Dialog in bewegten Zeiten – das erste Halbjahr 2026

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An Themen mangelte es nicht in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026: Wasserknappheit, intelligente Netze und Klimakommunikation sind nur Beispiele für Fragen, die für die Stiftung Energie & Klimaschutz im Fokus standen – bei Debattenabenden, in Podcasts sowie Blogbeiträgen. Dabei rückten auch immer wieder aktuelle politische Entwicklungen in den Fokus. Hier die Höhepunkte der Stiftungsarbeit von Januar bis Juni.

 

Nicht mehr selbstverständlich: Wasser

Bild: sandra göttisheim photographie

Wasser gibt es in Deutschland genug – so lautete lange Zeit die Annahme. Doch trockene Sommer, sinkende Grundwasserstände und häufiger Starkregen machen deutlich, dass diese Gewissheit nicht mehr gilt. Beim Debatten-Abend am 4. März diskutierten in Stuttgart mehr als 100 Gäste darüber, wie die Gesellschaft künftig mit der lebenswichtigen Ressource umgehen sollte.

Bereits am Nachmittag konnten die Teilnehmenden einzelne Aspekte vertiefen. Am Abend rückte dann die Wasserkraft in den Mittelpunkt. Julia Neff von der Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Baden-Württemberg erläuterte, welche Rolle kleine und mittlere Anlagen für die Stromversorgung spielen können. Katharina Lengfeld vom Deutschen Wetterdienst ordnete die wachsende Gefahr durch Starkregen ein. Andreas Mühlig von der Schluchseewerk AG sagte, warum Wasserkraft und Pumpspeicher wichtig sind. Finn Zenker vom NABU legte den Fokus auf Gewässerschutz und Artenvielfalt.

Zum Debatten-Abend-Rückblick

Interviews mit Podiumsgästen und Teilnmehnden auf YouTube

Gastartikel von Katharina Lengfeld vom DWD

Interview mit Jochen Ulrich zu sinkenden Flusspegeln und Wasserkraft

Klimalust statt Klimafrust

Workshop Klimakommunikation

Über den Klimawandel zu sprechen, fühlt sich für viele Menschen an wie ein Gang über einen zugefrorenen See. Hält das Eis? Oder bricht gleich ein Streit aus? Aus Unsicherheit schweigen viele lieber. Damit überlassen sie das Feld ausgerechnet denen, die den Klimawandel leugnen oder die Energiewende grundsätzlich infrage stellen.

Wie sich das ändern lässt, zeigte der Urban Climate Talk am 29. April in Stuttgart. Mehr als 60 Teilnehmende beschäftigten sich mit der Frage, wie Klimakommunikation Menschen erreichen und zum Handeln bewegen kann. Der Berater und Trainer Andi Güthler erinnerte in seiner Keynote daran, dass die Zustimmung zum Klimaschutz größer ist, als die öffentliche Debatte manchmal vermuten lässt. Laut Erhebungen der gemeinnützigen Organisation „More in Common“ erkennen 72 Prozent der Bevölkerung den menschengemachten Klimawandel an. 55 Prozent wünschen sich mehr politische Anstrengungen, nur 22 Prozent weniger.

Deutlich wurde jedoch auch, dass Fakten allein nicht reichen. Workshop-Leiter Andreas Güthler und Lea Grosse zeigten, dass Menschen sehr unterschiedlich auf Klimathemen reagieren. Entscheidend sind ihre Werte, Erfahrungen und Lebensumstände. Fazit: Wer Menschen überzeugen will, muss zunächst verstehen, was ihnen wichtig ist.

Blick zurück auf die Veranstaltung

Kolumne von Heimo Fischer: Auf die richtigen Worte kommt es an

Sechs neue Podcast-Folgen

Auch der „Podcast zur Energiezukunft“ deckte im ersten Halbjahr ein breites Spektrum ab. Zum Jahresauftakt sprach Colette Rückert-Hennen darüber, warum Frauen in der Energiewirtschaft noch immer unterrepräsentiert sind – und warum die Branche aber nicht auf ihre Kompetenzen verzichten kann. Weitere Folgen beschäftigten sich mit der Akzeptanz der Energiewende in unterschiedlichen Lebenswelten und den Chancen organischer Photovoltaik.

Daneben ging es um intelligente Stromnetze sowie um Wasserknappheit und Wasserverschmutzung. Schließlich erklärte Stephan Dinse, Head of Industry Origination bei Vattenfall, wie langfristige Stromlieferverträge den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen.

