Energie-Reporter Salih Wolniewicz in Finnland

Salih Wolniewicz

Energie-Reporter

Energie-Reporter Salih Wolniewicz berichtet für uns aus Seinäjoki in Finnland u.a. über das Land und dessen Bevölkerung aber auch zu Energieerzeugung und Energieentwicklung, sowie Energieeffizienz.

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18. Juni 2019

Energie-Reporter Salih Wolniewicz in Finnland

Erster Beitrag vom Juni 2019

Salih Wolniewicz studiert Management und Technik an der FH Westküste in Heide. Sein Auslandssemester verbringt er in Seinäjoki in Finnland. In seinem ersten Video berichtet er als Energie-Reporter u.a. über das Land Finnland, dessen Bevölkerung sowie dessen Energieverbrauch.

Energieerzeugung und Energieentwicklung in Finnland

Zweiter Beitrag vom Juni 2019

In seinem zweiten Video liefert Energie-Reporter Salih Wolniewicz einen Überblick über die Energieerzeugung und Energieentwicklung sowie über den Energieverbrauch in Finnland. Außerdem geht er auf das Verhältnis von Energieexporten und -importen ein.

Finnland ist ein Land mit viel Natur und einer großen Artenvielfalt. 

Salih Wolniewicz, Energie-Reporter

Dritter Beitrag vom Juli 2019:

Mein drittes Thema befasst sich mit der Einstellung gegenüber dem Klimawandel in Finnland. Hierbei werden zunächst allgemeine Daten als Grundlage für das Thema zugrunde gelegt. Anschließend folgen Eintrittsbeispiele und dessen Folgen. Meine eigene persönliche Meinung wird diesen Artikel am Ende abrunden.

Das Land Finnland liegt im Norden Europas und grenzt an Russland, Schweden und Norwegen. Mit über 180.000 Seen wird Finnland auch als Land der tausend Seen genannt. Des Weiteren besteht Finnland nicht nur aus vielen Seen und Gewässern, sondern ca. 88 % der Gesamtfläche sind auf Natur und Seen zuzuschreiben. Finnland zählt über 42.000 Arten von Tieren, Pflanzen und Pilzen. 

Das Klima in Finnland unterscheidet sich zu dem in Deutschland sehr. Im Sommer sind vergleichsweise sehr warme Tage zu verzeichnen, wobei die Winter mit tiefen Temperaturen verbunden sind. Des Weiteren ist hinzuzufügen, dass es grade im Norden Finnlands die Sonne über zwei Monate nicht untergeht, und im Winter dafür zwei Monate nicht aufgeht. 

Zusammengefasst lässt sich aus diesen Informationen sagen, dass Finnland ein Land mit viel Natur und einer großen Artenvielfalt ist. 

Der nächste Schritt befasst sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Finnland. Dafür wird sich auf den nördlichen Teil Finnlands für eine Verdeutlichung konzentriert, es wird sich hauptsächlich auf die Region Lappland fokussiert. Zunächst zeigt die folgende Abbildung den zeitlichen Verlauf der Durchschnittstemperaturen am Boden zwischen 1750 und 2013 in Finnland.

Finnland Temperaturverlauf

Es ist zu erkennen, dass die Mitteltemperatur angestiegen ist. Ein zeitnahes Bespiel ist das Jahr 2007. In diesem Jahr fiel im Norden des Landes, anstatt Schnee, viel Regen. Seen und Flüsse wurden überschwemmt. Meteorologen bestätigten, dass es im Dezember 2007 25% mehr Regen zu verzeichnen war als es in der Regel der Fall ist. Instabilität des Klimas hat somit durch den Klimawandel auch Finnland erreicht.

Einige finnischen Kommilitonen berichteten des Weiteren auch, dass es teilweise in manchen Regionen vorkommt, dass es in der Sommerzeit schneit und in der Winterzeit regnet und die Temperaturen vergleichsweise warm sind. 

Die Auswirkungen dieser klimatischen Veränderungen sind übergreifend. Nicht nur für Tiere und Pflanzen, sondern generell hat die finnische Bevölkerung und die Wirtschaft mit negativen Auswirkungen zu kämpfen. Durch die Nicht-Kontinuität des Wetters schmilzt die Schicht über den Boden und es fällt anschließend Regen, welcher nach Eintritt von Minustemperaturen, erfriert. Diese Eisschicht erschwert nicht nur Rentieren den Zugang zu Nahrung, sondern auch viele anderen Tierarten. 

