Einladung zum Debattenabend Elektromobilität

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Redaktion

Stiftung Energie & Klimaschutz
21. September 2017

Parallel zum Electric Vehicle Symposium & Exhibition (EVS30), dem internationalen Branchentreffen der Elektromobilität, das in diesem Jahr in Stuttgart stattfindet, veranstaltet die Stiftung Energie & Klimaschutz einen Debattenabend Elektromobilität. Die Veranstaltung läuft auf dem EVS30 am Montag, den 9. Oktober. Für das Podium gewonnen werden konnte der Vorstandsvorsitzende der österreichischen Verbund AG, Wolfang Anzengruber. Wir hatten Gelegenheit, ihm im Vorfeld des Debattenabends Elektromobilität einige Fragen zu stellen:

DEZ-Blog: Die Verbund AG hat frühzeitig auf die Elektromobilität gesetzt. Verläuft die Entwicklung in diesem neuen Geschäftsfeld zu Ihrer Zufriedenheit?

W. Anzengruber: VERBUND engagiert sich bereits seit 2009 für die Elektromobilität, zuerst in Form der ersten E-Mobilitäts-Branchenvertretung in Österreich, der Austrian Mobile Power.  2012 haben wir  das Joint Venture „E-Mobility Provider Austria“ gegründet, das 2013 in SMATRICS umbenannt wurde. Heute ist SMATRICS der größte E-Mobilitäts-Infrastrukturanbieter in Österreich mit Schnell-Ladestationen von mindestens einer Ladestation im Umkreis von 60 km auf Hauptverkehrsrouten, die zu 100 Prozent aus Grünstrom von VERBUND gespeist werden. Inzwischen umfasst das SMATRICS Ladenetz etwa 400 Ladepunkte in Österreich.

In Österreich gibt es wie in Deutschland eine Kaufprämie für Elektroautos. Offenbar reicht das nicht, um die Branche aus der Marktnische zu befreien. Sollte der Staat mehr tun, um die Entwicklung zu befördern?

Um eine entsprechende Marktdurchdringung zu erreichen, sind erste Anreize bereits geschaffen worden, wie Fördermittel für Entwicklungsprojekte, Zuschüsse für alternativ betriebene Debattenabend Elektromobilität mit Wolfgang AnzengruberFahrzeuge oder zuletzt beim Sachbezug durch die Steuerreform. Das hat in Österreich eine über 60-prozentige Steigerung bei alternativen Antrieben wie Elektro- und Benzin-Hybrid bewirkt, allerdings von einem geringen Niveau ausgehend.  Rund zwei Prozent der neu zugelassenen PKW sind E-Autos.  Darüber hinaus sind aus unserer Sicht auch aufkommensneutrale Anreize für den Kauf von Elektrofahrzeugen zu schaffen, sowie eine entsprechende Ladeinfrastruktur österreichweit aufzubauen. Außerdem sind weitere Maßnahmen erforderlich, wie die Pflicht bei allen Neubauten von Garagenplätzen eine Leerverkabelung für zukünftige Lademöglichkeiten vorzusehen, ein striktes Halteverbot von Verbrennungs-KFZ auf E-Mobilitäts-Ladeplätzen, die Förderung der Errichtung von privaten und gewerblichen Lademöglichkeiten oder eine Pauschalbesteuerung von Laden beim Arbeitgeber.

Bestätigen Sie sich bitte einmal als Wahrsager: Wann kommt der Tipping-Point, der Zeitpunkt, an dem die Kunden in Massen der Elektromobilität den Vorzug geben und die Verbrenner in den Autohäusern stehen lassen?

Die Zukunft der Mobilität liegt in der Vernetzung von nicht-motorisierter Mobilität, öffentlichem Verkehr, alternativen Antrieben und dem verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien auch im Verkehrssektor. Davon bin ich überzeugt. Der genaue Zeitpunkt ist schwer zu prognostizieren, aber mittelfristig ist die Elektromobilität den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren überlegen.

Sobald E-Fahrzeuge in Massenproduktion gehen, wird das für Skaleneffekte bei den Batteriekosten sorgen und damit werden E-Autos billiger und attraktiver.

