Energiewende: Strompreis-Hysterie oder Gemeinschaftsprojekt?

Gastautor Portrait

Thomas Breuer

Greenpeace

Thomas Breuer startete seine berufliche Laufbahn 1996 bei der Deutschen Bank AG, für die er in Köln, London, New York und in Frankfurt, zuletzt als Finanzanalyst und Portfoliomanager, tätig war. Seit Juli 2007 leitet er den Klima- und Energiebereich bei Greenpeace. Als Mitglied des Greenpeace Radiation Protection Adviser Teams war er im April 2011 im Katastrophengebiet von Fukushima (Japan). Das erklärte Ziel von Greenpeace Deutschland ist es, die komplette Energieversorgung durch erneuerbare Energien zu realisieren. Über die Tochter Greenpeace Energy vertreibt der Verein Ökostrom und Windgas.

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06. Februar 2014

Die Herausforderung Energiewende wird in der Bevölkerung überwiegend positiv angenommen. Was vor wenigen Jahren noch den großen Energieunternehmen und Stadtwerken vorbehalten war, hat sich durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu einem offenen Markt mit vielen kleinen Anbietern gewandelt.

In ganz Deutschland wächst die Zahl der Energiegenossenschaften, auf immer mehr Privathäusern werden Photovoltaikanlagen installiert und viele Landwirte schaffen sich mit Biogas ein neues Standbein. Sie alle verändern die Akteursstruktur in der Energieerzeugung – eine Entwicklung, die sowohl von der Politik als auch von den etablierten Playern am Strommarkt lange Zeit unterschätzt wurde. Es ist vor allem dieser dezentralen und kleinstrukturierten Energiewende von unten zu verdanken, dass der Kraftwerkspark nun stetig ökologischer wird. Dabei haben die Erneuerbaren Energien nicht nur zu einer zunehmend sauberen, sicheren und unabhängigen Energieversorgung beigetragen. Sie haben auch europaweit über eine Million Arbeitsplätze in der Branche geschaffen und die Technologieführerschaft Europas gesichert.

Gleichzeitig führt die fossil dominierte Energieversorgung nicht nur zu weiterhin steigenden CO2-Emissionen, sondern auch zu einer indirekten Kostenbelastung. So summieren sich beispielsweise allein die Gesundheitsschäden durch die Schadstoffemissionen der Kohleverstromung laut einem Bericht der Gesundheitsorganisationen HEAL europaweit auf jährlich bis zu 42,8 Milliarden Euro.

Klimaschutz, Jobmotor, sinkendes Gesundheitsrisiko – die Vorteile eines schnellen Umstiegs auf erneuerbare Energieträger liegen auf der Hand. Und dennoch ist es den Blockierern der deutschen Energiewende in den letzten beiden Jahren gelungen so viel Gegenwind zu verursachen, dass er zumindest von politischen Entscheidungsträgern als Handlungsdruck empfunden wird. Es wurde eine Debatte über Energiekosten entfacht, die schon hysterische Züge angenommen hat. Den Erneuerbaren wird dabei – wider besseres Wissen – unterstellt, maßgeblich für die steigenden Strompreise verantwortlich zu sein. Die Konsequenz: Auf Basis falscher Indikatoren werden nun von der Politik falsche Ableitungen getroffen und daraus die falschen Lösungsansätze entwickelt. Die Refomvorschläge würden zu Ausbauobergrenzen, Investitionsunsicherheiten und unsicheren Ausschreibungsmodellen führen, die der dezentralen Energiewende schaden und kleine Marktteilnehmer deutlich benachteiligen. Von einer notwendigen Beschleunigung derzeit keine Spur.