Im Winter 2014/2015 starben durch diese klimatische Bedingung tausende Rentiere, weil diese keine Nahrung finden konnten. Der Tourismus in Lappland leidet auch unter dem Klimawandel, da bereits gebuchte Reisen storniert werden, wenn es noch im November herbstliche Bedingungen herrschen, Flüsse und Seen noch nicht gefroren sind und die Aussichten auf viel Schnee nicht gegeben sind. Ein weiterer Grund ist, dass die Kälte mit dem verbundenen Schnee immer später kommt und auch früher geht. 

Mit den stetig ansteigenden Temperaturen schmilzt der jahrhundertelang gefrorene Boden und setzt Methan frei, was den Anteil an Treibhausgase erhöht. Menschen ziehen aus diesen Regionen weg, sehen keine Zukunft und Sinn zu bleiben. Eine erhöhte Selbstmordrate unterschreibt die sozio-ökologischen Folgen des Klimawandels. 

Zusammengefasst sind die Eintritte des Klimawandels mit dessen Folgen als eine Art Teufelsspirale zu vergleichen. Der Prozess Klimawandel, gerade im Norden Finnlands, mit dessen Folgen scheinen mit ihrer Irreversibilität unaufhaltbar zu sein. Auch gerade durch die Polarschmelze, der wegbleibende Schnee, das Auftauen des gefrorenen Bodens mit der Freisetzung von Methan, das Wegziehen der Bevölkerung, Artensterben, Erhöhung der Temperaturen, die Instabilität des Klimas usw. beschleunigen diesen Prozess Klimawandel. 

Dennoch ist Finnland im internationalen Vergleich bezüglich der Zielsetzung zur Klimaneutralität weit oben. Mit der europäischen Union sind viele gemeinsame umweltpolitischen Ziele festgesetzt worden. 

Im letzten Teil dieses Artikels werde ich meine persönliche Meinung wiedergeben. Da Finnland durch die geographische Lage ein Land der Extremen ist, gerade die kalten Winter, macht sich die globale Erderwärmung gerade in diesem Bereich deutlich bemerkbar. Meine Prognose für die Zukunft ist, dass sich die Mehrheit der Bevölkerung mehr auf die industriereichen Regionen wie Helsinki konzentrieren werden. Der Tourismus und die Rentierzucht in Lappland werden sich reduzieren. Im Bezug auf die Natur und Artenvielfalt denke ich, dass diese sich den klimatischen Bedingungen weitmöglich anpassen werden und es adäquate Lösungen für diese Herausforderungen, teils auch vom Staat gefördert, diesen entgegenwirken werden. 

Energieeffizienz im Bauwesen in Finnland

Vierter Beitrag vom Juni 2019

Was sind die Herausforderungen und Lösungen der Energieeffizienz im Bauwesen in Finnland? Energie-Reporter Salih Wolniewicz erläutert in seinem dritten Video einige Lösungen, wie bspw. die Wärmerückgewinnung.

Umweltpolitik in Finnland

Fünfter Beitrag vom Juli 2019

Dieser Artikel befasst sich mit dem Thema Umweltpolitik in Finnland. Hierbei wird auf dem Umgang mit Energie, umweltpolitischen Zielen und auf Beispiele eingegangen. 

Der erste Abschnitt befasst sich mit der finnischen Politik mit dessen aktuellen umweltpolitischen Zielen. Im April 2019 fand in Finnland die Parlamentswahl statt. Die finnische sozialdemokratische Partei (Suomen Sosialidemokraattinen Puolue) gewann dabei die Parlamentswahl und zog mit 40 von 200 Plätzen in das Parlament, gefolgt von der rechtspopulistischen Partei (Perussuomalaiset). Es ist zu bedenken, dass Finnland Mitglied der europäischen Union ist und die umweltpolitischen Ziele zum größten Teil von EU-Richtlinien festgesetzt werden. Nicht nur in Finnland, sondern auf europäischer Ebene ist eines der größten Ziele die CO2-Emissionen zu reduzieren. Das finnische Umweltministerium konzentriert sich dabei auf drei Hauptmerkmale, nachhaltige Entwicklung, guten Lebensraum und Erhaltung der Artenvielfalt. Ein Rückblick zeigt, dass Finnland seit 1990 bis 2016 den Anteil an Treibhausgase um 18% deutlich reduziert hat. Instrumente für diese Zielerreichung waren zum größtenteils Besteuerungen. Aber dennoch hat Finnland aufgrund von energiereichen Industrien, des kalten Klimas, langen Transportwege, hohen Lebensstandards und vielen Stromheizungen einen hohen Anteil an Treibhausgasemissionen pro Kopf zu verzeichnen. Ein weiteres Ziel ist der Verzicht auf Kohlekraft zu 100 %. Auch will die Regierung den Anteil des Energieverbrauchs bis 2030, welcher auf erneuerbaren Energien zurückzuführen ist, auf über 50 % erhöhen. 

