Wasserdruck – Warum wir uns mehr um unser Lebenselixier kümmern müssen

Gastautor Portrait

Redaktion

Stiftung Energie & Klimaschutz
14. Mai 2026

Wasser als Zukunftsfrage: Warum unser Verbrauch oft unsichtbar bleibt

Wasser ist Lebensgrundlage, Wirtschaftsfaktor und Klimathema zugleich. Trotzdem bleibt oft unsichtbar, wie viel Wasser wir im  Alltag tatsächlich verbrauchen – und wie stark Wasser weltweit unter Druck steht. In der 47 Folge des „Podcast zur Energiezukunft“ spricht Katharina Klein mit Carolin Stüdemann, geschäftsführende Vorständin von Viva con Agua, über globale Wasserknappheit, den Wasserfußabdruck, Wasserverschmutzung und die Frage, wie Wasser gerechter verteilt werden kann.  

Wasser als Lebensgrundlage: Warum wir unsere wichtigste Ressource besser schützen müssen

Für Carolin Stüdemann ist Wasser weit mehr als eine Ressource. Im Gespräch beschreibt sie Wasser als verbindendes Element: Wir bestehen aus Wasser, wir sind im Wasser entstanden, und ohne Wasser wäre Leben auf diesem Planeten nicht möglich. Genau deshalb sei es ihr Anliegen, Wasser stärker in den gesellschaftlichen Fokus zu rücken. 

Ein wichtiger Anstoß für ihr Buch Die Zukunft unseres Wassers war die UN Water Conference in New York. Besonders eindrücklich: Vor dieser Konferenz hatte es 47 Jahre lang keine vergleichbare globale UN-Wasserkonferenz gegeben. Für Stüdemann zeigt das, wie wenig Aufmerksamkeit das Thema Wasser erhält, obwohl es so wichtig für unser aller (Über)leben ist.  

Wasserfußabdruck in Deutschland: Wie viel Wasser verbrauchen wir wirklich?

Ein zentraler Begriff der Folge ist der Wasserfußabdruck. Gemeint ist damit nicht nur das Wasser, das wir direkt beim Duschen, Kochen oder Waschen verbrauchen. Entscheidend ist auch das sogenannte virtuelle Wasser: also Wasser, das für Lebensmittel, Kleidung, Technik oder Mobilität benötigt wird. 

Carolin Stüdemann nennt im Podcast eine eindrückliche Zahl: In Deutschland liege der tatsächliche Wasserverbrauch pro Person bei rund 7.200 Litern pro Tag, wenn man diesen indirekten Verbrauch berücksichtigt. Eine neue Jeans könne rund 10.000 Liter Wasser verbrauchen, auch Rindfleisch habe einen besonders hohen Wasserfußabdruck. Gleichzeitig zeigt sie: Schon ein vegetarischer Tag pro Woche könne rund 45.000 Liter Wasser pro Jahr einsparen.  

Wasserverschmutzung: Ursachen, Folgen und unsichtbare Risiken

Auch die Wasserverschmutzung ist ein großes Problem. Stüdemann beschreibtdas  als die„unsichtbare Krise“. Global würden große Mengen industrieller und kommunaler Abwässer ohne ausreichende Klärung in Flüsse, Seen und Meere geleitet. Auch in Europa und Deutschland sieht sie Herausforderungen: Unser Wasser ist durch Nitratund Pestizide belastet und die chemische Verschmutzung durch sogenannte Ewigkeitschemikalien belastet Gewässer und Trinkwasser.  

Wasserfragen sind nicht nur individuelle Konsumfragen, sondern auch systemische Aufgaben. Politik, Unternehmen und Infrastrukturen entscheiden maßgeblich darüber, wie sparsam, gerecht und nachhaltig mit Wasser umgegangen wird. 

Wasserknappheit und Klimawandel: Wie wir Wasser gerechter verteilen und schützen können

Viva con Agua arbeitet in Regionen, in denen Menschen keinen verlässlichen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Der Klimawandel mit dem Wechsel aus Dürren und Extremwetter sorgt für einen steigenden Wasserbedarf und verschärft die globale Wasserkrise. Stüdemann betont deshalb, wie wichtig Engagement, besseren Daten, klare politische Leitlinien und ein bewussterer Umgang mit Wasser ist- 

Ansatzpunkte gibt es viele: Renaturierung und Moorschutz, aber auch Bildungsarbeit und Müllsammelaktionen können unser Wasser besser schützen.  .Entscheidend sei dabei eine positive Haltung: Wenn Menschen Wasser nicht nur als abstrakte Ressource verstehen, sondern eine emotionale Verbindung dazu aufbauen, wächst auch die Bereitschaft, es zu schützen. 

Abschied von Katharina Klein

Mit dieser Folge verabschiedet sich Katharina Klein aus ihrer Rolle als Host des „Podcast zur Energiezukunft“. Als Vorstandssprecherin der Stiftung Energie und Klimaschutz hat sie über fünf Jahre hinweg die Arbeit der Stiftung geprägt und den Podcast als erster Host maßgeblich mit aufgebaut. In insgesamt 29 Folgen hat sie energie- und klimapolitische Themen verständlich eingeordnet, kritisch nachgefragt und den Gästen Raum für fachliche wie persönliche Perspektiven gegeben. Die Stiftung dankt ihr herzlich für ihr großes Engagement und die vielen Impulse, die sie in den Podcast eingebracht hat. 

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