Hier einen Auswahl unserer Podcast-Folgen:

Vom Windrad in die Steckdose – so funktionieren PPA:

Wasserdruck – Warum wir uns mehr um unser Lebenselixier kümmern müssen

Was sind Smart Grids? Wie intelligente Stromnetze die Energiewende möglich machen

Was ist organische Photovoltaik? Die Zukunft der Solarenergie einfach erklärt

Wie unterschiedliche Lebenswelten die Akzeptanz der Energiewende beeinflussen

Frauen in der Energiewirtschaft: ”Wir können nicht auf sie verzichten, um weiter erfolgreich zu sein”

Vorstandwechsel und spannende Themen auf unser Online-Plattform

Mit frischen Impulsen und fundierter Fachkenntnis wurden Lena Brink und Ulrich Janischka in die gemeinsame Vorstandsarbeit bestellt. Nach erfolgreicher Arbeit verlässt das bisherige Vorstandsteam die operative Spitze der Stiftung. Wir blicken mit großer Wertschätzung auf das Wirken von Katharina Klein und Holger Schäfer zurück, die die Stiftung maßgeblich als Plattform für Dialog und gesellschaftliche Debatten gestärkt haben. 

Beitrag zum Vorstandwechsel

Interessante Beiträge zu Offshore, zirkulärem Bauen und spannende Interviews

Auf der Website der Stiftung reichte das Themenspektrum von Offshore-Windkraft und solidarischen Modellen der Energiewende bis zum zirkulären Bauen. Anlässlich verschiedener Aktionstage beschäftigten sich Beiträge mit der Bedeutung von Pinguinen für die Ökosysteme der Südhalbkugel, mit dem Schutz von Wildbienen und mit den Folgen des Klimawandels für Wetter und Natur. Ein Interview zur Offshore-Windkraft ging der Frage nach, weshalb Deutschlands ehrgeizige Ausbauziele ins Wanken geraten.

Außerdem erfolgte der Startschuss für ein neues Format mit Best-Practice-Beispiele aus Städten und Gemeinden. Ein Beitrag über Walldorf zeigte, wie eine Kommune mit Förderprogrammen für Photovoltaik, Wärmepumpen, Elektromobilität und öffentlichen Nahverkehr den Klimaschutz vor Ort voranbringt.

Politik richtet sich neu aus

Die aktuelle politische Entwicklung begleitete im Hintergrund viele Aktivitäten der Stiftung. Denn die Bundesregierung stellte im ersten Halbjahr wichtige Weichen. Im Mittelpunkt stand der Umbau der Gasinfrastruktur: Der Bundestag beriet über neue Regeln für Wasserstoffnetze und die gemeinsame Planung von Gas- und Wasserstoffleitungen. Kommunen und Versorger müssen künftig klären, welche Gasnetze weiterbetrieben, auf Wasserstoff umgestellt oder stillgelegt werden. Diese Entscheidungen sollen eng mit der kommunalen Wärmeplanung verzahnt werden.

Bewegung gab es auch beim Gebäudeenergiegesetz und bei der Versorgungssicherheit. Die Bundesregierung legte neue Vorschläge für die Wärmeversorgung vor und bereitete Regeln für steuerbare Kraftwerke sowie einen künftigen Kapazitätsmarkt vor. Eine große Energiereform blieb zwar aus. Doch zahlreiche Entwürfe zeigten, worum es künftig geht: Klimaschutz, Versorgungssicherheit und bezahlbare Energie miteinander zu verbinden.

Dazu werden wir in den kommenden Monaten spannende Beiträge publizieren.

Austausch bleibt entscheidend

Einfache Antworten gab es auch deshalb im ersten Halbjahr 2026 selten. Dafür sind Interessen zu unterschiedlich und Zusammenhänge zu komplex. Der Austausch bleibt deshalb sehr wichtig. Mit ihren Veranstaltungen, Podcasts und Beiträgen brachte die Stiftung Fachleute und interessierte Bürgerinnen und Bürger zusammen. Sie erklärte neue Entwicklungen, stellte unterschiedliche Positionen gegenüber und zeigte Lösungen aus der Praxis. Dabei wurde deutlich: Die Energiewende ist nicht nur eine technische und politische Aufgabe. Sie lebt davon, dass Menschen miteinander ins Gespräch kommen.

Zu guter Letzt: Unsere Lesetipps

Sommerurlaub eignet sich hervorragend, um sich in ein interessantes Buch zu vertiefen. Falls Sie also Sorge haben, im Urlaub intellektuell nicht ausgelastet zu sein – hier ein paar Lesetipps unserer Podcast-Gäste sowie von Mitarbeitenden der Stiftung Energie & Klimaschutz:

  • Christoph Holzmann: How Behavior Spreads (Damon Centola)
  • Stephan Dinse: Blackout (Marc Elsberg)
  • Christoph Schleer: Praxis der Sinus-Milieus®: Gegenwart und Zukunft eines modernen Gesellschafts- und Zielgruppenmodells (Barth, Flaig, Schäuble, Tautscher)
  • Caro Stüdemann: Die Zukunft unseres Wassers (Carolin Stüdemann und Rüdiger Braun)
  • Heimo Fischer: Positive Tipping Points: How to Fix the Climate Crisis (Tim Lenton)
  • Aline Sommer: Über Klima sprechen (online frei verfügbar auf Klimafakten.de)

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