 6,50€.

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  20. Windmüller

    vor 5 Jahren

    Herr Kaiser - es kann ja gut sein, dass ich ein wenig schwer von Begriff bin, ich frage mich aber die ganze Zeit, was sie erklären möchten.

    enbw.com/privatkunden/energie-und-zukunft/erneuerbare-energien/solarenergie/index-3.html

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  21. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Herr Wagner

    "Achja, Herr Kaiser woher nehmen Sie die 200% Subvensionen für die PV-Anlagen?
    (30.000€ zu 60.000€ beim Golffahrer)"
    ***
    Strompreis an der Strombörse derezit ca. 30 Euro/MWh. Dazu kommt dann (u.a.) die EEG-Umlage von derzeit gut 62 Euro/MWh für die Stromkunden noch oben drauf! Die Relationen sind die gleichen

  22. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    "Franz Wagner vor 21 Stunden
    Herr Kaiser, rechnen Sie die eingesparten Fossilen Brennstoffe mit ein?
    Wer kassiert diese Einsparung, damit liesen sich doch die 40% Backups gegenfinanzieren und der Verbraucher müsste nicht die Energiewende alleine finanzieren."
    **********
    .
    Sie haben mal geschrieben, dass Sie Unternehmer sind... angesichts Ihrer Kenntnisse von Marktwirtschaft, ist es erstaunlich, dass Sie sich am Markt halten!

  23. Franz Wagner

    vor 5 Jahren

    Oh, Herr Kaiser machen Sie sich mal keine Sorgen. Seit gut 30 Jahren bin ich schon im Geschäft und habe unzählige Fachkräfte ausgebildet und langjährigen Mitarbeitern und ihren Familien eine sichere Existenz als mittelständischer Unternehmer geboten. Das Erfolgsrezept liegt halt darin, dass ich mich in verschiedensten Bereichen nach meinen praktischen Erfahrungen meinen Fachkenntnissen und tatsächlichen Erfolgen und Ergebnissen orientiere, das rechnen uns unsere Kunden sehr hoch an. Daher auch immer die an Sie gerichtete Äusserung: mit Statistiken, Studien und Meinungen von Interessengruppen kann man vielleicht den Eindruck erwecken, gut und wortgewandt argumentieren zu können - vielleicht verdient man damit mehr Geld als ich mit meinem Unternehmen, doch bin ich der Meinung, tatsächliche Erfahrungen und Erkenntnisse sind für mittelständische Unternehmer und deren Mitarbeiter nachhaltiger als leere Worte. Denn von gut gemeinten Kommentaren, die vielleicht eine hohe marktwirtschaftliche Kompetenz vorgaukeln, können Arbeitnehmer ihre Familien nicht ernähren. Und genau das ist unser Grundproblem in Deutschalnd in der Arbeitnehmerwelt. Es gibt zuviele hochrangige Persönlichkeiten die den Menschen nur wohlklingende Versprechungen eintrichtern, und damit das einfache Volk nur abzocken wollen (Meinungsmache).
    Da bleibe ich lieber bei meinem Verständnis von Marktwirtschaft, dabei habe ich ein gutes Gewissen und die Familien meiner Mitarbeiter eine gesicherte Existenz. Bei dem Thema Energiewende sehe ich das im Vergleich genauso.
    Nur nachhaltige Energiepolitik wird sich auch langfristig durchsetzen und für die breite Bevölkerung auch rechnen.
    Wenn Sie vielleicht eine ähnliche Biographie vorweisen können, und die gleiche soziale Verantwortung vertreten, dann könnte ich evtl. Ihren Kommentaren auch etwas abgewinnen.

    5 0
  24. Franz Wagner

    vor 5 Jahren

    Ach ja, dann noch ergänzend zu den von Ihnen genannten Konzernen bezüglich gute Löhne und Arbeitszeitmodelle. Fragen Sie mal die 5.000 Leiharbeiter und unter Werkverträgen stehenden Subunternehmer, welche Löhne die z.B. bei "Daimler" bekommen?

