Seit 2011 zeichnet die Stiftung Energie & Klimaschutz jährlich Nachwuchswissenschaftlerinnen aus, die mit ihren Promotionsarbeiten einen Beitrag zur Gestaltung unserer Energiezukunft und Umwelt leisten. Für den Energie-Campus können sich dabei Doktorandinnen aller Fachrichtungen bewerben (von den Technik- über die Natur- und Wirtschaftswissenschaften bis hin zu Sozial- und Geisteswissenschaften). In diesem Jahr wurden die anonym eingereichten Arbeiten von einer sechsköpfigen Jury unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Alexander Colsmann (Karlsruher Institut für Technologie) gesichtet und bewertet.
Das diesjährige Symposium fand im Triangel Space in Karlsruhe statt, ein Ort für alle, die sich für Wissenschaft und Innovation begeistern. Bei einem Spaziergang über den KIT-Campus erhielten die Teilnehmenden einen Impulsvortrag unseres Juryvorsitzenden Prof. Dr.-Ing. Colsmann, der einen spontanen Einblick in aktuelle Entwicklungen der Photovoltaik-Forschung gab. Vorgestellt wurden neue lithiumbasierte Module sowie organische Solarzellen, die sowohl effizienter als auch klimafreundlicher in der Herstellung sind und sich besonders für leichte Dachkonstruktionen eignen. Ergänzend präsentierte er transparente, sechseckige Solarzellen für Fassaden sowie mobile, tragbare PV-Lösungen.
Einblicke ins RoofKIT: Zirkuläres Bauen und nachhaltige Architektur
Ein weiteres Highlight des Programms war die einstündige Führung durch das RoofKIT. Herr Wagner bot den Teilnehmenden spannende Einblicke in zirkuläres Bauen und moderne Ansätze der nachhaltigen Architektur. Gezeigt wurden unter anderem Gebäudeprojekte, die ohne konventionelle Kühlung auskommen und stattdessen natürliche Materialeigenschaften nutzen – etwa Lehmplatten, die Wärme und Feuchtigkeit regulieren und so ein angenehmes Raumklima ermöglichen.
Gewinner*innen des Energie-Campus
In diesem Jahr wurden 20 Dissertationen eingereicht. Während des Symposiums konnten die Teilnehmenden ihre Arbeiten in einem Kurzvortag vorstellen. Die gehaltenen Vorträge zeigten die beeindruckende thematische Breite der Einreichungen: von Gasanalyse- und Massendurchflusssensorik für Wasserstofftankstellen über bidirektionales Laden elektrifizierter Fahrzeugflotten bis hin zur Integration gesellschaftlicher Wandlungsprozesse in die Energiesystemmodellierung.
Die Preisträger*innen 2025:
- Erster Preis (4.000 €): Hannes Rox (Universität Dresden) – Towards membraneless alkaline water electrolysis by improved bubble management
- Zweiter Preis (2.000 €): Lavinia Melissa Appold (Ruhr Universität Bochum) – Erforschung eines Gasanalyse- und eines Massendurchflusssensors auf Basis der Raman-Spektroskopie für die Anwendung an einer Wasserstofftankstelle
- Dritter Preis (1.000 €): Bettina Chlond – Energy Efficiency for Everyone! How to design effective energy policies for vulnerable groups.
Zusätzlich wurde dieses Jahr zum ersten Mal ein Publikumspreis für die beste Präsentation verliehen. Über diesen Preis konnten sich Pranav Hegde (Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf) und Uwe Langenmayr (Karlsruher Institut für Technologie) freuen, der mit jeweils 250 Euro dotiert war.
In Abstimmung mit den Verfasserinnen werden die Arbeiten der Preisträgerinnen im ersten Halbjahr 2026 in den Energiewirtschaftlichen Tagesfragen “et” veröffentlicht.
Danksagung
Unser besonderer Dank gilt den Jury-Mitgliedern: Prof. Dr.-Ing. Alexander Colsmann, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Prof. Dr. Anke Kopsch, Hochschule Darmstadt, Prof. Dr. Axel Groß, Universität Ulm, Prof. Dr.-Ing. Kai Hufendiek, Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER), Florentine Koppenborg, PhD, Technische Universität München, Dr. habil. Jörg Jasper, EnBW.
Trotz vielfältiger Aufgaben hat sich die Jury die Zeit genommen, alle eingereichten Arbeiten sorgfältig zu prüfen und damit das Symposium erst möglich zu machen. Unser Dank gilt ebenso Prof. Dr.-Ing. Alexander Colsmann für seinen inspirierenden Impulsvortrag sowie allen Teilnehmenden für ihre Beiträge, Diskussionen und den engagierten Austausch während unseres Symposiums in Karlsruhe.
Fotos: ARTIS Uli Deck
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