Bremshebel Strompreisdebatte
Dabei steigen die Strompreise für Haushaltskunden schon seit zehn Jahren kontinuierlich. Sie stiegen damit schon zu einer Zeit, als in Deutschland noch sämtliche Atomkraftwerke liefen. Dennoch wird von den Gegnern der Energiewende weiterhin der Eindruck vermittelt, dass der Ausbau der Erneuerbaren die Hauptschuld an den steigenden Stromtarifen trage. Unter diesem Deckmantel kommt es nun zu einer Vollbremsung der Energiewende. Nicht der Klimaschutz oder ein sauberer und emissionsarmer Kraftwerkspark steht auf der politischen Tagesordnung, sondern Klientelpolitik und Partikularinteressen. IB_S_BASIC_COPYRIGHT =
Der Anstieg der EEG-Umlage ist in der öffentlichen Wahrnehmung zum Maßstab für die Kosten und das Gelingen der gesamten Energiewende umgedeutet worden. Eine Umkehrung der Verhältnisse: Die Erneuerbaren Energien haben durch die neugeschaffenen Kapazitäten am Strommarkt in kürzester Zeit die Strompreise an den Börsen zum Sinken gebracht. Beinahe zwangsläufig ging damit der Anstieg der EEG-Umlage einher. Die Energiewende droht damit zum Opfer ihres eigenen Erfolgs zu werden. Denn die Möglichkeiten gegenzusteuern, indem die nicht privilegierten Stromkunden entlastet werden und die Ökostrom-Umlage abgesenkt wird ohne in den dynamischen Ausbau der Erneuerbaren einzugreifen, wurden beinahe sträflich versäumt. Als eine jetzt notwendige Maßnahme sieht Greenpeace deshalb u.a. eine Reform der Industrieausnahmen hin zu mehr Zielgenauigkeit. Die Differenzierung der Stromsteuer für fossile und nukleare Energieträger auf der einen Seite und Erneuerbaren auf der anderen Seite wäre eine weitere Option.

Mehr Mut zum Miteinander
Das große Werk Energiewende erklingt zurzeit nicht als wohlklingende Symphonie – vielmehr als Kakophonie aus Besorgnissen und Partikularinteressen. Das liegt nicht am Orchester, das bietet alle Möglichkeiten. Doch es fehlt an der richtigen Partitur und an einem Dirigenten, der es nicht wie eine Dorfcombo behandelt. Noch blicken andere Staaten gebannt auf das Jobwunder Energiewende und den Mut der Industrienation Deutschland, dieses Mammutprojekt zu schultern. Doch die aktuelle Entwicklung gefährdet die Strahlkraft Deutschlands nach außen. Jeder Einwand gegen den Atomausstieg, jede zusätzliche Tonne CO2, jede Verknüpfung von Erneuerbaren Energien mit der Gefährdung des Wirtschaftsstandorts Deutschland wird von den Gegnern der Energiewende in den Nachbarstaaten gnadenlos aufgegriffen und in die jeweilige nationalen Entscheidungsprozesse eingebracht.

Die Entwicklungen in der europäischen Energiepolitik brauchen ein klares Signal der deutschen Regierung und der deutschen Energieunternehmen. Die aktuell debattierten Klimaschutz- und Energieziele für die Europäische Union missachten nicht nur den rascher voranschreitenden Klimawandel, ja sie verstärken sogar noch die negative Entwicklung. Der Aufbruch in ein neues Energiezeitalter, wie er von Visionären wie Hermann Scheer oder auch Willy Brandt bereits vor Jahrzehnten skizziert wurde, ist im Sumpf des Kleinmuts und der Bedenken steckengeblieben.
Die Energiewende muss jetzt endlich zu einem Projekt werden, das alle Beteiligten gemeinsam zu einem Erfolg führen möchten. Dafür müssen alle Beteiligten – egal ob Energiegenossenschaft, Stadtwerk oder großes Energieunternehmen – ihre Rolle neu bestimmen und die Veränderung auch leben.
Die Bevölkerung in Deutschland ist dabei den Energieunternehmen schon viele Schritte voraus. Während die Etablierten noch über den Atomausstieg jammern, ihre Kohlekraftwerke absichern und gleichzeitig die Klimaschutzpolitik behindern, haben die Bürger schon ein gutes Stück auf dem langen Weg zu einer klimafreundlichen Energieversorgung ohne Atom- und Kohlekraft zurückgelegt. Die Umfrageergebnisse sind stets eindeutig: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien soll nach dem Willen der Bevölkerung rasch fortgeführt werden, der Ausstieg aus der Kohle soll bereits in den kommenden beiden Jahrzehnten gelingen. Die Bevölkerung wünscht sich ein sicheres, sauberes und klimafreundliches Energiesystem für Europa. Nun liegt die Entscheidung bei den Energieunternehmen, ob sie dem Wunsch der Mehrheit entsprechen oder weiter dagegen ankämpfen möchte.

