Ausbau der Windkraft – nicht nur im Norden!

Gastautor Portrait

Hubertus Grass

Kolumnist

Nach Studium, politischem Engagement und Berufseinstieg in Aachen zog es Hubertus Grass nach Sachsen. Beruflich war er tätig als Landesgeschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen, Prokurist der Unternehmensberatung Bridges und Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden. Seit 2011 ist er als Unternehmensberater freiberuflich tätig.

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11. März 2014
Hier kommt die Auswertung unserer letzten Umfrage zu aktuellen Energiepolitik, Umfrage, Energiewende aktuell
Wo sehen Sie die größten Chancen für den Ausbau der Windkraft in Deutschland?

Die breite Mehrheit der Teilnehmer unserer Umfrage in der vergangenen Woche sprach sich für einen flächendeckenden Ausbau der Windenergie in ganz Deutschland aus. Die Frage, wo die größten Chancen für den Ausbau der Windkraft in Deutschland liegen, beantworteten 48 Prozent der Befragten mit „Breit verteilt übers ganze Land“.  Für eine Konzentration im windreichen Norden der Republik sprachen sich 30 Prozent aus; 22 Prozent der Teilnehmer sind der Meinung, dass Offshore Windparks die Stromgewinnung an Land ergänzen sollten.

Der Bau einer Windkraftanlage ist ein großtechnischer Eingriff in Natur und Landschaft. Immer häufiger kommt es zu Konflikten zwischen Öffentlicher Verwaltung, Investoren und Anwohnern. Das Wort von der „Verspargelung“ der Landschaft macht schon lange Runde.  

Dennoch findet die Nutzung der Windkraft allgemein bei Umfragen stetig eine hohe Akzeptanz in der Gesellschaft. Die Ablehnung steigt, je näher der geplante Standort der Anlagen an den persönlichen Lebensraum rückt.  Eine Sendung des Deutschlandfunks brachte das Dilemma bei dem ebenfalls ungeliebten Ausbau der Stromnetze auf den Punkt. Energiewende: Ja Bitte – Trasse: Nein Danke.  

Mit ein wenig Abstand – wie bei uns in der Umfrage – fällt es leichter pragmatisch an die Sache zu gehen, sich von der persönlichen Situation zu lösen und das Thema aus einer gesamtgesellschaftlichen Perspektive zu betrachten.

Ich bin schon sehr gespannt, wie die Diskussion zu diesem Thema weitergeht – natürlich auch hier im Blog 🙂

An unserer Umfrage nahmen in der Zeit vom 3. bis zum 9. März 655 Personen teil.

Diskutieren Sie mit

  1. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    "Ich bin schon sehr gespannt, wie die Diskussion zu diesem Thema weitergeht – natürlich auch hier im Blog :-)"
    ***
    Herr Grass, Sie lassen die Blogger die Wahl zwischen Pest und Cholera, um dann die Pest als "glorreichen" Sieger der Umfrage zu feiern... diese Art, der weniger mit "moderieren" als schon fast ein bisschen was von "manipulieren" hat, wird dazu führen, dass der Blog relativ schnell sehr tot sein wird!
    .
    Wenn Sie Glück haben gelingt es Ihnen, vier, fünf "Dauergäste" zu finden, die sich Energiewendemythen und -phrasen und die Ohren dreschen und sich dafür gegenseitig beklatschen. Viel Spass damit!

  2. Medard Bob

    vor 5 Jahren

    "Eine breite Mehrheit" von 655 zufällig zusammengewürfelten Personen hat sich für irgendetwas ausgesprochenen, ergo - - so fangen bestellte Legitimationsmythen in der Postdemokratie eben an, Mythen, zu denen unter Anleitung des Kirchentags dann auch noch "diskutiert" werden darf. Na klasse ... Das nebenbei das größte Projekt in Landschaftszerstörung läuft, das die Menschheit jemals (!) in Angriff genommen hat und dabei ein paar subventionierte "Ökologen" einen guten Schnitt machen, interessiert schon wieder niemanden. Warum schreib ich hier überhaupt?

  3. Johann Huber

    vor 5 Jahren

    Alle die sich ERNSTHAFT mit der sicherlich erforderlichen Energiewende auseinanderstzen sollten sich einmal die Hompage www.windradfreies-voralpenland.de genaustens ansehen und darüber nachdenken und recherchieren

  4. Windmüller

    vor 5 Jahren

    Herr Kaiser - sie haben ein sonderbares Weltbild. Schauen sie sich mal an, was für Windparks EnBW in der Türkei realisiert. Schauen sie sich mal die Bürgerenergiegenossenschaft von RWE an, einschließlich des Unternehmens " Gecco"
    Schauen sie sich mal die Windparks an, die Eon und RWE in Polen gebaut haben. Wenn die großen Konzerne das machen, ist das voRWEggehen, ansonsten ist das natürlich die Pest.
    Als die Stadtwerke Kassel in Nordhessen einen Windpark bauen wollte, ist die FDP im Wiesbadener Landtag über Tische und Bänke gesprungen. Nun baut EnBW in Nordhessen einen Park, da ist die FDP ruhig und entspannt.

