Die fünf Baustellen der Stromwende

Gastautor Portrait

Dr. Patrick Graichen

Agora Energiewende

Dr. Patrick Graichen hat Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft studiert und am Interdisziplinären Institut für Umweltökonomie der Universität Heidelberg über kommunale Energiepolitik promoviert. Von 2001 bis 2012 hat er im Bundesumweltministerium gearbeitet, zuletzt als Referatsleiter für Energie- und Klimapolitik. Bei Agora Energiewende startete er als stellvertretender Direktor. Im Januar 2014 trat er die Nachfolge von Rainer Baake als Direktor der Agora an.

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17. Februar 2014

Die Energiewende im Strombereich geht Anfang 2014 in die zweite Phase: Heute stellen die Erneuerbaren Energien – Windkraft, Sonnenenergie, Wasserkraft und Biomasse – bereits ein Viertel der Stromversorgung bereit. Gemeinsam liegen sie somit an Platz 2 der deutschen Stromerzeugungstechnologien, hinter der Braunkohle.

Im nächsten Schritt wird es darum gehen, von 25% auf 50% zu gehen – und somit die Stromversorgung zu dominieren. Dies soll nach dem Willen der Bundesregierung in den nächsten 15 Jahren erfolgen. Hierfür müssen in dieser Legislaturperiode einige zentrale Weichen richtig gestellt werden – im Kern sind es fünf Baustellen, die fertiggestellt werden müssen:

1. Beim Erneuerbaren-Ausbau den Fokus auf Wind und Solar legen:
Von den verschiedenen Erneuerbaren Energien sind Wind (an Land) und Solarenergie die mit Abstand günstigsten Technologien. Der weitere Ausbau sollte sich also auf diese beiden konzentrieren und bei den teureren Technologien – v.a. Biomasse und Offshore Wind – eher langsamer vorgehen. Die jetzt anstehende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, aber auch der für später in der Legislaturperiode geplante Schritt hin zu einem Ausschreibungs-Modell müssen dafür sorgen, dass jedes Jahr etwa drei Gigawatt neue Wind- und Solaranlagen errichtet werden.

2. Endlich ernst machen im Bereich der Energieeffizienz:
Energieeffizienz zahlt sich dreifach aus – jede gesparte Kilowattstunde senkt Brennstoffkosten, reduziert den Bedarf an Kraftwerken und senkt die Notwendigkeit neuer Stromleitungen. Die Koalition hat für 2014 einen Energieeffizienz-Aktionsplan angekündigt, zudem steht die Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie in deutsches Recht an. Hier müssen wirksame Maßnahmen beschlossen werden, damit die Energiewende so günstig wie möglich wird.

3. Die Versorgungssicherheit durch ein Marktdesign für fossile Kraftwerke sicherstellen: Versorgungssicherheit ist in Deutschland ein sehr hohes Gut – wir haben im europa- und weltweiten Vergleich extrem niedrige Stromausfallzeiten. Damit das so bleibt, muss das Strommarktdesign so geändert werden, dass auch in Knappheitssituationen immer genügend Kraftwerke sicher verfügbar sind. Gleichzeitig darf dies mit Blick auf die Stromkosten nicht dazu führen, dass jetzt alle Kraftwerke ein Zusatz-Entgelt erhalten. Denn: Stilllegungsbedroht sind aufgrund der derzeitigen Marktsituation nur die Gaskraftwerke. Hier bedarf es insofern eines klugen, kostenbewussten und auch die Stromnachfrager über Lastmanagement einbeziehenden Instruments.