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  1. Jacek

    vor 5 Jahren

    Ihre Auffassung, dass Energieversorger gegen die Energiewende ankämpfen, möchte ich zumindest für die EnBW zurückweisen. Wir stützen unser neues Geschäftsmodell im Wesentlichen auf den Ausbau von Erneuerbaren Energien – insbesondere Windkraftwerke und Wasserkraftwerke – den für das System notwendigen Netzausbau sowie dezentrale Energiedienstleistungen. Gleichzeitig wird der Anteil der konventionellen/nuklearen Erzeugung am Geschäftsportfolio bis 2020 deutlich reduziert. Klar ist jedoch auch, dass wir auf den konventionellen Kraftwerkspark in absehbarer Zeit nicht werden verzichten können. Bei einem Anteil der Erneuerbaren von 23,4% an der Bruttostromerzeugung im Jahre 2013, müssen die restlichen 76,6% über konventionelle Kraftwerke – und dazu zählen auch die Kohlekraftwerke – zur Verfügung gestellt werden. Ohne ein konventionelles Backup-System ist das volkswirtschaftliche Gut „Versorgungssicherheit“ nicht zu gewährleisten. Dieses sollte im Hinblick auf eine ausgewogene Energiepolitik neben der Bezahlbarkeit und dem Klimaschutz auf gleicher Augenhöhe stehen.

  2. Johannes F.

    vor 5 Jahren

    Lieber Herr Jacek,
    so schnell kann die EnBW nicht aus ihrer Geschichte entlassen werden: Es waren die vier großen EVUs, die vor 14 Jahren den Atomausstieg mit der damaligen Bundesregierung verhandelt haben. Der erzielte Kompromiss wurde dann mit Mehrheit im Bundestag beschlossen. In den darauffolgenden Jahren haben die EVUs dann alles in ihrer Macht stehende unternommen, um Gesetz und Vereinbarung zu unterlaufen. Diese langjährige Unternehmenspolitik, zu ignorieren, dass die Mehrheit in Deutschland den Atomausstieg wollte und will, ist der EnBW nach Fukushima auf die Füße gefallen. EnBW und auch die anderen großen EVUs haben viel Geld in Marketing und Lobby-Arbeit gesteckt, um die Politik in Ihrem Sinne zu beeinflussen. Die Entwicklungen auf dem Energiemarkt hat man derweil verschlafen.
    Auch in der Klimapolitik gehörten die großen EVUs zu den Bremsern. Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass Treibhausgase das Klima beeinflussen. Da das (alte?) Geschäftsmodell der EVUs auf dem Betrieb von großen Kraftwerken beruht, war es nicht ihr Ziel, Energie zu sparen oder effizienter einzusetzen. Eigenstromerzeugung und dezentrale Anlagen mit doppelt so hohen Wirkungsgraden wie die großen Kraftwerke wurden jahrelang bekämpft, weil man glaubte, das alte Geschäftsmodell mit Hilfe gefügiger Politik unendlich in die Zukunft fortführen zu können.
    Wen wundert es da, dass ein massiver Vertrauensverlust stattgefunden hat? Wenn sich die EnBW nun vom Saulus zum Paulus der Energiewende wandeln möchte, dann muss sie sich dieses Vertrauen erst noch erarbeiten. Vor dem Hintergrund ihrer Geschichte reicht es nicht, dieses Vertrauen einfach einzufordern, als wäre nichts geschehen und die Umsetzung der Energiewende quasi Unternehmenszweck. Der Verweis auf ein "neues Geschäftsmodell" weckt zwar Hoffnungen, aber die EnBW muss erst noch beweisen, dass es sich dabei nicht nur um ein Feigenblatt handelt und hinter verschlossenen Türen doch noch die alten Lieder gesungen werden.