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  25. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Herr Wagner, ich bin sicher, dass Sie in Ihrem Fachgebiet über große Erfahrungen verfügen. Ich bin sicher, dass Sie in Ihrem Fachgebiet über deutlich mehr Wissen und Erfahrungen verfügen als ich! Ich gehe davon aus, dass die von Ihnen aufgezählten Erfolge in Ihrem Fachgebiet und die Werte, die Sie dort leben, zutreffen - dafür meinen aufrichtigen Respekt!
    .
    Aber wenn ich mich krank fühle, dann gehe ich lieber zum Arzt als zum Bäcker.
    .
    "mit Statistiken, Studien und Meinungen von Interessengruppen... "
    ***
    Nun, ich war es nicht, der Aussagen von Interessengruppen wie dem IWR eingestellt hat, ich versuche, meine Informationen von wissenschaftlichen (also nicht von einer bestimmten Interessenlage geprägt) Quellen zu beziehen - das ist heute nicht immer so leicht. Aber zumindest versuche ich, die Aussagen mit den mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu plausibilisieren...
    .
    Bei Ihnen lese ich immer wieder die gleichen "Schuldigen", wenn es nicht läuft: "Die Konzern" und "Die Politiker"... Das etwas Grundsätzliches faslch sein könnte, kommt Ihnen nie in den Sinn?
    .
    naja, egal...

  26. Franz Wagner

    vor 5 Jahren

    Gut Herr Kaiser, Sie haben es erkannt, es ist nicht immer leicht die richtigen Quellen von Studien usw. zu finden. Wie gesagt, die eigenen Erfahrungen sind dabei die unabhängigere und bessere Alternative.

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  27. Franz Wagner

    vor 5 Jahren

    Zitat Herr Kaiser: "… Das etwas Grundsätzliches faslch sein könnte, kommt Ihnen nie in den Sinn?"

    Doch Herr Kaiser, doch - die ca. 2500 Lobbyisten im Dunstkreis der EU-Kommision und die ca. 650 in Berlin finde ich Grundsätzlich falsch, und erst recht wenn diese auch noch die Gesetzestexte mit verfassen.

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  28. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Herr Wagner
    "Franz Wagner vor 2 Tagen
    Herr Kaiser, rechnen Sie die eingesparten Fossilen Brennstoffe mit ein?
    Wer kassiert diese Einsparung, damit liesen sich doch die 40% Backups gegenfinanzieren..."
    ****
    Rechnen Sie doch selbst nach!
    .
    Gestehungskosten für die konventionelle Stromerzeugung
    - Braunkohlekraftwerke..................4,6 Cent / KWh (davon 20% Brennstoffkosten)
    - Steinkohlekraftwerke...................4,9 Cent / KWh ( davon 42% Brennstoffkosten)
    - Kernkraftwerk (abgeschrieben)...2,2 Cent / KWh (davon 27% Brennstoffkosten )
    - Kernkraftwerk-Neubau.................5,0 Cent / KWh (davon 8,1% Brennstoffkosten)
    - GuD-Gaskraftwerke.....................5,7 Cent / KWh (davon 74% Brennstoffkosten)
    (Daten aus: Panos Konstantin: „Praxisbuch Energiewirtschaft“, 2009, VDI-Buch)
    .

  29. Franz Wagner

    vor 5 Jahren

    Herr Kaiser, wie war das nochmal?
    12ct - 14ct. Strompreissteigerung innerhalb 15 Jahren oder so ähnlich.
    Wenn Ihre Gestehungskosten stimmen, bzw. die des zitierten Buches und das schon vor 5 Jahren, und der Strom an der Börse heute mit ca, 3,2ct. gehandelt wird, wer zahlt dann die Gewinne der von Ihnen aufgeführten Kraftwerkskomplexe? Die Gestehungskosten sind doch dann im Schnitt um ca.1,5 ct. höher, als der Strompreis an der Leipziger Strombörse. Ist das Ihre Marktwirtschaft, oder veraltete Planwirtschaft ohne Wettbewerb?
    Ich kann es Ihnen sagen, der Privatstromverbraucher gleicht diese Verluste aus und legt die Gewinne noch oben drauf.
    Und wer wird dafür als Buhmann von den konventionellen Stromerzeugern und unserer Regierung hingestellt?
    Ich sage es Ihnen, die Energiewende.
    Wissen Sie wie man das nennt?
    Lobbyarbeit, Steuerfinanzierte Öffentlichkeitsarbeit und Privatstromverbraucherabzocke zugunsten der AKW und KKW-Riege.

