So bewegt sich Bratislava: Mobilität in Bratislava

Cosima Mark

Studentin

Cosima Mark studiert Sustainability and Change (Nachhaltiges Wirtschaften) an der Universität Hohenheim und verbringt ihr Erasmus‑Semester in Bratislava, Slowakei. In ihren Beiträgen beschäftigt sie sich mit Themen rund um Nachhaltigkeit – von nachhaltiger Mobilität über Recycling bis hin zu resilienten Städten – und zeigt, wie diese Fragen den Alltag in Europa prägen.

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18. März 2026

Straße, Schiene, Luftraum- vielfältige Mobilität in Bratislava

Als Hauptstadt hat Bratislava sowohl einen Hauptbahnhof als auch einen internationalen Flughafen. Während der Hauptbahnhof im Laufe der Jahre etwas heruntergekommen ist, wurde der Flughafen hingegen neu gebaut. Dieser wurde im Jahr 2024 fertiggestellt. Neu ist auch der Busbahnhof im Untergeschoss des Nivy-Centers. Von dort aus ist man sehr gut an andere Städte in der Slowakei sowie im Ausland angebunden, beispielsweise an Budapest oder Prag. 

 Die Straßenbahnen sind die wichtigsten und zuverlässigsten Verkehrsmittel in Bratislava und spielen eine bedeutsame Rolle im städtischen Verkehr. Das Straßenbahnnetz umfasst rund 46 km und ist das zentrale Nahverkehrsmittel in der Stadt. Die Bahnen starten um 5 Uhr morgens und fahren bis etwa 23 Uhr, und das alle paar Minuten. Besonders attraktiv sind die Fahrkarten für Schüler:innen und Student:innen sowie Personen über 65 Jahren, denn sie werden nach Zeitdauer verkauft. Eine halbe Stunde Fahrt kostet beispielsweise nur 55 Cent. 

 Was die Verkehrsmittel in Bratislava betrifft, konnte ich mich immer auf die Bahnen verlassen. Verspätungen gab es fast nie. 

Kostenlose Bahnfahrten in der Slowakei

Eine Sache, die mich hier sehr überrascht hat, war, dass man mit sogenannten „Free Train Tickets” innerhalb der Slowakei kostenlos Bahn fahren kann. 

 Das Konzept sieht vor, dass Studierende und Schüler:innen unter 26 Jahren sowie Senior:innen über 62 Jahren in staatlich geförderten Regionalzügen kostenlos reisen können. Dafür müssen sie einen Sitzplatz aus einer begrenzten Anzahl speziell reservierter Free-Train-Tickets buchen. Das Ticket gilt nicht nur für Einwohner:innen der Slowakei, sondern auch für EU-Bürger:innen, die in diese Kategorie fallen. 

Dadurch wird ein zusätzlicher Anreiz geschaffen, häufiger öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, was einen positiven Beitrag zum Umweltschutz leistet. 

 Die Finanzierung der kostenlosen Zugtickets erfolgt über staatliche Subventionen, da der slowakische Staat der Reisegesellschaft ZSSK (Železničná spoločnosť Slovensko) die entgangenen Ticketeinnahmen ersetzt. Dieses Geld stammt aus dem allgemeinen Budget des slowakischen Staates, beispielsweise aus Steuereinnahmen. 

CO2-armes Busnetz

Ein weiteres Fortbewegungsmittel mit langer Tradition in Bratislava sind Oberleitungsbusse. Das sind Busse, die an Oberleitungsschienen angeschlossen sind und somit direkt mit Strom aus dem Netz betrieben werden können. Im Vergleich zu Dieselbussen haben sie dadurch einen um 60 Prozent niedrigeren Energieverbrauch und verursachen ca. 40 Prozent weniger CO-Emissionen. Sie emittieren keine lokalen Schadstoffe und senken zudem die Lärmbelästigung in Städten erheblich. Auf den Straßen sind auch rein elektrische Busse mit Batteriebetrieb im Einsatz. Derzeit sind 14 dieser Elektrobusse im Linienbetrieb unterwegs. 

Fahrradstadt Bratislava?

Neben dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gibt es in Bratislava zahlreiche Fahrradwege, die nicht nur innerhalb der Stadt, sondern auch in der direkten Umgebung verlaufen. Entlang der Donauverlaufen viele schöne Fahrradwege. Wenn man kein eigenes Fahrrad besitzt, kann man sich im Rahmen des Projekts Bikesharing an Dockstationen Fahrräder leihen und diese dann an beliebigen Stellen wieder abstellen. Mit diesem Projekt soll der Verkehrsstau gemindert und die Umwelt geschont werden. Die Fahrradwege auf den Straßen sind rot gekennzeichnet, um die Sichtbarkeit der Fahrradfahrer:innen zu erhöhen. Bratislava hat sich zum Ziel gesetzt, die Fahrradwege bis 2030 auf 180 km auszubauen. Dieses Ziel ist nicht unrealistisch, denn 2021 wurden bereits etwa 116 km Radweg gezählt. 

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