    Mit freundlichen Grüßen
    JF

    13 16
  3. Jacek

    vor 5 Jahren

    Hallo Herr F.,

    wir fordern keinen Vertrauensvorschuss ein. Wir wollen und können nur mit Taten überzeugen. Unsere Ziele dafür haben wir klar formuliert. Substantielle Investitionen in Erneuerbare Energien (Wind Onshore, Offshore und Wasserkraft), Netze (Übertragungs- und Verteilnetze) und dezentrale Energiedienstleistungen. Unser Geschäftsportfolio wird 2020 deutlich anders aussehen als heute. Daran werden wir uns messen lassen müssen.

    Wenn Sie sich näher mit unserer neuen Strategie auseinandersetzen möchten, kann ich Ihnen folgende Präsentation als Grundlage anbieten:
    http://www.enbw.com/media/konzern/docs/strategie/enbw2020_pr_sention_strategie.pdf

    Viele Grüße
    Jacek

    15 0
  4. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Sehr geehrter Herr F.,

    das Institut für solare Energiesysteme hat aktuell die Erzeugungszahlen der Erneuerbaren für 2013 veröffentlicht (wäre eigentlich nicht nötig, das sich jeder die Daten auf der Seite der EEX ansehen kann)

    Es bleibt wie gehabt: Nutzungsgrad Windkraft onshore: 17,5%, Nutzungsgrad PV: 10% Möglichkeiten, große Strommengen bezahlbar zu speichern wird es in den nächsten 50 Jahren nicht geben... Auch den Wundergläubigen aus der Öko-Branchen wird es nicht gelingen, die Gesetze der Physik zu betrügen!

    Und was die globale Erwärmung durch das vom Menschen zusätzlich ausgestoßene CO2 angeht (der Glauben an die AGW-Hypothese ist immerhin einer der Hauptgründe für diese unsinnige Energiewende): So folgen die Ist-Temperaturen seit nunmehr 17 Jahren nicht mehr den Klimamodellen des IPCC, sondern laufen nach unten aus allen Bändern heraus... die These wird also auch immer wackeliger... und eine teure Ablassmaßnahme wie die Energiewende damit zu begründen wird damit immer unseriöser!

    13 3
  5. hellmut wagner

    vor 5 Jahren

    Bei der Diskussion über erneuerbare Energie ( EE ) werden häufig folgende Punkte nicht berücksichtigt:

    1. Das sog. grüne Jobwunder muss auf Dauer ausbleiben, weil es sich um hochsubventionierte Arbeitsplätze handelt.
    2. EE sind nicht emissionsfrei. Bei der Produktion von Wind- und Photoivoltaikanlagen gibt es beachtliche Emissionen an CO2 und anderen Treibhausgasen. ( Studdie der Uni Stuttgart )
    3. Die EE haben einen um ein Vielfaches höheren Ressourcebverbrauch an wertvollen Rohstoffen ( einschl. seltener Erden ) als konventionelle Kraftwerke ( pro kw gerechnet )
    4. Die Lebensdauer der Anlagen ( 20 -25 Jahre ) ist wesentlich geringer als die der konventionellen Kraftwerke ( rd. 40 Jahre ).
    5. Die "Energie-Amortisationszeit" ( Zeitraum, der vergeht, bis eine Anlage m,ehr Strom produziert als für die Herstellung der Anlage notwendig war ) ist bei den EE wesentlich ungünstiger.
    6.Die EE sichern nicht die Versorgungssicherheit.Das Problem großtechnischer Speicherung von Strom ist nicht gelöst und eine wirtschaftlich vertretbare Lösung nicht in Sicht.
    7. Das EE-Gesetz treibt nachweisbar den Strompreis in die Höhe. Der Staat verdient noch daran über die Mehrwertsteuer.
    Der Katalog ließe sich fortsetzen.
    Wenn die Bürger besser informiert wären, wäre ihre Einstellung zur Energiewende eine andere.