4. Netze bedarfsgerecht ausbauen: Wenn wir unser Erzeugungssystem umbauen wollen, dann werden wir auch neue Leitungen brauchen. Denn in Süddeutschland gibt es einen hohen Stromverbrauch, der aber nicht vor Ort durch kostengünstige Windanlagen gedeckt werden kann – und allein auf Sonne oder Biomasse zu setzen, wird nicht reichen bzw. wäre (u.a. wegen der notwendigen Stromspeicher) extrem teuer. Es ist aber derzeit nicht klar, ob tatsächlich jede der von den Netzbetreibern geplanten Leitungen gebraucht wird. Hier wäre ein transparenter, verschiedene Szenarien umfassender und alle Akteure von Anfang an einbindender Planungsprozess notwendig.

5. Die Energiewende europäisieren:
Viele unserer Nachbarn verfolgen die Energiewende in Deutschland mit Skepsis – und sind doch über den internationalen Stromhandel eng mit ihr verwoben. Gleichzeitig können die für 2030 geplanten EU-Klimaschutzziele gar nicht anders realisiert werden als mit einem europaweiten Boom der Erneuerbaren Energien – denn diese sind viel schneller zu realisieren und zudem viel günstiger als neue Kernkraftwerke oder Kohlekraftwerke mit CO2-Abscheidung (CCS). Es ist insofern dringend nötig, dass Deutschland im Dialog mit seinen Nachbarländern gemeinsame Wege hin zu mehr Erneuerbaren Energien und einem hohen Niveau von Versorgungssicherheit findet.

Wenn sie diese fünf Baustellen ordentlich managt und voranbringt, dann kann der großen Koalition im Bereich des großartigen Generationenprojekts Energiewende wahrhaft Großes gelingen. Wenn nicht, wird es 2017 sehr schwer werden, die verschiedenen Bruchstücke wieder zusammen zu fügen. Eine Einbindung der Bundesländer, der Kommunen und der Zivilgesellschaft sind dabei für ein erfolgreiches Gelingen unerlässlich.

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  1. Dirk Kaiser

    vor 4 Jahren

    Schade, dass die Gastautoren hier zumeist nicht mitdiskutieren ("Dialog"), sondern lediglich ihre Werbe-Texte hinterlassen!
    .
    "Von den verschiedenen Erneuerbaren Energien sind Wind (an Land) und Solarenergie die mit Abstand günstigsten Technologien."
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    Gleichwohl im Verhältnis zum Nutzen viel zu teuer!
    .
    "...das Strommarktdesign so geändert werden, dass auch in Knappheitssituationen immer genügend Kraftwerke sicher verfügbar sind. Gleichzeitig darf dies mit Blick auf die Stromkosten nicht dazu führen, dass jetzt alle Kraftwerke ein Zusatz-Entgelt erhalten. Denn: Stilllegungsbedroht sind aufgrund der derzeitigen Marktsituation nur die Gaskraftwerke."
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    Aha, Gaskraftwerke... die mit den höchsten Grenzkosten... nach dem Merrit Order Prinzip hätte das neben der ohnehin schon teuren Erneuerbaren welchen Einfluss auf den Strompreis?
    .
    "Die Koalition hat für 2014 einen Energieeffizienz-Aktionsplan angekündigt,..."
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    ... also politische Vorgaben bzgl. der maximalen Leistungsaufnahme von Staubsaugern, Verbindliche Vorgaben zu Erneuerung von Heizungen und Häuserfassaden - was kostet das und wer soll das bezahlen? (die Frage war rein rhetorischer Natur)
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    "Hier wäre ein transparenter, verschiedene Szenarien umfassender und alle Akteure von Anfang an einbindender Planungsprozess notwendig."
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    Aha - also 150% davon überzeugt aber Null-Ahnung, wie es gehemn könnte...