  • Enorme Fortschritte bei Fahrzeugreichweite und Ladegeschwindigkeit (100km Reichweite in 5 Minuten laden)
  • Running Costs deutlich unter Verbrennern (kein Ölwechsel, keine Kupplung, weniger Bremsverschleiß, Stromkosten deutlich unter fossilem Treibstoff)
  • Fahrzeugladung kann immer nebenbei erfolgen da Ladestation dort steht wo das Auto ohnehin parkt (Ausblick Induktives Laden)

Mit dem Projekt H2FUTURE engagieren Sie sich auch in der Elektrolyse von Wasserstoff. Welche Technologie wird sich am Ende bei den Speichern durchsetzen? Oder wird es mehrere Sieger geben?

Elektromobilität
Eine smarte Ladeinfrastruktur ist nicht alles: Beim nächsten Debattenabend der Stiftung Energie & Klimaschutz geht es um die zahlreichen Aspekte und Fragen rund um die Elektromobilität.

Die volatile Stromerzeugung aus Sonnen- und Windkraft erhöht den Flexibilitätsbedarf im System. Damit steigt die Bedeutung von Speichern. Nach wie vor leisten großvolumige Pumpspeicher den entscheidenden Beitrag zur Stromspeicherung. VERBUND gehört mit seinen Anlagen zu den großen Anbietern mit überregionaler Bedeutung und bietet ein Speichervolumen von 1.800 GWh.

Darüber hinaus sehen auch große Fortschritte bei der Entwicklung neuer Speichertechnologien. Neben lang erprobten Speichertechnologien wie Pump-, Gas- und Wärmespeichern werden derzeit viele innovative Speicherkonzepte realisiert. Insbesondere die Entwicklung von Batteriespeichern, ob im Privathaushalt oder in Großanlagen, schreitet rasch voran, gerieben von der rasanten Entwicklung im Bereich der E-Mobilität.

Grüner Wasserstoff, also Wasserstoff aus erneuerbaren Energien, wie wir ihn in unserer gemeinsamen H2FUTURE Demo-Anlage in Linz erzeugen werden, bietet ebenso enormes energiewirtschaftliches Potenzial, als Industrierohstoff oder als Kraftstoff für Mobilität und wird als Energiespeicher eine wichtige Rolle in der Energiezukunft spielen.

Vielen Dank für das Gespräch.

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Ablauf Debattenabend Elektromobilität

Impulsvorträge von

  • Dr. Albrecht Schütte MdL Fraktion CDU Mitglied im Verkehrsausschuss des Landtags Baden-Württemberg
  • Wolfgang Anzengruber Vorstandsvorsitzender Verbund AG
  • Ralf Bartelmeß Vorentwicklung E/E Integration Trucks Daimler AG
  • Timo Sillober Leiter Products, Digital, Sales & Marketing EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Es schließt sich eine Podiumsdiskussion unter der Moderation von Alexandra von Lingen an.

Teilnahme für unsere Leserinnen und Leser

Der Debattenabend „Elektromobilität“ findet innerhalb des EVS30 auf dem Stuttgarter Messegelände statt.

Der Debattenabend findet am Montag, 9. Oktober in der Landesmesse Stuttgart statt. Für die Leserinnen und Leser dieses Blogs sind wie immer einige wenige Plätze reserviert.

So können Sie teilnehmen: Bitte melden Sie Ihre Teilnahme bis spätestens Montag, 2. Oktober per Mail an: energieundklimaschutzBW@enbw.com

Ergänzende Informationen erhalten Sie im Zuge der Teilnahmebestätigung.

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  1. Manfred Seizer

    vor 12 Monaten

    Elektroautos taugen nur als 2.Fahrzeug für Reiche zum innerstädtischen Berufsverkehr. Wo laden als Laternenparker. Wo ist mein Ladekabel am nächsten Morgen. Wo laden auf der Urlaubsfahrt, wenn die Anderen auch laden wollen. Wie viel 1000 Km Kabel muss verlegt und bestromt = Verbrauch werden, mit alten Lkw und Baggern. Ich sehe auch für die fernere Zukunft keine Chance den Individualverkehr per Stromern für 42 Mio. PKW Besitzer zu ermöglichen.

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