Erfolgt auf dem Weltklimagipfel in Paris der Durchbruch zum 2°-Ziel?

Gastautor Portrait

Redaktion

Stiftung Energie & Klimaschutz
23. November 2015
Offshore, Energiewende aktuell

Paris und Klimavertrag? Die Stadt steht derzeit leider mit einer ganz anderen Thematik im öffentlichen Interesse. Der Weltklimagipfel, der vom 30. November an in Paris stattfinden wird, ist das wichtigste Ereignis für die Zukunft der Welt in diesem Jahr. Daran ändert auch der Terror nichts. Gastautoren werden in den nächsten Tagen bei uns im Blog den Klimagipfel beleuchten. Ob der Gipfel in Paris den Durchbruch zur Einhaltung des 2°-Ziels bringt?

Dagegen spricht die Prioritätenliste der Diplomatie in den G-20 Staaten,  auf denen die Themen Flüchtlingskrise und Terrorismus ganz oben stehen. Ob die notwendige Konzentration auf den Weltklimagipfel dabei verloren geht? Joachim Betz und Babette Never kommen zu einem eindeutigen Schluss: Der Pariser Klimagipfel wird scheitern.

Noch nie wurde ein Weltklimagipfel so professionell vorbereitet

Das, was bisher an freiwilligen Selbstverpflichtungen vorgelegt wurde, reicht nicht für die Einhaltung des 2°-Ziels. Das geht aus dem aktuellen Bericht des Klimasekretariats der Vereinten Nationen (UNFCCC) hervor. Erstmals haben jedoch alle Industriestaaten und drei Viertel der Entwicklungsländer nationale Klimaschutzpläne vorgelegt. Dass ein neues Klimaschutzabkommen erreicht wird, ist daher wahrscheinlich, nicht aber dessen Wirksamkeit. Obwohl die eingereichten nationalen Selbstverpflichtungen für den Klimaschutz ab 2020 („Intended Nationally Determined Contributions“ – INDCs) bestenfalls dazu ausreichen, die Erderwärmung auf ca. 2,7 ° zu begrenzen, ist Reimund Schwarze verhalten optimistisch, die 2°-Grad-Grenze im Laufe der Verhandlungen noch zu schaffen. Die Selbstverpflichtungen seien ein Startpunkt. Alles Weitere müsse sich in Paris ergeben.

 

Interview-Partner Reimund Schwarze koordiniert die Forschung zu „Klimawandel und Extremereignissen“ am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig und leitet das Thema „Risikoanalyse und Risikomanagement für integrierte Klimastrategien“ in der REKLIM-Initiative der Helmholtz-Gemeinschaft.

2°-Ziel braucht finanzielle Unterfütterung

In Paris treffen 196 Vertragsparteien aufeinander, in der Mehrzahl sind es Entwicklungsländer. diese bestehen auf die Einhaltung der Zusage, dass die Industriestaaten bis 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar Hilfe zum Klimaschutz leisten. Wenn man die Länder, die den Klimawandel nicht zu verantworten aber den größten Teil der Lasten zu tragen haben werden, nicht unterstützt, werden sie beim Klimaschutz nicht mitmachen.

Umstritten ist auch die Verteilung der Lasten zwischen den Industrie- und Schwellenländern. Historisch haben zwar vor allem die Industrieländer CO2-Emissionen und andere Klimagase emittiert und auch heute noch liegen China und Indien beim CO2-Ausstoß pro Kopf weit hinter den USA zurück. Die beiden Länder, in denen mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung lebt, spielen aber auf Grund ihrer hohen Bevölkerungszahl und ihres Wirtschaftswachstums beim künftigen Klimaschutz eine zentrale Rolle. Wenn sie ihre nachholende industrielle Entwicklung nicht wie die Industriestaaten auf Basis der Energieträger Kohle und Öl vollziehen sollen, verlangen sie für ein Entgegenkommen finanzielle Kompensation. Ist dafür noch Geld da, wenn die wichtigsten Player der G-20-Gruppe derzeit in kostspieligen Kriegen stecken?
Der Weltklimagipfel von Paris wird eine schwierige Veranstaltung mit ungewissem Ausgang. Wir möchten dazu Ihre Einschätzung kennen lernen? Wird der Weltklimagipfel in Paris den Durchbruch zur Einhaltung des 2°-Ziels bringen? Stimmen Sie ab und hinterlassen Sie Ihre Meinung per Kommentar.
So einfach können Sie teilnehmen: Wählen Sie ihre Antwortmöglichkeit aus, klicken Sie auf den Button “Abstimmen” und schon sehen Sie das aktuelle Zwischenergebnis der Umfrage. Unsere Umfrage läuft bis Sonntag, den 14. Dezember 2015 – wir sind gespannt auf Ihre Meinung.

Diskutieren Sie mit

  1. Nicole

    vor 3 Jahren

    UNSERE Bestimmer haben kein Interesse am Überleben unseres Planeten und wir Menschen werden einfach ignoriert

  2. Alwine Oliwka

    vor 3 Jahren

    Ich denke, die Wirtschafts Lobbyisten und viele Politiker, sind zu mächtig. sie werden jetzt auch wieder Hintertürchen finden, um sich an vorgeschriebene Abkommen zum Klimawandel, nicht halten zu müssen. Alle denken nur kurzfristig und nicht an die Zukunft der nächsten Generationen. Egoismus der Mächtigen verhindert den Klimawandel!

  3. Andrea Wolf

    vor 3 Jahren

    ...warum ist z.B. in Deutschland noch nicht auf jedem Dach eine Solaranlage und warum werden die neuen Häuser nicht gleich so gebaut...???!!!

    ...Antwort...weil dann die Energiekonzerne nicht mehr so viel Profit machen können...!!!

    Geld regiert die Welt ... und jeder schiebt das Problem immer auf den anderen... WIR - Deutschland haben die Möglichkeiten...UND ...wir machen nichts.

  4. Niels Dettenbach

    vor 3 Jahren

    Als Naturwissenschaftler kann ich dazu nur sagen: eine große Show!

  5. Christina Voll

    vor 3 Jahren

    Die Auswirkungen der industriellen Massentierhaltung und ihre Auswirkungen auf unser Klima wird dort nicht thematisiert! Warum?

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