Solarenergie für sauberes Wasser – Energieeffizienz in der Wüste Namibias

Linda Bauer

Studentin

Linda Bauer ist Studentin der Logopädie und verbringt ihren Auslandsaufenthalt bei der Stiftung Kinder fördern – Zukunft stiften in Namibia. Aus Aussenkehr berichtet sie über zentrale Umwelt‑, Energie‑ und Alltagsherausforderungen der Region; darunter der Umgang mit Abfall, der Zugang zu sauberem Wasser, die Rolle erneuerbarer Energien sowie die sozialen Folgen ungleicher Infrastruktur im ländlichen Raum.

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18. Februar 2026

Aussenkehr: Tafeltrauben-Anbau in einer der trockensten Regionen Afrikas

Aussenkehr, eine bedeutende Anbauregion für Tafeltrauben im Süden Namibias, liegt direkt am Orange River – der einzigen verlässlichen Wasserquelle in dieser extrem trockenen Wüstenlandschaft. Mit nur etwa 63 mm Regen pro Jahr und sehr hoher Verdunstung ist der Zugang zu sauberem, aufbereitetem Wasser entscheidend für Landwirtschaft und Bevölkerung.

Wassergewinnung und Aufbereitung: Vom Fluss zum Trink- und Bewässerungswasser

Das Wasser wird über ein System aus vier Entnahmeleitungen direkt aus dem Fluss gewonnen und zur Water Treatment Works geleitet, wo es durch Screening, Sedimentation, Koagulation, Filtration und Desinfektion vollständig aufbereitet und anschließend als Trink- und Bewässerungswasser bereitgestellt wird. Gerade für die Traubenproduktion ist dies zentral, da große Bewässerungsmengen nötig sind und verunreinigtes Wasser die Qualität massiv beeinträchtigen würde.

Pumpstationen und Infrastruktur: Energieintensiver Wassertransport

Für den Transport des Wassers zu den Plantagen und zur Siedlung stehen mehrere Pumpstationen, Leitungen und große Speicherreservoirs zur Verfügung. Die Pumpen – überwiegend mehrstufige Grundfos-Zentrifugalpumpen – arbeiten im Dauerbetrieb und sind energieintensiv. Die gesamte Anlage ist elektrifiziert, automatisiert und mit Transformatoren an das 22-kV-Netz angeschlossen.

Solarenergie für den Dauerbetrieb: Photovoltaik als ideale Lösung

Da Aussenkehr jedoch zu den sonnenreichsten Regionen des Landes gehört und praktisch ganzjährig wolkenfreie Tage hat, wird der Betrieb zunehmend durch Solarenergie unterstützt. Photovoltaik eignet sich ideal für die Pumpenversorgung: Der Energiebedarf steigt tagsüber, wenn Bewässerung und Pumpaktivitäten am höchsten sind, und deckt sich damit optimal mit der maximalen Solarstrahlung. Solarstrom reduziert die Abhängigkeit vom nationalen Netz, minimiert Kosten und senkt das Risiko von Stromausfällen – ein wichtiger Faktor für die kontinuierliche Versorgung der Traubenfarmen.

Speicherreservoirs sichern die Versorgung in Spitzenzeiten

Die Leitungen führen das aufbereitete Wasser in ein Zwischen- und ein Endreservoir mit zusammen über 2 700 m³ Speichervolumen, sodass auch in Spitzenzeiten ausreichend Wasser vorhanden ist. Tägliche Kontrollen durch einen fest angestellten Operator sowie regelmäßige Wartung der Pumpen, Ventile und Leitungen sind verpflichtend, um Leckagen, Verluste oder technische Ausfälle zu vermeiden.

Umweltmanagement in der Wüstenregion

Der Environmental Management Plan legt zudem fest, dass Eingriffe in Vegetation und Boden streng zu minimieren sind, keine neuen Fahrspuren entstehen dürfen und der Umgang mit Gefahrstoffen wie Ölen und Treibstoffen strikt geregelt ist.

Nachhaltige Traubenproduktion dank moderner Wasser- und Energietechnik

Insgesamt zeigt Aussenkehr eindrucksvoll, wie moderne Wasserinfrastruktur und erneuerbare Energie in einem extrem trockenen Gebiet zusammenwirken können. Die Verbindung aus Wasserentnahme aus dem Orange River, technisch anspruchsvoller Aufbereitung, effizientem Pumpbetrieb und wachsender Nutzung von Solarenergie ermöglicht eine nachhaltige Traubenproduktion mitten in der Wüste und schafft gleichzeitig eine verlässliche Grundlage für die Versorgung der dort lebenden Menschen.

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