EnBW-Studie: Kapazitätsmechanismen im Strommarkt

Gastautor Portrait

Christiane Schatzmann

EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Christiane Schatzmann-Felden studierte Politikwissenschaften in Bonn und absolvierte danach ein Zeitungsvolontariat. Anschließend arbeitete sie u.a. als Pressereferentin im Bundesministerium für Verkehr und als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bundestag. Seit 2001 kümmert sie sich in der Berliner Hauptstadtrepräsentanz der EnBW als Projektleiterin um Kommunikationsformen rund um die Energiepolitik.

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07. Juli 2014

Nur ein koordiniertes europäisches Vorgehen macht bei der Einführung von Kapazitätsmechanismen im Strommarkt Sinn. Ein nationaler Alleingang Deutschlands würde unnötige Kosten für den Verbraucher verursachen. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die die EnBW Energie Baden-Württemberg heute in Berlin vorgestellt hat.

Derzeit stehen zahlreiche EU-Länder vor der Einführung von Kapazitätsmechanismen oder diskutieren diese. Diese Diskussionen werden allerdings stark aus der jeweiligen nationalen Perspektive geführt. Das gilt auch für Deutschland. Da viele europäische Länder jedoch über einen gemeinsamen Markt für Strom eng miteinander verbunden sind, drohen massive Störungen und hohe Kosten im gemeinsamen Markt durch  unterschiedliche und unkoordinierte nationale Marktdesigns. Sollte es zur Einführung von Kapazitätsmechanismen kommen, möchte EnBW auch im Interesse ihrer Marktaktivitäten dazu beitragen, dass diese wirklich von Anfang an europäisch sind und Ineffizienzen vermieden werden.

Die EnBW hatte daher das Beratungsunternehmen A.T. Kearney beauftragt zu analysieren, welche Unterschiede bei den Verbraucherkosten sowie bei der Wirtschaftlichkeit von Kraftwerken entstehen, wenn man unterschiedliche Kombinationen nationaler Kapazitätsmechanismen betrachtet. Untersucht wurde darüber hinaus das Ersparnis-Potential von aufeinander abgestimmten, nationalen Mechanismen innerhalb der Europäischen Union.

Die Studie mit dem Titel „Ausgestaltung und Koordination von Kapazitätsmechanismen im europäischen Strommarkt“ kommt zu dem Ergebnis, dass eine grenzüberschreitende Integration von Kapazitätsmechanismen deutliche Effizienzgewinne erbringt. Je nach betrachtetem Fall erhöhen sich die Kosten durch Autarkie deutlich. Eine grenzüberschreitend unkoordinierte Einführung eines dezentralen Leistungsmarktes würde bis 2030 etwa 17 Mrd. Euro an vermeidbaren Zusatzkosten verursachen. Diese Erkenntnis ist auch EU-rechtlich relevant, da die Kommission bereits ausdrücklich grenzüberschreitende Betrachtungen gefordert hat. Die Frage, ob in Deutschland überhaupt Bedarf für einen Kapazitätsmechanismus besteht, ist nicht Gegenstand der Studie.

Die gesamte Studie finden Sie hier

Eine Zusammenfassung der Studie finden Sie hier

 

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  1. Erich Görgens

    vor 4 Jahren

    Hallo Christiane,
    Kommunikationsformen rund um die Energiepolitik sind wichtig, interessant aber manchmal auch zu eng. In der Hoffnung das mein Kommentar auf der Seite von Herr Grass unter https://www.dialog-energie-zukunft.de/umfrage-herausforderungen-energiewende/#comment-2193 Ihnen da neue Perspektiven zeigt, freue ich mich auf Ihr Feedback!

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