  2. Dirk Kaiser

    vor 4 Jahren

    "Viele unserer Nachbarn verfolgen die Energiewende in Deutschland mit Skepsis ..."
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    Nicht nur das, wir werden belächelt! Die Tschechen ahben "ihre Energiewende" abgesagt, die Polen haben Phasenschieber zum Schutz vor deutschem grünen Strom eingebaut, die Spanier sind an ihrer Energiewende finanziell fast zerbrochen und mußten die Notbremse ziehen... In Australien hat man nach dem Regierungswechsel erst einmal alle unsinnigen Kohlenstoffgesetze der grünen Vorgängerregierung gekippt
    .
    "Es ist insofern dringend nötig, dass Deutschland im Dialog mit seinen Nachbarländern gemeinsame Wege hin zu mehr Erneuerbaren Energien und einem hohen Niveau von Versorgungssicherheit findet."
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    Wunschdenken und Wundergläubigkeit...

    Ist man der erste auf einem Weg - ist man vielleicht ein "Pionier" oder "First mover" aber bleibt man der einzige auf diesem Weg, ist man vielleicht nur ein Idiot (weil der Weg einfach falsch ist)!

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  3. Hubertus Grass

    vor 4 Jahren

    Sehr geehrter Herr Kaiser,
    Danke für Ihre Teilnahme an der Debatte.
    Sie schreiben, dass die Gastkommentatoren hier "ihre Werbe-Texte hinterlassen" und bedauern, dass sie nicht mit diskutieren.
    Als Moderator bin ich dankbar, dass es uns bisher gelungen ist, hochkarätige und sehr gefragte Autoren für dieses Forum zu gewinnen. Gastautoren erhalten kein Honorar für ihre Beiträge.
    Wir erhoffen uns von ihnen Impulse für den Dialog. Zu erwarten, dass Gastautoren die rege Debatte mitverfolgen und ggf. eingreifen, wäre zuviel verlangt.
    Danke für Ihr Verständnis.

    Hubertus Grass, Moderator

    P.S. Wenn Sie Gastautoren mit allseits anerkannter Reputation kritisieren, sie hätten "Null-Ahnung" , trägt das nicht bei zu einer Atmosphäre, in der ein guter Dialog gedeihen kann.

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  4. Olaf Liwowski

    vor 4 Jahren

    Die Energiewende ist richtig, aber unüberlegt, zu spontan und ohne Augenmaß eingeleitet. Reaktoren mit Brennelementen frisch Bestückt, abzuschalten kann nur durch eine demente Physikerin erfolgen.
    Windparks ohne Anschluss ans Netz ist eine Super Leistung. Garantierte Vergütung für Solarstrom entspricht auch nicht der von Prof. Dr. Erhard propagierten Marktwirtschaft. Anstatt Anreize zu geben,
    wird Planwirtschaft betrieben. Der Zugang zur Energie ist ein wesentlicher Bestandteil einer Volkswirtschaft und nicht ein frei verhandelbares Gut, das dem Spiel der Parteien unterworfen wird.
    Dipl.-Ing. O. Liwowski

  5. Dirk Kaiser

    vor 4 Jahren

    Sehr geehrter Herr Grass,
    .
    vielen Dank für Ihre Antwort.
    .
    Mir ist durchaus bewußt, dass z.B. ein Herr Dr. Mastiaux seiner Position nicht die Zeit hat, um sich über längere Zeit in einem Blog "zu tummeln".
    .
    Gleichwohl sollte - nach meinem Dafürhalten - Sachlichkeit und ein echter Wissensbeitrag der Autoren auch einen gewissen Stellenwert erhalten und nicht allein ihre Name. (Das meine ich jetzt ausdrücklich nicht in Bezug auf den Beitrag von Herrn Mastiaux!).
    .
    Inhaltslose Phrasendrescherei (bitte verzeihen Sie den Ausdruck) wie in dem vorstehendem Artikel, Werbung für die eigene Ideologie hat dieses Blog nicht verdient!
    .
    P.S. Ich vermute, die meisten Texte stammen nicht von den Autoren selbst, sie alle haben Büros, die so etwas für sie verfassen... (was sicher auch verständlich ist...insoweit kommt der Frage nach dem inhaltlichen Wert der Beiträge vielleicht eine noch größere Bedeutung zu)