  6. Dominik Pöschel

    vor 5 Jahren

    Der Atomausstieg war schon weit vor dem Unglück in Fukushima beschlossene Sache. Eines möchte ich hier klar herausstellen die wie von Ihnen angesprochene Problematik das nun jeder ein bissel Regenerativ Strom erzeugt ist das eigentliche Gift für die Energiewende. Die Energiewende ist ja nur deswegen an den Punkt wie heute gekommen, da nach Fukushima und einer Medial angefachten Stimmungsmache diese im Eiltempo geschehen soll. Eine typische Nebenwirkung unsere heutigen Zeit. Für ein gelingen braucht es die Kompetenz der Energiewirtschaft. Wir sind bereit können aber nicht liefern da es keine klare Gesetzeslage gibt. Nur ein paar Bürgergenossenschaften und PV Anlagen auf den Dächern von Privatkunden reicht nicht. Man erinnere sich als die kürzung der PV-Subvention beschlossen wurde da hat es gleich Arbeitsplätze in der Solatrindustrie gekostet. Nicht gerade sehr nachhaltig wie ich finde. Sehen sie es mal bitte aus der Richtung mit der Umlage das gerade der Staat mächtig inverstiert hat was PV-Anlagen angeht. Das lässt er sich nun brav vom Steuerzahler den Bau finanzieren und kassiert danach den Gewinn über die EEG Umlage wieder vom Endkunden (Steuerzahler). Jetzt sollte auch der letzte gemerkt haben was hier läuft. Sie führen an das die Bürger schon weiter sind bei der Energiewende als die großen EVU´s. In dieser Annahme gehen sie leider an der Realtität vorbei. Ich darf Sie erinnern das die ENBW schon vor Jahren Baltic 1 geplat hatte oder Laufwasserkraftwerk Rheinfelden. Der von den Bürgen geliefert Strom muss koordiniert in die Netze geleitet werden um Gefahren zu umgehen. Diese Kompetenz liegt nicht bei den Bürgern die Stromerzeugen sondern in der Hand derer die es können und auch wenn sie es nicht hören wollen sind das sind in Deutschland die vorhandenen Energieversorger. Schluss mit den Imageschädigungen der großen EVU´s. Jahrzehntelang haben wir Versorgungssicherheit gewähleistet und die Kraftwerke Kompetent und sogut wie Störungsfrei betrieben.

  7. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Ich muss gestehen, dass die Greenpeace in einer wissenschaftlichen Diskussion nicht mehr ernst nehmen kan, seit man seinerzeit ein Gutachtern im Zusammenhang mit der Versenkung der Brentspar gefälscht hat.

    Auch die eigenen Veröffentlichungen zu den Tschernobyl-Opfern (93.000) oder das Gefälligkeitsgutachten des FÖS im Zusammenhang mit der Subventionierung der Kernenergie haben bei mir diese Auffassung bekräftigt: Es handelt sich um einen Medienkonzern, der eine Ideologie an den Mann bringen will und keine sachliche Aufklärung betreibt.

    Auch in dem vorstehenden Beitrag wieder Quellen verlinkt, die - obwohl von offizieller Seite, wie z.B. BMU - doch inhaltlich eher fragwürdig sind.

    So wird oben vom "Jobmotor" Erneuerbare gesprochen, der Millionen Arbeitsplätze in Europa geschaffen hat. Und dann wird auf eine Veröffentlichung des BMU verlinkt, die jedoch nur die Verhältnisse in Deutschland darstellt.... Und hier ist sie dann auch zu finden: Die vom BMU veröffentlichte Zahl zur Bruttobeschäftigung! Schaut man jedoch in die diesen Zahlen zugrundeliegende Studie, die jährlich aktualisiert wird, fragt man sich, wie man dort - angesichts der ständigen Meldungen über Solar- und Windpleiten - auf ein solches Beschäftgiungsvolumen kommt?