    5 1
  30. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    „Wenn Ihre Gestehungskosten stimmen, bzw. die des zitierten Buches und das schon vor 5 Jahren, und der Strom an der Börse heute mit ca, 3,2ct. gehandelt wird, wer zahlt dann die Gewinne der von Ihnen aufgeführten Kraftwerkskomplexe?“
    **
    Es sind nicht „meine Gestehungskosten“, ich habe die Quelle angegeben! Wesentliche Änderungen hat es seither wohl auch nicht gegeben.
    Und wenn Sie sich jetzt mal mit der Realität beschäftigen möchten, anstatt in Ihrer Traumwelt („Gewinne der Kraftwerkskomplexe“) von „gut und böse“ zu verharren, dann hätten Sie vielleicht von den tief roten Erzeugungssparten bei E.ON, Vattenfall Deutschland und RWE gelesen und einfach eins und eins zusammengezählt (ich sollte das vielleicht nicht fordern, da bei Ihnen vermutlich nicht zwei herauskommen würde)
    - RWE: Milliardenverluste, Stellenabbau (vor allem im Erzeugungsbereich)
    - E.ON: Ergebniseinbrüche, Stellenabbau (vor allem im Erzeugungsbereich)
    - Die modernste Gasturbine der Welt in Irsching schreibt rote Zahlen
    - Warum baut denn keiner die in der Energiewende so dringend benötigten Gaskraftwerke?
    So… und jetzt können Sie versuchen, diese Fakten in Ihr grünes Weltbild pressen!
    .
    .
    „Herr Kaiser, wie war das nochmal?
    12ct – 14ct. Strompreissteigerung innerhalb 15 Jahren oder so ähnlich.“
    ***
    Erhöhung des den Energieversorgern zustehende Anteils am Haushaltskundenstrompreis von 1998 - 2013: Das ist der Anteil für Erzeugung, Verteilung (Netzentgelte) und Vertrieb.
    .
    wie-energiesparen.info/fakten-wissen/der-strompreis-wie-setzt-er-sich-zusammen/
    .
    www. davor und ansehen… auf der Seite nach unten scrollen bis zur Tabelle. Um es vorweg zu sagen, die Zahlen stammen zum Teil vom BDEW, also einer Organisation die eher den Energieversorgern nahesteht. Aber auf einschlägigen Öko-Seiten habe ich keine solche Zusammenstellung gefunden – warum wohl?
    Oder haben Sie eine Aufstellung über die Zusammensetzung des Endkundenstrompreises?
    .

    0 0
  31. Windmüller

    vor 5 Jahren

    Herr Kaiser - ihre Zahlen sind schön und gut. Nur passen sie vorn und hinten nicht. Der VDI setzt für Strom aus neuen KKW 5 cent/Kwh an. Warum will man in Hinkley Point C dann 10,5 cent/Kwh haben ??
    Auch bei neuen Braunkohle- und Steinkohleblöcken sehe ich in Preisen von weniger als 5 cent eher Wunschdenken als Realität.