    Ja neee - iss klaaa

  5. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Erinnern Sie sich an das Jahr 2008? Der Rohölpreis stieg im Juni 2008 auf 145 Dollar pro Barrel. Die International Energy Agency IEA u.a., dass man sich am Peak Oil befand und sagten eine Abnahme der globalen Erzeugung voraus. Viele haben behauptet, dass der Welt die auf Kohlenwasserstoffen basierende Energie ausgehen würde.

    Getrieben durch die Mythen globale Erwärmung und Peak Oil beeilten sich die Regierungen der Welt, Erneuerbare zu unterstützen. Zwanzig Jahre Subventionen, Steuerbefreiungen, Einspeisetarife und Vorschriften führten zu einer Explosion von Installationen erneuerbarer Energie. Der Renewable Energy Index (RENIXX) der 30 weltgrößten Erneuerbaren-Unternehmen stieg über 1800.
    .
    Zehntausende Windturbinen wurden installiert, Ende 2012 waren es insgesamt über 200.000 Windmühlen weltweit. Deutschland war führend in der Welt mit über einer Million Solarinstallationen auf den Dächern.
    .
    Aber gleichzeitig war es zu einer unerwarteten Energierevolution gekommen. Unter Verwendung des guten alten Erfindungsreichtums der Yankees entdeckte die Öl- und Gasindustrie in den USA, wie man Öl und Erdgas aus Schiefer gewinnen kann.
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    Von 2008 bis 2013 schnellte die Petroleum-Erzeugung in den USA um 50% nach oben. Die Erdgasproduktion in den USA stieg um 34% von einem Tiefpunkt im Jahre 2005. Russland, China, die Ukraine, die Türkei und über 10 Nationen in Europa begannen, Genehmigungen für hydraulisches Brechen zu erteilen.
    .
    Im November 2009 fand Klimagate statt. Die bekannt gewordenen E-Mails enthüllten Verzerrungen, Manipulationen von Daten, Umgehung der Gesetze zur freien Information und Bemühungen, den Begutachtungsprozess zu unterwandern – alles nur, um die Causa anthropogene Klimaänderung am Leben zu halten.
    .

    2 0
  6. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Besorgt wegen aufgeblähter Haushalte, abnehmender industrieller Wettbewerbsfähigkeit und Gegenreaktionen der Bevölkerung haben sich die europäischen Nationen während der letzten vier Jahre allmählich von grüner Energie zurückgezogen. Spanien hat 2009 die Solarsubventionen gekippt, und die Verkäufe von Photovoltaik fielen um 80% in nur einem einzelnen Jahr. In Deutschland wurden 2011 und 2012 die Subventionen gekürzt, und die Anzahl der Arbeitsplätze in der deutschen Solarindustrie fiel um 50 Prozent. Hinzu kamen Subventionskürzungen in der Tschechischen Republik, Griechenland, Italien, den Niederlanden und UK. Der RENIXX, also der Erneuerbare-Energien-Index fiel 2012 unter 200, das waren 90% weniger als der Spitzenwert 2008.
    .
    ... ja doch... is klaaaaa

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  7. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Der gestrige Donnerstag, der 13. März, hat das Zeug dazu in die Geschichtsbücher der Energiewender einzugehen. Von immerhin fast 34 GW installierter Leistung an Windkraftanlagen, die sich Deutschland derzeit schon leistet, wurden in der Zeit von 11:00 bis 12:00 Uhr gerade mal 0,039 GW oder 0,11 % eingespeist (siehe transparency.eex.com).
    Der Rest des Vormittages verlief auch nicht viel besser, denn im Mittel erbrachte dieser Vormittag nur eine stark schwankende Einspeiseleistung von 72,6 MW oder 0,21 % der installierten Leistung.
    Dazu Peter Terium, Chef des größten deutschen Stromerzeugers, des Energieriesen RWE. Zitat: ""Wir haben spät auf die erneuerbaren Energien gesetzt – vielleicht zu spät." :-)

  8. Windmüller

    vor 5 Jahren

    @ Dirk Kaiser - es gehen ganz andere Dinge in die Geschichtsbücher der Energiewender ein. Schweden baut in Lappland den größten Winpark der Welt. 4000 MW sollen bis 2020 entstehen. In Rumänien hat General Electric den größten Windpark Europas gebaut. EnBW hat in der Türkei den größten Windpark des Landes gebaut. Die Briten bauen eher Windrad an Windrad, bevor auch nur ein neues KKW am Netz ist. Schauen sie sich doch nur mal an, wie die Windkraft in Schottland förmlich explodiert. Und all diese Investitionen in Milliardenhöhe werden von ideologisch verbohrten Ökopaxen erzwungen, damit Zappelstrom die Netze instabil machen kann ?