    Und so wird's gemacht: Man nehme einfach die Erneuerbarenbranche und addiere einfach einen (anhand eines wie auch immer geschätzten Umsatzkoeffizienten) ermittelten Anteil an Beschäftigung in der Zulieferbranche hinzu. Dann lasse man Beschäftgiungseffekte durch Kaufkraftverlust infolge der Strompreissteigerungen bei den Verbrauchern, Standortverlagerungen von Industrie sowie Stellenstreichungen bei den Energieversorgern weg... und schon hat man auf dem Papier einen enormen Beschäftigungszuwachs!

    Und da ist es auch keine Überraschung, dass die Uni Stuttgart und das renomierte RWI einen negativen Beschäftigungseffekt durch die Erneuerbaren ermittelt haben!

    Armes Deutschland!

    Der VDMA veröffentlich eben

  8. Michael

    vor 5 Jahren

    Herr Kaiser,

    in 50 Jahren wird es noch keine bezahlbaren Stromspeicher geben ?

    Vor 50 Jahren war ein mobiles Telefon so groß wie eine Telefonzelle
    und so teuer wie ein Kleinwagen.

    Elektroautos sind der Stromspeicher von morgen.

  9. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    hm... wenn ich tagsüber mein Auto brauche und es nachts aufladen möchte... ohne Sonnenstromüberschuss... muss ich dann meine Fahrgewohnheiten dem Wetter (Sonne und Wind) anpassen und muss immer dann an die Steckdose, wenn zufällig gerade der Wind weht oder die Sonne scheint?

    16 3
  10. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Autoe werden in Serie seit ca 100 Jahren gebaut. Kein Teil aus einem heutigen Auto gleicht noch dem aus der Zeit vor hundert Jahren - mit Ausnahme der Batterie - sowohl Funktionsprinzip als auch Aussehen haben sich in hundert Jahren nahezu nicht geändert. Wir haben nach wie vor Bleisäure Batterien... warum wohl?

    Kennen Sie Edisons berühmtes Statement über Autobatterien? Ihm wurde viel Geld angeboten in jenen Tagen, um eine bessere Batterie für Elektroautos zu konstruieren und zu bauen als die Blei-Säure-Batterie. Er nahm das Geld und verschwand in seinem Labor. Monat für Monat hörte man nichts von ihm. Also haben ihn die Geschäftsleute, die ihm das Geld gegeben hatten, erneut besucht. Er sagte, er habe die Batterie nicht, und im Grunde hatte er nicht einmal die Form der Batterie.

    Natürlich haben sie ihn angeklagt, das Geld einfach genommen und nichts dafür getan zu haben. Nein, versicherte er ihnen, das stimmt überhaupt nicht.

    Er sagte, dass er tatsächlich große Fortschritte gemacht habe, weil er jetzt mindestens fünfzig Wege kennt, wie man eine Batterie für ein Elektroauto NICHT baut…

    Kurioserweise erfand Edison am Ende eine Nickel-Eisen-Peroxid-Batterie, die jedoch ein kommerzieller Fehlschlag war … also kam nicht einmal er über Blei-Säure hinaus.

    Genauso kennen wir Hunderte und Aberhunderte Wege, wie man eine Batterie für eine Stadt nicht baut. Also nehme ich an, dass dies im Sinne Edisons ein Fortschritt ist, aber nach einem Jahrhundert wird die Wartezeit doch allmählich lang.