  6. Jürgen Schwenk

    vor 4 Jahren

    Ich habe noch nie verstanden, nach welchen Kriterien Leute als Energieexperten bezeichnet werden. Warum wird beispielsweise diese Agora Energiewende als Denkfabrik mit "allseits anerkannter Reputation" betrachtet? Schaut man sich die Berufe der dort beteiligten Personen auf deren Homepage an, sieht man, dass nicht ein einziger "Fachmann" also Energie- oder Elektrotechniker dabei ist. Daher ist fachliche Niveau dieser Agora nicht verwunderlich. Kein Wort darüber, dass derzeit die gesamte Netzregelung von großen Synchrongeneratoren gemacht wird, ohne die nicht einmal der Belastungszustand des Netzes bekannt ist. Die heutigen EE-Erzeuger tragen nichts zu Netzstatik oder Primärregelung bei, und das sind die grundlegensten Mechanismen unserer Stromversorgung. Da hätte ich gerne eine plausible Idee, wie das gehen soll. Anschliessend die Rechnung darüber, wie die Kosten aussehen, wenn man 300 Großkraftwerke die Regelung machen läßt, oder tausende Windanlagen oder Millionen von Solaranlagen. Dass letztere große Mengen Giftmüll bei der Produktion verursachen, die auf alle Ewigkeit im Bergwerk verschwinden interessiert auch nicht. Die Energiewendedebatte ist vom fachlichen Niveau schlicht katastrophal, das Unwissen in den Energiegenossenschaften usw. erschreckend. Da halten Betriebswirtschaftler und Kaufleute Vorträge über die Energiewende, und es geht doch nur ums Geld. Dabei vernichten sie unsere Lebensgrundlage und die unserer Kinder. Ich gehe als Elektroingenieur doch auch nicht her und halte Vorträge über die Finanzkrise. Mir macht dieser Größenwahn völlig unkundiger Leute Angst, und ganz ehrlich, Zorn ist auch genügend dabei...

  7. Dirk Kaiser

    vor 4 Jahren

    "P.S. Wenn Sie Gastautoren mit allseits anerkannter Reputation kritisieren, sie hätten "Null-Ahnung" , trägt das nicht bei zu einer Atmosphäre, in der ein guter Dialog gedeihen kann."
    ********************************************
    Herr Dr. Graichen steht für eine Organisation, die eine bestimmte Informationspolitik verfolgt und nutzt dieses Blog als Plattform.

    Verschleiernde, beschöningende und hinreichend schwammige Formulierungen (wenn's konkret werden soll) wie von mir oben angesprochen, deuten sehr stark darauf hin.
    .
    Auch er kann mit seiner Organisation die physikalischen Gesetze nicht überlisten... darf das aber nicht zugeben, weil... wessen Brot ich ess,...

  8. Dirk Kaiser

    vor 4 Jahren

    Wir wollen mit unserer Energiewende Vorreiter sein (in der grünen Propaganda sind wir das ja bereits), sind aber nur "abschreckendes Beispiel"

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/australiens-energiewende-rueckwaerts-schlechtes-beispiel-deutschland-a-950397.html

  9. Windmüller

    vor 4 Jahren

    Es wäre allen Beteiligten geholfen, wenn man beim Thema Energiewende zu einer gewissen Ehrlichkeit finden könnte. Es stört mich, dass Ökoenergien permanent als Kostentreiber hingestellt werden, während andere Kraftwerke offensichtlich vom Himmel fallen. Die Finnen und Franzosen bauen neue EPR Reaktoren, die 3,3 Mrd € kosten sollten. Nun ist man bei 8,5 Mrd € angelangt, und die Blöcke sind noch lange nicht am Netz. RWE hat in Neurath und Hamm neue Kohleblöcke gebaut, die am Ende 800 Mio € teurer waren als geplant. Das spielt keine Rolle. Wenn aber die Netzanbindung für Offshoreparks stolpert, dann erfindet man eine "Offshorenetzanbindungshaftungsumlage", welche brühwarm auf der Stromrechnung präsentiert wird. Was kostet der Rückbau des THTR 300 in Hamm, was kostet der Rückbau des Forschungsreaktor Jülich ? Da werden Kosten in Milliardenhöhe unter den Tisch gekehrt, während man auf erneuerbare Energien einprügelt, bis Blut spritzt.

