Vorstudie zum nachhaltigen Umgang mit überschüssigen Windstromanteilen

Gastautor Portrait

Natascha

EnBW

Ist aus dem Hessischen und arbeitet seit 2006 in der Repräsentanz Berlin. Seit Juni 2012 als Projektleiterin im Bereich Wirtschaft & Politik, Nachhaltigkeit. Von Haus aus eher den schönen Künsten zugeneigt (Studium der Germanistik und Publizistik in Mainz), war die Energiebranche zunächst hartes Brot. Mit den Arbeitsbereichen Sponsoring, interne Kommunikation, Veranstaltungsplanung und nun Energiewende-Blog halten sich die schönen Künste und die harten Themen aber die Waage und machen allesamt Freude.

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18. März 2014

Das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH hat im Auftrag des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums eine Vorstudie zum nachhaltigen Umgang mit überschüssigen Windstromanteilen erarbeitet. Denn angesichts des angestrebten weiteren Ausbaus der Windenergie auf Land (onshore) und See (offshore) sei in Zukunft bei weiterhin stockendem Ausbau des Stromnetzes mit einer deutlichen Zunahme an Windstromüberschüssen zu rechnen. Neben dem Netzausbau könnten verschiedene weitere Maßnahmen ergriffen werden, wie z. B. Netzertüchtigungen, Speicher- und Lastmanagementmaßnahmen, um Windstromüberschüsse und ihre Auswirkungen auf das Gesamtsystem zu reduzieren. Dabei habe bisher die ökonomische Bewertung einer Technologie meistens den Ausschlag für deren Priorisierung und Realisierung gegeben. Im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit Windstromüberschüssen seien neben ökonomischen Aspekten aber auch ökologische und soziale Faktoren zu berücksichtigen. 

Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der Vorstudie, die verschiedenen technischen Flexibilisierungsoptionen, die für einen problemorientierten, flexiblen Umgang mit überschüssigen Windstromanteilen in Frage kommen, zu identifizieren und anhand verschiedener Kriterien zu beurteilen, wie nachhaltig bzw. robust ihr Einsatz sein wird.  

Dafür wird zunächst betrachtet, mit welchen Entwicklungspfaden für die Windenergie in Deutschland bis zum Jahr 2050 in bestehenden Studien sowie in den Szenarien für den Netzentwicklungsplan Strom 2012 gerechnet wird. Nach Kapiteln über Definition und Erfassung von Windstromüberschüssen werden in einem nächsten Abschnitt die bereits bestehenden sowie die absehbaren systemtechnischen Auswirkungen auf den Stromsektor dargestellt sowie anschließend geeignete oder als geeignet angesehene Flexibilisierungsoptionen ermittelt und erläutert. Hierzu gehören zum einen Technologien als auch Betriebsstrategien und zum anderen erprobte, in Erprobung befindliche und (noch) unerprobte technische Lösungen.  Vor dem Hintergrund dieser Analysen findet dann der Schwerpunkt der Untersuchung statt: Für das Problemfeld Überschüsse werden die verschiedenen als geeignet angesehenen Flexibilisierungsoptionen im Zeithorizont bis zum Jahr 2020 gegenübergestellt und multikriteriell bewertet. Neben der Abregelung der Überschüsse werden Netztechnologien und Speichertechnologien betrachtet. 

Ergebnis: Wird die in der Studie beschriebene Gewichtung angewendet, ergibt sich daraus, dass Freileitungsmonitoring und HGÜ-Kabel die besten Ergebnisse erzielen. Die Abregelung erreicht eine im Vergleich zu den anderen Alternativen mittlere Punktzahl. Zusätzlich werden die HGÜ-Freileitungen, die adiabaten Druckluftspeicher, die 380 kV AC-Freileitungen, die Hochtemperaturleiterseile und die innovative Pumpspeicher besser als die Abregelung bewertet. Die Punktzahlen der konventionellen Pumpspeicher, der Wasserstofftechnologien und der 380 kV AC-Kabeln, liegen allerdings nur knapp unter der Abregelung. Batterietechnologien und konventionelle Druckluftspeicher schneiden deutlich schlechter ab als die Abregelung und bilden das Schlusslicht in der Bewertung. Kavernenspeicherung von Wasserstoff und die Einspeisung von Wasserstoff ins Gasnetz werden schlechter als die Abregelung bewertet, wobei die Gasnetzeinspeisung eine etwas höhere Punktzahl erhält als die Kavernenspeicherung.

Die vollständige Studie finden Sie hier: http://wupperinst.org/uploads/tx_wupperinst/Windstrom_Endbericht.pdf

 

 

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  1. Windmüller

    vor 4 Jahren

    Das Problem ist, dass es gar nicht um technische Fragen geht, es geht nur darum, WER die Technologie in der Hand hat.
    Greenpeace hat schon lange den Einsatz von "power to gas" gefordert. Wenn Greenpeace das fordert, ist das natürlich religiöser Ökologismus, wenn Eon das macht, ist das gleich schon ganz anders.
    http://www.youtube.com/watch?v=iO0Cb2atgkY

  2. Dirk Kaiser

    vor 4 Jahren

    Herr Windmüller, es stimmt, E.ON hat vor kurzem die erste PtG-Test-/Pilotanlage im brandenburgischen Falkenhagen in Betrieb genommen, mit der Windstrom in "industriellen Größenordnungen" in Gas umgewandelt werden kann (können soll).

    Was Sie sicher nicht wissen (da bin ich mir ziemlich sicher, weil Ihre unvoreingenommenen Quellen darüber üblicherweise nicht berichten) ist, dass Greenpeace im Herbst 2012 ein PtG-Projekt im niedersächsischen Suderburg gekippt hat. Begründung: "auf Sicht nicht wirtschaftlich.."
    .
    Aber Forderungen aufstellen, für die "andere" bluten sollen, kann man....
    .

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