    15 0
  11. Uwe Neumann

    vor 5 Jahren

    Hi, nur ganz einfacher Test, packen sie 10 1kW Motore und 1 10kW motor auf die Waage. Haben in Summe die gleiche Leistung. Fakt ist eines das ein 100 MW Generator in der Nutzung von Rohstoffen effizienter ist als die doppelt gespeisten Asyncrongeneratoren in der Windkraft. Ich will hier keinen mit Integralen und vieleicht noch Ringintegralen ueberfordern, deshalb dieser einfache Versuch. Natuerlich ist nach verschiedenen Gesichtspunkten deshalb auch die Leistung von Windkraft "klein". Es macht dort die Summe. Einen Turm fuer Masse und Windbeschleunigung hat daher Grenzen. Es gibt immer welche die an Umlenkgetriebe und Wellen durch den Turm von unten nach oben denken. Einfach mal nur die einfache Welle berechnen (SolidWorks gibt das her wie auch der A380 damit konstruiert wurde). Ohne jetzt gross auf Rechnungen einzugehen, der Materialaufwand von 60 Windkraftraedern zu einem 100 MW Generator sind gewaltig. Das dazu, Verfuegbarkeit? Wollen Sie wenn kein Wind oder Sonne auf Energie verzichten. Da wir in einem Verbund leben liefert dann Frankreich Atomstrom. Wenn Wind und Sonne verschenkt Deutschland den Strom in's Ausland. Wir zahlen aber noch eine EEG. Wofuer, weil Energiebetreiber genau wissen was passiert wenn wir alles erneuerbar umstellen. Natuerlich wissen sie es, ein stabiles Netz benoetigt einen Anteil an konventioneller Energie. Als Elektrotechniker und Physiker will ich nicht auf komplizierte Dinge eingehen. Leider scheint Frau Dr. of science nicht in ihren Vorlesungen und Seminaren aufgepasst zu haben. Zu Kernkraftwerken, Fusionskraftwerke bergen Gefahren, es gibt aber auch relativ sichere wo die Brennstaebe zur Kuehlung sogar augeklingt werden. Gefahr ist immer relativ, was wenn ein Fluegel bricht und in der naeheren Umgebung ein Haus total zerstoert. Es koennte ja noch der ganze Turm durch Unsymmetrie kippen. Leider fehlen immer mehr wissenschaftliche Belege, man sortiert mehr nach Popolarisierung.

  12. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Tja Reichskanzler Bismarck sagt schon: "Die Wahrheit hat es schwer gegen die Lüge, wenn die Öffentlichkeit die Lüge gleuben möchte"
    .
    ... und leider glaubt die Mehrzahl der Menschen in Deutschland lieber dem, was Sozialpädagogen und Theologen zum Thema Energieversorgung vorzubringen haben... :-(

    17 0
  13. Hugo

    vor 5 Jahren

    In den naturbedingten Stromversorgungslücken müssen wir uns schon selber helfen.
    Deutschland hat in Mitteleuropa den größten Strombedarf, unsere Nachbarn können
    uns unmöglich mal eben mit versorgen ! Der europäische Stromverbund glättet
    die unterschiedlichen Bedarfe ,ist aber nicht für eine Totalversorgung der Nachbarn
    in der Lage .

    9 0
  14. Edi Burkhardt

    vor 5 Jahren

    Der in Deutschland subventionierte, günstige Strom z.B. aus Windenergie bewirkt, dass der umweltfreundliche Strom z.B. aus der Schweiz konkurrenziert wird. Flusskraftwerke können, trotz genügend Wasser nicht mit voller Leistung arbeiten. Man muss sie zeitweise abstellen. Das ist nicht normal.

  15. Hugo

    vor 5 Jahren

    In Ewigkeit , Amen ! Vielen Dank für das ehrenwerte Glaubensbekenntnis ! Leider werden hier
    die naturbedingten Schwächen der sog. Energiewende hin zu 100% "Erneuerbaren" noch
    nicht einmal mit einem Wort erwähnt. Solche undifferenzierten Beiträge sind Grund für das
    überwiegende Mistrauen in der Bevölkerung gegenüber der "Energiewende" und der Sorge
    um die Versorgungssicherheit.

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