  10. Hugo

    vor 4 Jahren

    Ich bin beeindruckt vom Mitarbeiterstab von Agora Energiewende. Der geballte Sachverstand
    ist hier versammelt, um die sog. Energiewende professionell zu begleiten. Für mich gehört
    die Organisation zur "Erneuerbaren"-Lobby, die , neben der Bundesregierung, bisher maß-
    gebend für das derzeitige Durcheinander in unserer Stromversorgung verantwortlich sind.
    Die Begleitung dieser Diskussion muß erweitert werden um Fachleute aus dem Bereich der
    Stromnetze und der konventionellen Kraftwerke. Ohne deren Sachverstand , wird die sog.
    Energiewende scheitern. Mit Verlaub, die Beiträge von Theologen, Soziologen, Hotelfachleuten,
    Betriebswirten usw. sind Glaubensbekenntnisse und für das Funktionieren einer hochkomplexen,
    wirtschaftlichen Energieversorgung ohne Relevanz.
    Die Aussage von Dr.Graichen unsere neue Stromversorgung wird mit weniger Energie auskommen
    müssen ist wirklichkeitsfremd. Sie wissen genau, dass unser Verkehrssystem auf die Elektrifi-
    zierung umgebaut wird und das unsere Industrie 4.0 mit Hochdruck an der umfassenden Automatisierung. Das erfordert eine sicherere Stromversorgung mit erhöhter Leistung !

  11. Paul Höß

    vor 4 Jahren

    Sehr geehrter Herr Grass,

    ich teile die Meinung von Herrn Kaiser zu 100%. Die inhaltsleere Phrasendrescherei des Herrn Graichen empfinde ich als Zumutung an mein fachliches Wissen als Elektroingenieur. Auf einer 2000EUR teuren "Energiekonferenz" der Süddeutschen Zeitung waren auch 90% der Besucher vom gleichen fachlichen Format wie Herr Graichen.
    Die verbleibenden 10% haben aufgrund von Sorgen über ihr berufliches Fortkommen die Bedenken verschwiegen, oder waren als Profiteure und Anlagenverkäufer (cui bono) sowieso für EE.

    Meine Bedenken hinsichtlich eines provozierten Blackouts wurden von den 5-10% Fachleuten auf dieser Veranstaltung im Privatgespräch in der Regel geteilt.
    Solche Fachleute wie Herr Graichen betrachten alles nur aus einem finanziellen Gesichtspunkt, aber die Natur lässt sich nicht kaufen! Also schon mal möglichst konkrete Vorbereitungen für den Fall eines Blackouts treffen. Vor 10 Jahren gab es 2 (n-1) Verletzungen pro Jahr, jetzt sind es mehr als
    3 pro Tag, irgendwann wird es gelingen.

  12. Paul Höß

    vor 4 Jahren

    Noch was:
    Mit Speichern könnte man die Blackoutgefahr vermeiden, aber die kosten 1000EUR pro kWh, Wir bräuchten davon mindestens 1000 GWh für einen Tag, also mehr als 1000 Mrd. EUR, besser noch
    10.000 Mrd. EUR für echte Netzstabilität.
    Wir können ja schon mal beginnen, darauf zu sparen.