    1 0
  32. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Herr Wagner
    "Gut Herr Kaiser, Sie haben es erkannt, es ist nicht immer leicht die richtigen Quellen von Studien usw. zu finden. Wie gesagt, die eigenen Erfahrungen sind dabei die unabhängigere und bessere Alternative."
    ***
    Sicher darf und muss man sich zu wichtigen Themen eine Meinung bilden - aber maßen Sie sich an, in allen Themen so genau Bescheid zu wissen, um eine sachgerechte (!!!) Bewertung (die eine Sach(!!)kritik erlaubt) vornehmen zu können? Immerhin halten Sie sich mit Vorwürfen nicht nicht sonderlich zurück...
    Haben Sie eigentlich schonmal etwas vom sogenannten "confirmation bias" gehört? Jeder Mensch - Sie wie ich - neigt dazu, die eigene Meinung bestätigende Informationen stärker wahrzunehmen, als widersprechende... Wie ich schon in meinem Beitrag geschrieben hatte: Ich versuche, dem entgegen zu wirken, indem ich plausibilisiere. Versuchen Sie das auch? Ich kann es zumindest nicht erkennen: Sachargumente werden von Ihnen zumeist emotional beantwortet... über allem schweben böse Dämonen (Konzerne, Lobbyisten, böse Politiker) die nur eins im Sinn haben: Ihre (natürlich gute) Sache zu behindern... Das sind die typischen Feindbilder, die Campact bei seinen schwarz/weiß-Malereien seinen Jüngern malt. Ich glaube, die Worte "Lobbyist" und "Konzern" werden in deren Beiträgen mehr als inflationär verwendet...
    .

  33. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Herr Wagner
    "...die ca. 2500 Lobbyisten im Dunstkreis der EU-Kommision und die ca. 650 in Berlin finde ich Grundsätzlich falsch, und erst recht wenn diese auch noch die Gesetzestexte mit verfassen."
    ***
    Sie sollten dem nur gelegentlich hier reinschauenden Leser schon klar sagen, dass Sie natürlich nur die bösen Lobbyisten der Industrie und der Energieversorger meinen, nicht jedoch die der Öko-Branche! Letzte sind doch in Ihrem Weltbild positiv besetzt, ähnlich wie Ihre Auffassung, dass begünstigende Gesetze für Energieversorger und „Konzerne“ nicht gelten sollten, oder?
    Das heißt, wenn Frank Asbeck die Nähe von Herrn Westerwelle gesucht hat (Hauptsitz Solarworld: Bonn = Wahlkreis von Herrn Westerwelle, ist das für Sie ok?
    .
    Wenn der Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW) bis zur letzten Bt-Wahl auf seiner Homepage unter dem Kapitel "Politikberatung" seine eigene Lobbyarbeit preist und dies unter der Überschrift "Ohne starke Lobby keine solare Energiewende" ausgerechnet mit einem Foto des damaligen Bundesaußenministers Guido Westerwelle dekoriert, dann ist das für Sie ok? Darunter war übrigens zu lesen:
    "Tag für Tag sind engagierte und kompetente Streiter des Verbandes auf den Fluren von Bundestag und Ministerien in Berlin unterwegs", … "Die Politikberater des BSW-Solar" hätten schon "im Juni 2008 auch die Neu-Novellierung des EEG im Sinne der Branche positiv mitgestalten können."
    .
    Wenn sich der Bundesverband der Solarwirtschaft sich in Berlin immerhin 29 hauptamtliche Mitarbeiter leistet, dann ist das für Sie völlig ok?
    (Zum Vergleich: Die „ mächtige“ Lobby-Organisation "Deutsche Atomforum" beschäftigt in der Hauptstadt lediglich 13 Mitarbeiter (inkl. Sekretariat u. Buchhaltung)