Das finnische Umweltministerium interpretiert das Ziel Klimaneutralität richtig, allerdings befindet es sich noch in einer Art Strategiefindung.

Salih Wolniewicz, Energie-Reporter

Allerdings zeigt ein Rückblick in die Vergangenheit, dass Finnland im Umgang mit der Umwelt auch wirtschaftliche Ziele vor Nachhaltigkeit setzte. Zwischen Dezember 2006 und Ende 2009 wurden im Norden Finnlands Urwälder gerodet. Grund dafür ist die Papier- und Holzindustrie des Landes. Dabei wurden mehrere tausend Hektar Wald als Rohstoff für die Industrie abgetragen. Tatsache ist, dass Wälder Kohlenstoff speichern und wenn Urwälder zerstört werden, wird nicht nur die Möglichkeit CO2 durch die vorhandene Natur zu speichern, sondern auch das Mikroklima verändert sich und der im Boden gebundene Kohlenstoff entweicht. Somit beschleunigt eine Zerstörung der Wälder den Klimawandel nur. Leider wird heutzutage so viel Holz im Norden Finnlands abgetragen wie nie zuvor. Die finnische Politik spricht sich für weniger Abholzung aus. Wenn man betrachtet, dass die globale Erwärmung etwa 1,1 Grad Celsius in Durchschnitt betrifft, sind es in Finnland 2,3 Grad Celsius. Ob so ein großes Abtragen von Wäldern zur Klimaneutralität beträgt ist fragwürdig. Ein weiterer Punkt ist die Atomkraft in Finnland. Neben geplanten und sich im Bau befindenden Atomkraftwerken setzt Finnland auf Atomkraft. Derzeitig sind vier Reaktoren im Betrieb und mehrere sind in Planung bzw. bereits im Bau. Die finnische Politik, welche den Atomausstieg wie es Deutschland tut nicht unterstützt, ist der Meinung, dass man auf Atomkraft bis zur Klimaneutralität nicht verzichten könne, da bei der Energieerzeugung durch solche Kraftwerke kein CO2 ausgestoßen wird. 

Zusammengefasst praktiziert Finnland in Bezug auf Umweltpolitik sowohl positive als auch negative Aktivitäten. Meine persönliche Meinung ist, dass das finnische Umweltministerium das Ziel Klimaneutralität richtig interpretiert, allerdings sich noch in einer Art Strategiefindung befindet. Ich denke, dass in den nächsten Jahren, da auch die eindeutige Mehrheit der Bevölkerung dafür steht, einige neue Gesetze verabschiedet werden. 

Meine Recherchequellen:

https://www.greenpeace.de/themen/waelder/urwaelder/finnlands-urwaelder-kahlschlag-fuer-deutsches-papier

https://www.greenpeace.de/themen/waelder/urwaelder/greenpeace-erfolg-die-letzten-finnischen-urwaelder-gerettet

https://www.deutschlandfunk.de/umweltpolitik-finnland-steht-vor-klimawahlen.795.de.html?dram:article_id=441182

https://de.wikipedia.org/wiki/Kernenergie_in_Finnland

https://www.tagesspiegel.de/politik/haeuser-statt-klopapier-wie-der-wald-in-finnland-zum-politikum-wurde/24510190.html

https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=finnland-will-den-anteil-der-erneuerbaren-energien-erhoehen,did=1879728.html

https://www.german-energy-solutions.de/GES/Redaktion/DE/Publikationen/Marktanalysen/2018/zma_finnland_2018_smart-grid.html 

https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/289236/parlamentswahl-in-finnland 

Energie und Klimaschutz in finnischen Bildungseinrichtungen

Sechster Beitrag vom Juni 2019

In seinem vierten Video als Energie-Reporter interviewt Salih Wolniewicz Prof. Jorma Imppola von der Seinajoki University of Applied Sciences. Thema sind innovative Energiesparprojekte an der Universität Seinäjoki und in anderen Bildungseinrichtungen in Finnland.

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