  9. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Haben Sie sich den Enerigemis der Schweden mal angesehen? Und die entsprechenden Planungen...? Schweden setzt nach wie vor auf Kernenergie...! Die machen keinen solchen Blödsinn, wie wir Deutschen, alles abzuschalten...
    .
    In der Türkei haben E.ON und die Sananci-Familie gerade ein Jointventure zum Bau/Betrieb von Braunkohlekraftwerken gestartet...
    .
    Die Situation in Großbrittanien ist seit gut einer Woche auch ganz anders... dazu muss ich noch mal kurz Fakten sortieren und antworte gleich dazu..

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  10. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    "Die Briten bauen eher Windrad an Windrad, bevor auch nur ein neues KKW am Netz ist. Schauen sie sich doch nur mal an, wie die Windkraft in Schottland förmlich explodiert."
    **
    Die britische Regierung hat die Subventionen für Windkraft gründlich überarbeitet. Im Klartext: Eine Kürzung der von den Verbrauchern aufgebrachten Subventionen im Wert von über 1 Million Pfund für Windparkbetreiber.

    Mit diesen Subventionen wurde den Windparks garantiert, dass sie das Doppelte des Marktpreises für den Strom bekommen, den sie erzeugen. Unter dieser neuen Prämisse, müssen die Unternehmen ihren Strom in das nationale Netz zu einem Preis einspeisen, der dem wettbewerbsbedingten System von Angebot und Nachfrage unterliegt.
    .
    Erste Konsequenz: Vorige Woche hat SSE, eines der großen sechs Energieunternehmen, angekündigt, zwei Windparks in Schottland zu streichen, die beide starker Opposition vor Ort ausgesetzt waren.

    Die Pläne von SSE sahen ursprünglich vor, eine Anlage mit 27 Windturbinen, jede 400 Fuß hoch [ca. 120 m], bei Dalnessie in Sutherland und weitere 12 Turbinen bei Glen Orrin in Ross-shire zu errichten. Keine der beiden wird jetzt errichtet. SSE sagte, es würde hinsichtlich aller anderen Projekte „von Fall zu Fall“ entscheiden.

    Community Windpower, der bereits eine Anzahl Windparks betreibt, hat Pläne für zwei neue Standorte in England aufgegeben – einen für 16 Turbinen, jede 426 Fuß hoch [ca. 130 m] auf einem stillgelegten Fliegerhorst im nördlichen Cornwall und einen anderen mit 10 Turbinen im Forest of Bowland, einer wunderschönen Landschaft in Lancashire.
    .
    Beide Unternehmen haben Millionen Pfund in den Systemen versenkt, die über das Planungsstadium hinausgegangen waren. Renewable UK, die Handelsagentur, sagte, dass auch andere Windenergie-Unternehmen vor dem Hintergrund abschmelzender Subventionen zukünftige Projekte noch einmal unter die Lupe nehmen wollen.

  11. Windmüller

    vor 5 Jahren

    Nun ja Herr Kaiser

    http://www.svevind.se/Projects/Project.aspx?projectID=1&lang=en-US

    Die Schweden müssen aber schon arg gutmenschenlinksvergrünt sein.
    Sonst würden sie so was doch wohl nicht machen

  12. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Die Schweden schalten dafür nicht ihre sichere Zuverlässige Stromversorgung ab! Darüber hinaus scheint Ihr Link etwas veraltet - die Info's sind irgendwie alle aus 2008 oder älter. Wenn auf "Introdiction an latest news klickt, kommen irgendwie keine "latest news"....

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  13. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    Ein kurzer Blick in die schwedische Energiestatistik zeigt drei sehr aktive Kernkraftwerke und zwei stillgelegte. Die aktiven tragen ca. 39 % (1) zur schwedischen Stromerzeugung bei.
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    Dagegen deckt die Einspeisung von Windenergie in Schweden trotz massiver Aufrüstung (2012) nur knapp 4 % des Verbrauches an Elektroenergie.
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    Vom Ersatz auch nur eines Kernkraftwerkes durch die Windenergie ist Schweden wegen der natürlichen Volatilität und dem Mangel an Speichern ebenso weit entfernt, wie der Mond von der Erde.
    .
    Keinen Strom zu haben wäre für Schweden noch misslicher und teurer als hierzulande , denn dort liegt der Verbrauch mit ca. 15 MWh pro Kopf der Bevölkerung und Jahr (drittgrößter Verbraucher in Skandinavien.) um das 2,2 fache über den bundesdeutschen Durchschnitt.

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  14. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    PS: Hier ein Beispiel dafür, wie die Menschen Stück für Stück von Ideologen verblödet werden: Die PISA-Studie für Erwachsene legte mal eben in 2005 alle schwedischen Kernkraftwerke still:
    .
    "http://aristoblog.de/2013/10/piaac-lesen-schreiben-rechnen-deutsche-nur-mittelmass/"
    .
    Wie sagte Reichskanzler Bismarck vor über 125 Jahren:
    "Die Wahrheit hat es schwer gegen die Lügen, wenn die Menschen die Lüge glauben wollen"
    .
    Wie recht er doch hatte!

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  15. Dirk Kaiser

    vor 5 Jahren

    der link ist falsch rübergekommen: Zum anzeigen der Seite bitte alles, was nach "mittelmass" steht, löschen...

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