  34. Franz Wagner

    vor 5 Jahren

    Herr Kaiser, unnötig mich darauf hinzuweisen, bei der Mitwirkung von Lobbyisten in den politischen Entscheidungen und Gesetzesformulierungen mache ich mit meiner Meinung darüber keinen Unterschied.
    Sie haben recht, Lobbyisten haben nach meinen dafürhalten in der Gesetzgebung weder in der EU noch in Berlin etwas verloren.
    Wäre das so, würde die Mitbestimmung aller Bürger mit unterschiedlichen Standpunkten nur gestärkt und der gesunde Wettbewerb beflügelt - egal ob Industrie- AKW-KKW-, Kapital-, Solar- Wind- Biogas- oder Verbraucherinteressen.
    Dann würde der Wettbewerb die Regeln (Nachfrage bestimmt das Geschäft) bestimmen.
    Die Folge daraus wäre, dass dann die konventionellen Stromerzeuger "sehr alt" aussehen würden.
    Wenn Sie nicht verstehen was ich damit meine, dann gebe ich Ihnen den Tipp, informieren Sie sich einmal neben dem Thema: "Energiewende", über das geplante Freihandelsabkommen der EU mit den USA. Hier werden Sie feststellen, wieso ich Ihrer Meinung nach ein gewisses "Feindbild" bzw. eine gewisse Skepsis aufgebaut habe.
    Ein gutes Beispiel war die geplante Trinkwasserprivatisierung von der EU in unserer Kommunen. Zum Glück haben hier die demokratischen Kräfte mit den gewonnenen Volksbegehren noch schlimmeres verhindert. Bei der Problematik mit dem Genmais, hat die CDU/CSU sich bei der Abstimmung enthalten, obwohl schon vorher klar war, dass der Genmaisanbau in Deutschland durch die Stimmenthaltung nicht mehr zu verhindern ist. Ist das nun Lobbyismus oder ein "Feindbild für unsere bösen Politiker"?
    Das Leben hat immer zwei Seiten, wenn beide Seiten der Energiewirtschaft im Interesse der Verbraucher handeln würden, und aufeinender zugehen, könnte die Energiewende wie ursprünglich von der damaligen rot-grünen Regierung eingeführt auch für beide Seiten und insbesondere für alle Verbraucher und für unsere Umwelt ein Gewinn in jeder Hinsicht sein.
    Hier ist die Vernuft und die soziale Verantwortung gefragt - sonst nichts.

    3 1
  35. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    " informieren Sie sich einmal neben dem Thema: "Energiewende", über das geplante Freihandelsabkommen der EU mit den USA. Hier werden Sie feststellen, wieso ich Ihrer Meinung nach ein gewisses "Feindbild" bzw. eine gewisse Skepsis aufgebaut habe."
    ****
    Ja, so wie Frau Strasser das Thema ausfüllt, müsste man wirklich Angst bekommen. Aber bei der "fachkompetenz, die Camapct beim Thema Energie bewiesen hat, bin ich mit den Auslegungen dort eher etwas vorsichtig... Ich muss gestehen, ich habe mir dazu keine Meinung gebildet, ich habe mich einfach nicht damit beschäftigt und weiß einfach zu wenig darüber, als dass ich mir anmaßen würde, dazu eine fundierte Meinung vertreten zu können...

    "Ein gutes Beispiel war die geplante Trinkwasserprivatisierung von der EU in unserer Kommunen. Zum Glück haben hier die demokratischen Kräfte mit den gewonnenen Volksbegehren noch schlimmeres verhindert. "
    ***
    Naja im Unterschied zum Strom hat Trinkwasser stoffliche Eigenschaften (Qualitäten)... ich weiß nicht, ob man nicht auch Privatunternehmen dafür in Haftung nehmen kann... Wenn von Staatsseite Privatisierungsgedanken geäußert werden, hat das sehr oft mit klammen Kassen zu tun. Man will das "Tafelsilber" vergolden... so war es zumindest bei der Privatisierung der Energiewirtschaft... Ob die Trinkwasserversorgung nun besser in staatlicher oder privater Hand liegt, weiß ich nicht so genau... es hängt viel aber eben nicht alles wie bei Strom daran! Vielleicht würde sich ja ein ähnliches Modell wie derzeit beim Strom auch beim Trinkwasser bewähren: Der Staat bestimmt den Markt Qualitäts- und Preisvorgaben - das Risiko trägt die Wirtschaft. Aber meinethalben soll auch alles staatlich bleiben.
    .

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Agora-Analyse: Das deutsche Energiewende-Paradox
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