Vom Windrad in die Steckdose: So funktionieren PPA

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Wie Unternehmen ihre Strompreise langfristig absichern können – und warum PPAs für die Energiewende wichtig sind

In der 48. Folge des „Podcasts zur Energiezukunft“ spricht Holger Schäfer mit Stephan Dinse, Head of Industry Origination bei Vattenfall, über ein Instrument, das für die Energiewende immer wichtiger wird: das Power Purchase Agreements (PPA).

Hinter dem Begriff verbergen sich langfristige Stromlieferverträge zwischen Erzeugern erneuerbarer Energien und Strom-Abnehmern, meistens Unternehmen. Sie helfen dabei, Strompreise planbar zu machen – und ermöglichen gleichzeitig die Finanzierung neuer Wind- und Solarparks. Für Dinse sind PPAs deshalb weit mehr als ein Vertragsmodell: Sie verbinden Energiewende, Investitionssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit. 

 

Warum Unternehmen nach planbaren Strompreisen suchen

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie schnell sich Energiemärkte verändern können. Pandemie, Ukrainekrieg und geopolitische Spannungen haben zu starken Preisschwankungen geführt. Für Unternehmen wird die Frage nach verlässlichen Stromkosten damit zunehmend zu einem Standort- und Wettbewerbsfaktor.

Genau hier setzen PPAs an. „Man hat eine Preisstabilität über eine sehr lange Laufzeit“, erklärt Dinse. Statt auf kurzfristige Marktbewegungen reagieren zu müssen, sichern sich Unternehmen Strompreise häufig über zehn, fünfzehn oder sogar zwanzig Jahre.

Damit werden PPAszu einem strategischen Instrument – nicht nur für den Energieeinkauf, sondern für ganze Unternehmensstandorte.

 

Wie PPA neue Wind- und Solarparks ermöglichen

Besonders spannend ist die Rolle, die PPAs für den Ausbau erneuerbarer Energien spielen. Denn bevor Banken große Investitionen in Wind- oder Solarparks finanzieren, benötigen sie verlässliche Einnahmen. Genau diese Sicherheit schaffen langfristige Stromabnahmeverträge.

„Durch den PPA kann überhaupt erst eine neue Anlage gebaut werden“, sagt Dinse. Unternehmen kaufen also nicht einfach nur Strom. Sie schaffen gleichzeitig die Grundlage dafür, dass neue Erzeugungskapazitäten entstehen können.

So werden PPAs zu einem Hebel, der Klimaschutz und wirtschaftliche Planung miteinander verbindet: Unternehmen sichern sich Strom, Projektentwickler erhalten Investitionssicherheit – und die Energiewende gewinnt an Tempo.

Industriestrompreis oder PPA – braucht es beides?

Parallel wird derzeit intensiv über einen Industriestrompreis diskutiert. Für Dinse ist die Antwort jedoch kein Entweder-oder. Staatliche Entlastungen können kurzfristig helfen, ersetzen aber keine langfristige Perspektive.

„Der Industriestrompreis ist letztendlich nur eine Übergangslösung“, sagt er. PPAs schaffen dagegen Planungssicherheit über viele Jahre und machen Unternehmen unabhängiger von kurzfristigen Marktschwankungen.

Gerade energieintensive Unternehmen schauen deshalb zunehmend auf Modelle, die über kurzfristige Förderinstrumente hinausgehen und gleichzeitig den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen.

Warum Nachhaltigkeit für Unternehmen zum Wettbewerbsfaktor wird

Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung bei großen Technologieunternehmen. Konzerne wie Google, Amazon oder Microsoft gehören heute weltweit zu den größten Käufern von PPAs. Der Grund ist nicht allein der Strompreis. Viele Unternehmen haben sich ambitionierte Klimaziele gesetzt und wollen ihre Standorte langfristig mit CO2-freiem Strom versorgen.

„Sie haben sich ganz klar auf die Fahne geschrieben: Wir möchten unsere Rechenzentren grün betreiben“, beschreibt Dinse. Damit werden PPAs nicht nur zu einem wirtschaftlichen Instrument, sondern auch zu einem zentralen Baustein unternehmerischer Nachhaltigkeitsstrategien.

Was die Energiewende jetzt braucht

Zum Abschluss richtet Dinse den Blick auf die politischen Rahmenbedingungen. Sein wichtigster Wunsch lautet: mehr Verlässlichkeit.

„Regulatorische Stabilität“, antwortet er auf die Frage, was die Energiewende aktuell am dringendsten braucht. Denn Investitionen in neue Energieprojekte werden über Jahrzehnte geplant. Häufig wechselnde Rahmenbedingungen erschweren Entscheidungen – sowohl für Unternehmen als auch für Investoren.

Wenn Energiewende, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gemeinsam gelingen sollen, braucht es deshalb nicht nur Innovationen und Investitionen. Es braucht vor allem langfristig verlässliche Rahmenbedingungen.

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