    12 1
  13. Gustav Rach

    vor 4 Jahren

    Ich teile vollkommen ihre Meinung, Herr Höß.
    Wenn all unsere Pumpspeicherkraftwerke voll betankt sind, dann haben sie soviel Energie gespeichert wie wir in Deutschland in 30 Minuten an Stromenergie verbrauchen. Das ist lächerlich wenig! Ein Pumpspeicherkraftwerk, das Energie für einen Tag speichern könnte, erforderte einen oberen See, 400 m oberhalb von einem unteren See, mit den Maßen 16 km x 16 km, 10 m tief. So etwas können wir in Deutschland gar nicht bauen, weder als Ganzes noch als Flickenteppich. Allein aus diesem Grund (andere Gründe kann man auch noch nennen) ist die "Energiewende" zum Scheitern verurteilt.

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  14. Hartwig Schnabel

    vor 4 Jahren

    Man zieht zuerst die Socken an dann die Schuhe nicht umgekehrt. Das heißt man schafft zuerst die Voraussetzungen für den Atomausstieg und steigt dann aus. So einfach ist die Welt

  15. Wolkenspalter

    vor 4 Jahren

    Selten sieht man dermaßen konzentrierte Demagogie an einer Stelle wie die von Herrn Dr. Graichen.
      
    Der Vogel wird freilich davon abgeschossen, als ob uns die EEs zu weniger Stromverbauch verhelfen, anstatt zu gestehen, dass wir nicht mehr Strom verbrauchen -dürfen- ohne die Wende zu gefährden.
     
    Wer es noch nicht wusste: Strom kann man auch bei konventioneller Erzeugung sparen.

  16. Dominik Pöschel

    vor 4 Jahren

    Nachdem die Umwelt von uns Menschen so gestaltet wurden wie Sie für uns am besten ist, und viel Natur schon unwiderbringlich zerstört wurde, die Ostsee bald umkippt, und vieles mehr ist die Erneuerbare Energie und der Umweltschutz ganz wichtig. Allen voran wir Deutschen werden allein die Welt nicht retten. Ein solcher Größenwahn hat uns Deutschen noch nie, wie die Geschichte zeigt gut getan. Wenn eine solche Lösung gewünscht wird dann EU-, oder am besten Weltweit. Eine rein Deutsche Lösung ist absolut überflüssig und total wirkungslos wenn man die Sache im Global betrachtet.

  17. Sascha Reinhardt

    vor 4 Jahren

    Egal, was hier alle klugen (keine Ironie) Menschen schreiben. An einem ist nicht zu rütteln: Die Energie, welche erst gar nicht verbraucht wird, ist am billigsten und nachhaltigsten zu erzeugen. Sie muß nämlich erst gar nicht erzeugt werden und kostet deswegen auch gar nichts.

    Hier gilt es mindestens ebenso stark anzusetzen, wie an dem Punkt des Ausbaus nachhaltiger sauberer Energien.

    Aber das betrifft uns Alle. Auch im Kleinen. Und ich meine jetzt nichtmal so sehr die Energiesparlampen oder LEDs oder sonstigen Energiespargeräte.

    Viel eher die Fragen: Wa sbrauchen wir? Oder was brauchen wir nicht? Jeder Gegenstand den wir überflüssigerweise wegwerfen hat zu seiner Erzeugung Energie gekostet. Das gilt für den "nicht mehr ganz so schicken" 4zu3 TFT-Monitor von 2008 genauso wie für die zuviel gekauften und abgelaufenen Lebensmittel. Brauchen wir alle paar Jahre ein neues Auto, welches 95% seiner Zeit ungenutzt herumsteht? Klar, "der Neue" braucht 2 Liter weniger auf 100km. Wow, das sind bei 15.000km im Jahr ganze 300 Liter. Und was verbraucht die Herstellung des Neuen an Energie?

    Wir verschwenden die meiste Energie darauf, sie achtlos nicht zu nutzen. Sei es das Licht, das an gelassen wird, oder die vielen Dinge, die wir einfach wegwerfen.

    Wenn wir alle mehr daran denken würden, auch im Kleinen nachhaltig zu sein, müsten wir uns um Einiges weniger Gedanken machen, was eine nachaltige Energieversorgung leisten können muss.

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